2026-05-12T12:35:39.633Z

Allgemeines

Vengels-Duell im Pokal: „Konkurrenzdenken gibt es bei uns nicht“

Am Donnerstag spielen der TuS Xanten und Büdericher SV um den Moerser Kreispokal. Es kommt dann auch zu einem Bruderduell. Was Lukas Vengels sowie Jonas Vengels eint und was sie für ein Endspiel erwarten.

von Fabian Kleintges-Topoll · Heute, 08:30 Uhr · 0 Leser
Jonas Vengels (links) und sein Bruder Jonas treffen im Moerser Pokalfinale aufeinander.
Jonas Vengels (links) und sein Bruder Jonas treffen im Moerser Pokalfinale aufeinander. – Foto: Lukas Galle / Sascha

Wenn am Donnerstag um 17 Uhr in Kamp-Lintfort das Moerser Kreispokalfinale zwischen dem A-Ligisten Büdericher SV und Bezirksligisten TuS Xanten angepfiffen wird, kommt es auch zum Bruderduell mit Lukas sowie Jonas Vengels (35 und 34 Jahre alt).

Beide Stammspieler verbindet nicht nur der Fußball, sondern inzwischen vor allem das Leben als Familienvater. 2018 holten die Verteidiger den Kreispokal mit dem SV Sonsbeck. Ein Gespräch mit den zwei Routiniers über die Ausgangslage, den Saisonendspurt und ihre persönliche Zukunft.

Wie groß ist denn die Vorfreude auf das Endspiel zweier Überraschungsfinalisten?

Jonas Vengels Definitiv riesig. Für viele aus der Mannschaft ist es das erste Pokalfinale überhaupt. Vor vier Jahren stand Xanten schon mal im Halbfinale gegen Alpen, das war intern natürlich auch Thema.
Lukas Vengels Die Vorfreude ist immens groß. Beide hätten es verdient, ich möchte keine Prognose abgeben. Büderich hat es noch nie so weit geschafft. Allein die Teilnahme am Niederrheinpokal ist für so einen kleinen Dorfverein schon etwas ganz Besonderes. Wir verfolgen deswegen sogar intensiv, wie das Rennen in der Dritten Liga zwischen Duisburg und Essen ausgeht.

Beide mit Schwung ins Pokalfinale

Sie schwimmen zuletzt beide auf der Erfolgswelle. Wie nehmen Sie die aktuell starke Form mit ins Finale?

Jonas Vengels Das 5:3 gegen Dingden war ein wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt. Wir haben nur zwei der letzten zwölf Spiele verloren. Die Entwicklung stimmt. Früher wollten wir vielleicht manchmal zu schön spielen, weil wir oft oben mit dabei waren. Jetzt haben die Jungs verstanden, worum es im Abstiegskampf geht: in jeden Ball reinwerfen, kämpfen, zusammenhalten. Die Veränderungen unter dem neuen Trainer Mirco Dietrich tragen Früchte.

Lukas Vengels Wir sind gut drauf und wollen danach noch Budberg II und Lüttingen im Meisterrennen ärgern. Am Ende das Zünglein an der Waage zu sein, war für mich immer schon sehr reizvoll.

Statt auf Asche geht’s im Pokalfinale auf den Kunstrasen. Worauf wird es ankommen?

Jonas Vengels Wir nehmen die Favoritenrolle an, wissen aber auch, wen Büderich alles rausgeworfen hat. Wir müssen den Kampf annehmen. Ein frühes Tor wäre wichtig, um Ruhe reinzubekommen.

Lukas Vengels Xanten ist wie wir eingespielt, gehört sicher nicht in den Abstiegskampf, bringt aber die gleichen Tugenden mit. In so einem Spiel geht es nicht nur um individuelle Klasse, sondern um Teamspirit. Du musst 90 oder vielleicht sogar 120 Minuten alles in die Waagschale werfen. Wir wollen mit unseren ,Büffeln‘ vorne über Körperlichkeit und Tempo kommen. Am Ende entscheidet die Tagesform. Wir brauchen vor allem defensive Kompaktheit.

Entspannt ins Bruder-Duell

Wie läuft das Bruder-Duell im Vorfeld ab? Gibt es Kampfansagen?

Jonas Vengels (lacht) Da sind wir entspannt. Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns gegenüberstehen. Es ist schön, dass es jetzt so kurz vor dem Karriereende noch mal so weit ist. Konkurrenzdenken gibt es bei uns in der Familie nicht. Nach dem Spiel gibt es vielleicht mal einen Spruch – je nachdem, wer gewonnen hat.

Ihr Bruder David hört im Sommer als Torwart beim Xanten auf. Wie sieht Ihre sportliche Zukunft aus?

Jonas Vengels Wir sind keine 20 mehr. Ich habe noch mal für ein Jahr zugesagt. Wir wollen nächste Saison eine bessere Rolle spielen. Von der Mannschaft her ist das definitiv möglich.

Lukas Vengels Bei uns hat das Trainerteam um Frank Griesdorn für neuen Schwung gesorgt. Dieses familiäre Umfeld hatte ich bei allen Stationen und das weiß ich auch zu schätzen. Als ich im Januar Papa geworden bin, hat mir meine Freundin direkt den Rücken gestärkt und gesagt, dass ich noch ein Jahr machen darf (lacht). Die Knochen halten und es macht einfach noch Spaß.

Wie eng ist Ihr Verhältnis außerhalb des Fußballplatzes?

Jonas Vengels Durch Familie und Kinder ist die Zeit bei uns natürlich begrenzter geworden. Aber wir sehen uns regelmäßg und schreiben miteinander. Nach der Auslosung gab es auch gegenseitige Glückwünsche.

Lukas Vengels Wir verstehen uns sehr gut. Mit meiner Freundin habe ich auch einen guten Kompromiss gefunden. Donnerstags wird Germany’s Next Topmodel geguckt, am Wochenende wird neben den eigenen Spielen der Herzensverein Schalke unterstützt (lacht). Zwei Spieler kamen am Sonntag direkt vonder Aufstiegsfeier aus Nürnberg zum Platz. Das spricht auch für den Charakter in unserer Truppe beim BSV.

Sie standen auf dem Fürstenberg und beim SV Sonsbeck viele Jahre gemeinsam auf dem Platz. Wie sehr verfolgen Sie das Team von Heinrich Losing?

Jonas Vengels Die Verbindung bleibt groß. Unser Vater Bernd ist dort immer noch Torwarttrainer. Am Anfang der Saison ging der Blick noch nach oben. Nach einer langen Negativserie haben sie zum Glück die Kurve bekommen. Sonsbeck bleibt immer unser Heimatverein. Wir haben dort viele Jahre in der Jugend und bei den Senioren verbracht.