Während die Marienborner enttäuscht abdrehen, jubelt Basara über den Derbysieg.
Während die Marienborner enttäuscht abdrehen, jubelt Basara über den Derbysieg. – Foto: hbz/Jörg Henkel

Verbandsliga: Qualität, aber auch Moral

FC Basara siegt in intensivem Duell gegen TuS Marienborn 2:1 +++ Zwei Platzverweise für Cakici-Team

Mainz. Dieser Tage wird man deutschlandweit vom FC Basara Mainz hören. Ein Videoteam des Pay-TV-Senders Sky drehte bei dem deutsch-japanischen Verein, im Vorgriff auf das WM-Spiel. Ob das die Extra-Spritze Motivation war, die zum Derby-Dreier führte? Durch den 2:1 (2:1)-Sieg der „Diamanten“ verliert die TuS Marienborn für den Moment den Anschluss an Verbandsliga-Spitzenreiter Baumholder.

Nein, schiedlich-friedlich ging das Duell der Stadtnachbarn wirklich nicht zu Ende. Die Basara-Bank feierte jede Szene, die für die Gäste nicht gut ausging, ab, die Spieler warfen sich beherzt in jeden Zweikampf und wussten auch an der Uhr zu drehen. Was wiederum die Marienborner effektiv entnervte. Klammert man die Verbal-Kanonaden, die sich einige wenige Protagonisten nach dem Spiel verabreichten, aus, war es vor allem ein intensives, sehr sehenswertes Derby vor rund 200 Zuschauern.

„Wir spielen jetzt wieder so, wie wir normalerweise spielen, und zeigen, was wir können“, blickt Ali Sengül auf das aktuelle Formhoch der „Diamanten“, die fünf ihrer letzten sieben Spiele gewonnen haben – vor allem dann, wenn sie ihre vornehme Zurückhaltung ablegen und, im Fußballdeutsch gesprochen, eklig werden. „Gut ist außerdem, dass wir unter Druck Fußball spielen und die Bälle nicht mehr direkt nach vorne hauen“, lobt Trainer Takashi Yamashita.

Marienborn scheitert an Pohlenz

Drei schön herausgespielte Tore gab es zu sehen. Bei Daisuke Fukuharas Flanke konzentrierten sich zwei Marienborner auf Haris Beslic, was Sengül am zweiten Pfosten zum Führungstor nutzte (29.), gekrönt durch eine Jubelpose gemeinsam mit Karim Hadri aus Hechtsheimer Zeiten. Moritz Freisler schlug nach Alexander Rimoldis Flanke prompt zurück (31.). Dann hatte Fukuhara nach Ömer Ers Hereingabe die Zeit, sich den Ball zum Siegtor zurecht zu legen (41.). Chancen für mehr Treffer gab es beidseitig genug. Meikel Melament vergab freistehend in der Startphase, Sengül im Konter per Picke (50.) und Beslic mit 30-Meter-Pfostenknaller (52.) verpassten das 3:1, Freisler nach Doppelpass (60.), Rimoldi per Kopf (79.) und Marc Beck aus der Distanz, stark pariert von Felix Pohlenz (84.), hatten die dicksten Gelegenheiten zum Ausgleich.

„Ich bin zufrieden mit Einsatz und Spielweise. Wir hatten unsere Torchancen, ihr Torwart hat alles verhindert“, zollt TuS-Trainer Ali Cakici Pohlenz Respekt, „beim 2:2 sind wir richtig dran. Der Schiedsrichter hat leider das Tempo aus dem Spiel genommen.“ Cotrainer Nermin Fakovic sah wegen Reklamierens erst Gelb und dann Rot (82.), Antonio Serratore holte sich die Ampelkarte ab (90.+1). Mindestens so sehr wie vom – handelsüblichen – An-der-Uhr-Drehen der Platzherren schien die TuS sich selbst aus dem Konzept zu bringen, womöglich aufgrund des selbst auferlegten Drucks, oben dran bleiben zu wollen. „Marienborn wollte unbedingt gewinnen“, blickt Yamashita auf die Aufregungen in und nach der Schlussphase, „sie haben viel Qualität, spielen mit Tempo in die Box rein. Aber das war ein richtig gutes Spiel von uns.“

FC Basara: Pohlenz – Okamoto, Okuno, Maki, Er – Ghatas, Cande – Hadri (78. Ouachchen), Sengül (68. Marzi), Fukuhara (89. Lautermann) – Beslic.

TuS Marienborn: Reinländer – Hofmann (75. Trapp), Beck (89. Weißmann), Moser, Quint – Serratore, Freisler – Schrimb (71. Klüber), Melament (51. Ritz), Rimoldi – Aliu (62. Wex).



Aufrufe: 020.11.2022, 21:30 Uhr
Torben SchröderAutor