2026-04-03T19:57:16.526Z

Allgemeines

VAR-Frust und Debütjubel: Eintracht lässt Sieg liegen

Mijatovic trifft erstmals – doch Reichert und der Videoassistent bremsen die Löwen

von red · Heute, 09:08 Uhr · 0 Leser
– Foto: Pressefoto-Bildredaktion Eibne

Am Ende blieb ein Gefühl zwischen Erleichterung und verpasster Chance: Eintracht Braunschweig trennte sich am Ostersonntag im EINTRACHT-STADION mit 1:1 vom 1. FC Nürnberg – und hätte doch deutlich mehr mitnehmen können.

Vor 21.261 Zuschauern brachte Rabby Nzingoula die Gäste früh in Führung (17.), ehe Jovan Mijatovic mit seinem ersten Treffer für die Löwen ausglich (61.). Ein zwischenzeitlicher Freistoßtreffer von Mehmet Can Aydin wurde vom VAR einkassiert – und Nürnbergs Keeper Jan Reichert avancierte mit mehreren Paraden zum Spielverderber.

Dabei begann die Partie intensiv, aber nicht zwingend genug aus Sicht der Hausherren. Zwar setzte die Eintracht den Club früh unter Druck, doch zwingende Aktionen blieben zunächst aus. Stattdessen fiel das Gegentor nach einem eigenen Fehler im Aufbau – ein Muster, das Robin Heußer später klar benannte: „Wir schießen uns das Gegentor durch einen Ballverlust eigentlich selber rein.“

Auch insgesamt fiel das Urteil des Mittelfeldspielers deutlich aus: „In der ersten Halbzeit war es ein bisschen zu wenig, da haben wir zu wenig angeboten.“

Cheftrainer Lars Kornetka sah ähnliche Probleme: „Da waren wir taktisch in den Abläufen auch nicht ganz klar, haben zu viele Spielverlagerungen zugelassen und das Spiel nicht weit genug von unserem Tor weggehalten.“ Zudem habe man „zu viele Ballverluste“ produziert und „die Bälle zu schnell wieder hergeschenkt“.

Reaktion nach der Pause – und verpasste Belohnung

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich ein anderes Bild. Die Eintracht kam „gut aus der Kabine“, wie Kornetka betonte, wurde „griffiger“ und verlagerte das Spiel zunehmend in die Nürnberger Hälfte.

Zunächst jubelten die Löwen vergeblich: Aydins direkt verwandelter Freistoß wurde wegen einer Abseitsstellung von Mijatovic zurückgenommen. Doch wenig später zählte der Treffer – und diesmal saß er. Nach präzisem Zuspiel von Fabio Di Michele Sánchez vollendete Mijatovic eiskalt zum 1:1.

„Die zweite Hälfte war besser, da haben wir uns den Punkt verdient“, erklärte Heußer – und brachte damit die Kräfteverhältnisse nach der Pause auf den Punkt.

Die Eintracht drängte nun auf den Sieg, doch mehrfach stand Reichert im Weg. Erst lenkte er einen Kopfball von Kevin Ehlers an das Lattenkreuz, dann parierte er stark gegen Aydin und schließlich auch in der Nachspielzeit gegen den eingewechselten Lino Tempelmann, der nach langer Verletzungspause beinahe zum Matchwinner geworden wäre.

Tempelmann selbst ordnete seinen Auftritt emotional ein: „Mein Comeback heute war sehr schön und auch emotional.“ Und zur vergebenen Großchance sagte er selbstkritisch: „An einem guten Tag kann ich das Tor sicherlich machen.“

So blieb es beim Remis – ein Ergebnis, das niemanden so richtig zufriedenstellte. Kornetka haderte nicht nur mit der Chancenverwertung: „Für uns ist es superschade, dass es nicht für das zweite Tor gereicht hat.“ Auch eine Szene im Strafraum sorgte für Unmut: „Für mich ist klar, dass das ein Elfmeter sein muss.“

Dennoch überwog am Ende die pragmatische Sichtweise: „Es hätten uns drei Punkte natürlich besser getan, aber wir nehmen, was wir kriegen können.“

Auch Nürnbergs Trainer Miroslav Klose sprach von einem „intensiven und hektischen Spiel“ und räumte ein: „Vor allem in der zweiten Halbzeit war es zu wenig, wir haben nicht mutig genug Fußball gespielt.“

Mit nun 30 Punkten bleibt die Eintracht im engen Tabellenkeller der 2. Bundesliga unter Druck – nimmt aber zumindest einen Zähler mit, der im Saisonendspurt noch Gewicht bekommen könnte.

Eintracht Braunschweig – 1. FC Nürnberg 1:1
Eintracht Braunschweig: Ron-Thorben Hoffmann, Kevin Ehlers, Fabio Di Michele Sanchez, Mehmet Aydin, Andi Hoti, Johan Gómez (94. Fabio Kaufmann), Max Marie (69. Lino Tempelmann), Robin Heußer (94. Erencan Yardimci), Florian Flick, Grant-Leon Ranos (46. Aaron Opoku), Sidi Sané (25. Jovan Mijatovic)
1. FC Nürnberg: Jan Reichert, Berkay Yilmaz, Fabio Gruber, Luka Lochoshvili, Henri Koudossou, Tom Baack (69. Rafael Lubach), Adam Markhiyev, Rabby Nzingoula (80. Finn Becker), Julian Justvan (80. Javier Fernández), Piet Lasse Scobel (93. Adriano Grimaldi), Mohamed Alì Zoma (93. Justin von der Hitz)
Schiedsrichter: Tom Bauer (Neuhofen) - Zuschauer: 21000
Tore: 0:1 Rabby Nzingoula (17.), 1:1 Jovan Mijatovic (61.)