
Es war ein stimmungsvoller Fußballabend in der Krefelder Grotenburg. Oberligist KFC Uerdingen gegen Drittligist MSV Duisburg – ein Derby, das es in der Vergangenheit gar nicht so häufig gegeben hatte, wie man denken mag. Am Ende siegte der MSV auf dem Platz, auf den Rängen kann man durchaus von einem Unentschieden sprechen.
Denn beide Fanszenen haben ihren Teil dazu beigetragen, dass es ein Abend wurde, der noch lange in Erinnerung bleiben wird. Die des MSV eher akustisch, durch den brachialen Support und melodische Fangesänge, die des KFC eher optisch, hatten die Uerdinger Anhänger doch die eine oder andere Fackel dabei. Insbesondere in den Minuten unmittelbar vor dem Anpfiff gingen zunächst eine Rakete los aus dem Block als Startsignal – und kurz danach gleich mehrere Fackeln an, die den KFC-Fanblock in rotes Licht und schwarzen Rauch hüllten. Während des Spiels war es erneut die KFC-Fanszene, die pyrotechnische Elemente einsetzte, vereinzelt waren auch später Bengalos zu sehen. Auch nach den Durchsagen des Stadionsprechers, die in solchen Fällen immer folgen, waren weitere pyrotechnische Elemente gezündet worden.
Und genau diese Fackeln könnten nun dafür sorgen, dass das Pokalduell noch ein Nachspiel für den KFC Uerdingen hat. Denn nach Informationen unserer Redaktion hat der Fußballverband Niederrhein die Einleitung des sportgerichtlichen Verfahrens gegen den KFC Uerdingen beantragt. Vor und während des Spiels seien insgesamt 27 Fackeln sowie eine Rakete gezündet worden.
Keine guten Nachrichten also für den finanziell nicht auf Rosen gebetteten KFC Uerdingen. Denn es ist davon auszugehen, dass eine Geldstrafe vom Verband folgen wird, schließlich sind die Verursacher klar dem KFC zuzuordnen. „Wir werden mit den Fans das Gespräch suchen. Dafür haben wir ja Fanbeauftragte“, sagte Pressesprecher Manuel Kölker. In der Situation, in der sich der Verein befinde, sei das natürlich etwas unglücklich.