Tim Burghold war in der ersten Halbzeit der Rückhalt der Wallufer.
Tim Burghold war in der ersten Halbzeit der Rückhalt der Wallufer. – Foto: Hans-Jürgen Krabler

Verbandsliga-Derby: Burghold mit Bravour gegen Ex-Team

Wallufs Keeper hält gegen SV Niedernhausen zur Pause 0:0 fest – am Ende heißt es 3:0 für heimstarke Rheingauer

Region. Verbandsligist SG Walluf ist nicht zu bremsen: Das 3:0 gegen den SV Niedernhausen untermauert die ungeahnte Konstanz des Teams. Die Spvgg. Eltville wird es nach dem 0:3 in Dorndorf schwerer denn je haben, die Klasse zu halten. Der diesmal spielfreie FV Biebrich 02 muss nun zum VfB Marburg (So., 14.30 Uhr).

Bellin: Führung der Dosenöffner

„Das 1:0 war für uns der Dosenöffner“, fand SG-Akteur Tobias Bellin. Für Trainer Timo Sieben war es „der Türöffner“. In einer von beiden Seiten intensiv geführten und vom Schiedsrichtergespann um Simon Henninger hervorragend geleiteten Partie ging es von Beginn an vor 200 Zuschauern munter zur Sache. In der elften Minute ließ Wallufs Julius Buff durch einen 20-Meter-Lattentreffer aufhorchen. Doch Niedernhausen kam fortan immer stärker ins Spiel. Und zu guten Gelegenheiten. Es folgte fünf Minuten später gleich eine Doppelchance durch Maurice Burkhardt und Thomas Brewer, die der sehr gut aufgelegte Tim Burghold (ehemals beim SVN) im SG-Tor jedoch ebenso zweifach vereitelte. Zehn Minuten später wurde der Autalelf ein Abseitstor von Ivan Rebic zurecht verwehrt.

Direkt im Gegenzug (27.) passte Wallufs Löwer auf Nils Balder, der aber aus sieben Metern an Marlon Müller scheiterte. Die Gäste waren in der ersten Hälfte mindestens ebenbürtig, Timo Sieben sah sie sogar „spielerisch überlegen“.

Fünf Minuten nach Wiederanpfiff ging Brewers Schuss knapp links am Wallufer Tor vorbei. In feuchtem Novemberwetter kam aber nie das Gefühl auf, das die Partie 0:0 enden würde. Und so war es dann in der 64. Minute, als aus einer Drangperiode von Niedernhausen heraus der starke Niklas Berger für Walluf eine Ecke hereinbrachte, die der schnelle Tobias Bellin zur Vorlage mit dem Kopf vom kurzen Pfosten aus verlängerte und der mitgelaufene Innenverteidiger Rick Winnhauer zum überraschenden 1:0 für die Heimelf einschob. Da war er also, der Tür- oder Dosenöffner. Nach dem 1:0 war für Niedernhausens Marvin Kauer im Nachhinein betrachtet „die Luft raus“.

Balder mit der Vorentscheidung

In der Folge verteidigten die Rheingauer nämlich ebenso stark wie vorher. Für Wallufs Timo Sieben waren nach dem Spiel auch die beiden Innenverteidiger Rick Winhauer und Anton Prade die Spieler des Tages. „Sie haben die Niedernhausener über 90 Minuten toll weg verteidigt“. Walluf verlagerte sich nun auf Konter. Und so spielte der gerade eingewechselte Yannik Hünerbein in der 85. Minute einen ganzen feinen langen Pass nach links auf Reinhold Reichert, der wiederum Nils Balder bediente. Und der schob ganz trocken zum 2:0 ins Eck. Ein Konter wie aus dem Lehrbuch. Verständlich, dass die tapfer kämpfenden, aber glücklosen Gäste die Köpfe hängen ließen.

SGW festigt starken dritten Platz

Zwei Minuten später schickte der agile Niklas Berger mit langem Ball Tobias Bellin auf die Reise. Der war pfeilschnell in der eigenen Hälfte gestartet und nicht im Abseits. Somit ließ er Keeper Marlon Müller mit dem 3:0-Endstand keine Chance. Walluf festigt damit seinen starken dritten Tabellenplatz. Niedernhausen hat nun noch drei Spiele vor der Winterpause, um die anvisierte 30-Punkte-Marke zu erreichen – machbar nach der Leistung in Walluf. Für Niedernhausens Sportlichen Leiter Stephan Mohr „spiegelt das Ergebnis nicht ganz den Spielverlauf wider. Aber Fußball ist Ergebnissport. Walluf hat drei Tore geschossen und wir eben nicht“. Und weiter: „Wir hätten zur Pause führen müssen. Aber es war ein Spiel auf Augenhöhe. Walluf war am Ende besser.“

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Zur Frage, wer denn Weltmeister wird, antwortete er.“ Nicht Deutschland. Ich tippe einfach mal auf Brasilien“. Ebenfalls darauf angesprochen, antworteten übrigens Timo Sieben, Marvin Kauer und Thomas Bellin unabhängig voneinander mit „Deutschland“. Für die Wallufer geht es nun zum SV Zeilsheim (So., 15.30 Uhr), der SVN empfängt Donrdorf (So., 14.30 Uhr).

SG Walluf: Burghold; Johannes Buff, Winhauer, Berger, J. Dalbert, Prade, Bellin (90. C. Martin), Julius Buff, Reichert (88. Dahlen), Löwer (81. Hünerbein), Balder (90. Marc Krabler).

SV Niedernhausen: M. Müller; Berg, Smith, Rodwald, Brewer, Hossner, Kauer, Burkhardt, Waldraff, De Sousa (75. Frusteri), I. Rebic.

Tore: 1:0 Winhauer (64.), 2:0 Balder (86.), 3:0 Bellin (87.). – SR: Henninger (TuS Hornau). – Zuschauer: 200.

FC Dorndorf – Spvgg. Eltville 3:0 (2:0). – Aaron Bolela, Sebastian Clarysse, Ayoub El Hamsi und Georgij Bichinashvili waren bei den Rheingauern krankheitsbedingt kurzfristig zu ersetzen. Zudem waren einige der aufgebotenen Akteure nicht im Vollbesitz ihrer Kräfte. „Dorndorf hat uns auf dem kleinen Kunstrasen mit körperbetonter Spielweise den Schneid abgekauft. Wir haben einfach nicht die Kadertiefe, um die Ausfälle zu kompensieren“, sagte Eltvilles Teammanager Sven Klärner und folgerte: „Es war schwer und bleibt schwer, aber noch machbar. Dazu müssen aber alle Spieler zur Verfügung stehen.“ Die Rheingauer empfangen nun Breidenbach (So., 14.30 Uhr).

Spvgg. Eltville: A. Stubben; L. Scholten, Kodaira, Rüdiger, C. Lang, Abd Ali (75. Erdinli), Asgharpour Meinagh, Haxhosaj, Martin Lopez (46. D. Sarris), M. Klärner (65. Miller Gomez), Tajik.

Tore: 1:0 Park (88.), 2:0 Koochi (51.), 3:0 Kunz (86.). – SR: Kehne (Altenstadt). – Zu.: 130.



Aufrufe: 020.11.2022, 20:35 Uhr
Stefan Krey und Stephan NeumannAutor