2026-05-15T09:36:57.455Z

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Verbandsliga: Für den FCA endet "eine schöne Zeit"

Der FCA Darmstadt hat vergeblich gehofft, jetzt ist der Abstieg aus der Verbandsliga besiegelt +++ Doch das Projekt der Arheilger könnte in anderen Vereinen weiterleben +++ Rot-Weiß Darmstadt mit Remis

von Oliver Strerath · Heute, 15:41 Uhr · 0 Leser
Abgestiegen: Der FCA Darmstadt (hier eine Szene aus dem Finale im Kreispokal) muss die Fußball-Verbandsliga nach drei Jahren wieder verlassen.	Foto: Peter Henrich
Abgestiegen: Der FCA Darmstadt (hier eine Szene aus dem Finale im Kreispokal) muss die Fußball-Verbandsliga nach drei Jahren wieder verlassen. Foto: Peter Henrich

Darmstadt. Die Hoffnung war nur von kurzer Dauer. Durch die 0:6-Niederlage gegen Pars Neu-Isenburg am vorletzten Spieltag ist der Abstieg des FCA Darmstadt aus der Verbandsliga Süd endgültig besiegelt. Die Arheilger hatten noch einmal gehofft, da die 0:6-Niederlage zuvor bei RW Frankfurt zu einem Sieg am Grünen Tisch werden kann – die Frankfurter hatten einen nicht spielberichtigen Mann eingesetzt. Doch stand die Entscheidung über die Wertung am Samstag noch aus. Nun bleibt letztlich egal, wie der Verband entscheidet.

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Mitabsteiger SG Langstadt/Babenhausen gab seine Partie kampflos an den VfR Groß-Gerau ab, da die Langstädter aufgrund personeller Probleme kein Team stellen konnten. RW Darmstadt musste sich mit einem Remis bei RW Walldorf II begnügen.

Die Enttäuschung war Luca Bergemann anzusehen. Noch Minuten nach dem Schlusspfiff, der den Abstieg der Arheilger quasi amtlich machte, saß der FCA-Trainer auf der Bank. "Es tut schon sehr weh. Wir haben alles versucht. Es lag sicherlich nicht an der Rückrunde. Aber es hat halt nicht gereicht", sagte der Coach, dessen Zeit beim FCA wie schon länger angekündigt nach dieser Saison endet.

Nur fünf Punkte hatten die Arheilger im ersten Saisonabschnitt geholt, dann aber eine Aufholjagd gestartet und 17 Zähler verbucht – diese Phase allein betrachtet, hätten sie den Klassenerhalt geschafft. "Aber die Aufgabe war letztlich zu groß", so Bergemann, der seinen Kader in der Winterpause noch einmal verstärkt hatte. Doch zuletzt gab es Rückschläge, die auf die Moral drückten. Die Niederlage gegen Bornheim, die Niederlage im Kreispokalfinale, die sportliche Niederlage in Frankfurt. Es fiel schwer, die richtige Motivation zu finden.

Was der FCA aber tat, beim Spiel gegen Pars stark begann und zu Chancen kam. Doch ein Fehler leitete dann das 0:1 ein, Nico Morreira Da Silva (21.) hatte für die Gäste getroffen, und damit die Niederlage. "Wir treffen eine falsche Entscheidung, kassieren das 0:1, und alles bricht zusammen", haderte Bergemann. Wenngleich sein Team nicht aufsteckte, auf den Ausgleich drängte. Doch mit dem zweiten Neu-Isenburger Treffer durch Kristijan Knezevic (45.+3) war die Luft bei den Gastgebern raus.

FCA-Spieler bei Walldorf und dem SV 98 im Gespräch

Da half auch die lautstarke Pausenansprache von FCA-Torwart Kaique Rocha Da Silva nichts. Zumal die Gäste durch Zoran Beronja (49./52.) schnell nachlegten, und der FCA die Gelb-Rote Karte gegen Alejandro Alvarez Melendez (54.) verkraften musste. Kays Iraqi (89.) und Knezevic (90.) erhöhten.

Den FCA wird es in Zukunft vorerst einmal nicht mehr in der Verbandsliga geben. Es schwebt ja überdies noch die drohende Insolvenz über dem Verein. Aber zumindest könnte der ein oder andere FCA-Spieler weiter in höheren Ligen am Ball sein. So sollen zum Beispiel Kapitän Vinicius Miranda De Oliveira und Gabriel Feth Flauzino bei RW Walldorf im Gespräch sein. Abwehrtalent Daniel Araujo Rocha habe bereits zwei Probetrainings bei der A-Jugend des SV Darmstadt 98 absolviert, der mit Blick auf die U21 bei den Lilien landen könnte, , die den Klassenerhalt in der Hessenliga gesichert hat.

"Es ist gut zusehen, wenn unser Projekt in anderen Vereinen weiterlebt", sagte Bergemann. Er sprach damit das Konzept des FCA an, Spieler aus Südamerika zu holen und ihnen hier die Chance zu bieten, sich zu empfehlen für höhere Aufgaben. Dann hielt der Trainer der Arheilger kurz inne und fügte an: "Es war eine schöne Zeit."

Die Begegnung war ein Spiegelbild der Saison der Darmstädter. Im Angriff vergab das Team einmal beste Chancen, in der Abwehr führte Naivität zu Gegentreffern. "Das war das alte Lied", haderte Darmstadts Trainer Dominik Lohrer: "Das 2:2 darf nicht fallen. Wir sind nicht in der Lage, das zu verteidigen. Und vorne haben wir Gelegenheiten für sechs Spiele. Wir haben wieder Punkte liegen lassen."

Das hatten die Darmstädter, die schon vor der Pause in Führung hätten gehen können. Das taten die Gäste dann im zweiten Abschnitt durch Philipp Christoph (53.), begünstigt durch eine Unstimmigkeit in der Walldorfer Abwehr. Die Führung hielt aber nur kurz, da die Gastgeber durch Marlon Koffler (56.) ausglichen. Und auch die zweite Führung der Darmstädter, die weitere gute Möglichkeiten hatten, durch Florian Zorn (60.) hielt nicht. Beim 2:2 durch Fabian Heidenreich (86.) sah die Gäste-Abwehr samt Torwart nicht gut aus. Kurz vor Schluss hatten die Darmstädter dann noch die Chance auf den Siegtreffer – es passte ins Bild, dass auch diese nicht genutzt wurde.