Bingens Fabien Spreitzer (rechts) zieht energisch an. Der Pirmasenser Lennart Vogt kommt in dieser Szene nicht hinterher.
Bingens Fabien Spreitzer (rechts) zieht energisch an. Der Pirmasenser Lennart Vogt kommt in dieser Szene nicht hinterher. – Foto: Edgar Daudistel

Verbandsliga: Hassia verpasst die Entscheidung

Verbandsligist aus Bingen hat gegen FK Pirmasens II eigentlich alles im Griff, muss sich trotzdem mit 2:2 begnügen

BINGEN. Es war eine insgesamt engagierte Leistung, die das gesamte Team von Hassia Bingen auf dem Kunstrasen in der Verbandsliga gegen die zweite Mannschaft des FK Pirmasens zeigte. Und gerade deshalb fühlte sich das Endergebnis von 2:2 mit dem späten Ausgleich von Moritz Jung in der Nachspielzeit an wie eine Niederlage. Mann des Spiels auf Binger Seite war Dogukan Tüysüz. Der 19-Jährige, der im Sommer vom TSV Schott Mainz ans Hessenhaus gewechselt war, trug sich erst als Doppeltorschütze in die Liste ein, musste dann beim Stand von 2:0 mit einer Muskelverletzung raus, wird in diesem Jahr nicht mehr zum Einsatz kommen können.

Das Spiel gegen den Ball, der kämpferische Einsatz, das Verschieben. Alles funktionierte lange Zeit gut. Und auch die Zielstrebigkeit schien wiedergefunden. Marlon Pira mit einem Ballgewinn auf der rechten Seite, Patrick Schön legte zurück, Tüysüz vollstreckte ohne Mühe (19.). Damit war Sicherheit vorhanden, auch wenn offensiv nicht alles klappte. Joshua Iten kam nach Tüysüz-Freistoß einen Tick zu spät (29.), Ilker Yüksels Schuss wurde zur Ecke abgefälscht (41.).

Pirmasens nimmt die Geschenke an

Im zweiten Abschnitt war die Hassia 25 Minuten lang drückend überlegen. Lukas Engel tankte sich rechts durch, legte zurück, Tüysüz war da und erzielte das 2:0 (57.). Idan Shvartsburd, der für Tüysüz kam, hatte zwei Minuten nach seiner Einwechslung den dritten Treffer auf dem Fuß, verzog aber knapp (62.). Einen Freistoß von Patrick Schön verlängerte Iten. Richard Ofosu spritze in den Ball, traf nur den Pfosten (66.). Die Entscheidung schien nur eine Frage der Zeit.

Bilder zum Spiel gibt's hier.

„Pirmasens weiß diesmal nicht, wie sie noch zu diesem Punkt kommen konnten. Es ärgert mich kolossal, wie wir die Gegentore gefangen haben.“ Thomas Klöckner sprach die Entstehung der beiden Situationen an, die jeweils zu Eckbällen führten. Von „angestellt wie eine Schülermannschaft“ sprach Christian Klöckner wegen des „Gegentores, das wir in der letzten Minute bekommen haben“. Der Frust beim Brüderpaar auf der Binger Trainerbank war groß. Die Mannschaft hatte es verpasst, sich zu belohnen. Nicht zum ersten Mal.

Eigene Fehler werden sofort bestraft

Leichtfertige Ballverluste im Mittelfeld waren ausschlaggebend. Bei Gegentreffer Nummer eins (70.) kamen Zuordnungsfehler hinzu, verteidigten drei Binger am langen Pfosten, dennoch kam der Ball von dort zum blank stehenden Nico Schauß, der ohne Mühe einnickte. Bei Nummer zwei fand im Fünfmeterraum eine Vollversammlung statt. Irgendwie lag der Ball dann im Netz. Jung war wohl als Letzter am Ball. Mehr als diese beiden Chancen und einen Versuch von Lennart Vogt, den Ofosu energisch blockte (86.) hatten die Gäste nicht zu bieten. Die Binger dagegen waren mit ihren Kontern zwischen den beiden Gegentreffern stets gefährlich. Engels Versuch aus 16 Metern wurde abgefälscht (70.), der umtriebige Marlon Pira traf nach Zuckerpass von Yüksel aus vollem Lauf nur das Außennetz (80.).

Hassia Bingen: Schindler – Engel, Tasci, Spreitzer, Ofosu – Iten, Schön – Pira, Ürel (85. Abdulaj), Tüysüz (60. Shvartsburd) – Yüksel.



Aufrufe: 020.11.2022, 19:35 Uhr
Jochen WernerAutor