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[UPDATE]: Abbruch nach vier Platzverweisen – Sportgericht fällt Urteil

Ein Kreispokal-Halbfinale zwischen zwei Bezirksligisten nahm ein unrühmliches Ende.

von red · 24.04.2025, 12:00 Uhr · 0 Leser
Die Halbfinal-Begegnung zwischen Marokko Herne (rot, hier ein Archivbild) und dem FC Castrop-Rauxel musste abgebrochen werden.
Die Halbfinal-Begegnung zwischen Marokko Herne (rot, hier ein Archivbild) und dem FC Castrop-Rauxel musste abgebrochen werden. – Foto: Presse SF Wanne-Eickel / NEG&U

Halbfinale, Flutlicht, rote Asche – eigentlich waren die Bedingungen für einen wahren Pokalfight perfekt. Am Mittwoch letzter Woche standen sich die beiden Bezirksligisten FC Marokko Herne und FC Castrop-Rauxel im Halbfinale des Herner Kreispokals gegenüber. Doch der erste Finalist wird am "grünen Tisch" ermittelt werden müssen, denn die Partie wurde beim Stand von 4:1 für Castrop-Rauxel nach knapp 80 Minuten abgebrochen.

Was war passiert? Ein Marokko-Spieler sah in der 79. Minute die gelb-rote Karte. Infolgedessen sahen zwei weitere Akteure der Gastgeber die Ampelkarte, die Situation drohte zu eskalieren. Der Schiedsrichter Tim Zahnhausen schickte beide Teams gemäß dem neuen "DFB-Stopp-Konzept" in ihre Strafräume. Kurz darauf entschieden sich die Herner, nur noch zu acht, den Aschenplatz geschlossen zu verlassen.

Wie Marokkos Vereinschef und Interimstrainer Mustafa Mokhtari, der in Folge des Kartenhagels an der Seitenlinie selbst die rote Karte sah, den "Ruhr Nachrichten" bestätigte, entschied sich seine Mannschaft, die verbleibende Schlussphase nicht mehr bestreiten zu wollen.

Dies habe mit der "katastrophalen Leistung des Schiedsrichters", zutun gehabt, wird Mokhtari zitiert. "So eine Arroganz habe ich im Amateurfußball noch nicht erlebt. Die Entscheidungen des Schiedsrichters gegen uns waren heute überhaupt nicht nachzuvollziehen. Ich dachte wirklich, ich bin im falschen Film. Wenn so einseitig gepfiffen wird, warum sollst du da noch weiterspielen?"

Wie die "Ruhr Nachrichten", die selbst beim Spiel vor Ort waren, schildern, seien während der Begegnung "keinerlei einseitige oder problematische Entscheidungen" vom Schiedsrichter getroffen worden.

Wie das abgebrochene Halbfinale nun gewertet wird, entscheidet in naher Zukunft das Kreissportgericht. Alles andere als eine Entscheidung pro Castrop-Rauxel dürfte allerdings einer Überraschung gleich kommen.

"Es ist schade, dass dieses Halbfinale so enden musste", sagt Castrop-Rauxels Trainer Tino Westphal. Seine Mannschaft ging auf dem nassen Aschenplatz bereits nach sieben Minuten in Führung und erhöhte kurz vor dem Pausenpfiff auf 2:0. Doch keine 180 Sekunden später, konnte Marokko Herne vom Elfmeterpunkt verkürzen, sodass sich nach Wiederbeginn ein hitziges Spiel entwickelte. "Spielerisch war Marokko richtig gut – und hatte auch einige Chancen. Das 1:0 war unser Türöffner", so Westphal

Nach vier gleichverteilten Verwarnungen in Halbzeit eins, zückte Referee Zahnhausen vor der besagten ersten gelb-roten Karte gleich neunmal den gelben Karton, davon siebenmal an Marokko Herne. In der 64. Minute stellte der FC den alten Zwei-Tore-Abstand wieder her, ehe knapp zehn Minuten später die vermeintliche Entscheidung zum 4:1 fiel.

Update, 7. Mai:

Das Kreissportgericht hat knapp drei Wochen nach dem Abbruch sein Urteil gefällt. Wenig überraschend wird die Partie mit 2:0 für den FC Castrop-Rauxel gewertet, der damit ins Finale des Herner Kreispokals einzieht. Dem FC Marokko Herne wird der Spielabbruch durch das Verlassen des Feldes zur Last gelegt.

Im Finale wird der Tabellenzweite der Bezirksliga Staffel 10 auf jeden Fall als Underdog antreten. Den zweiten Finalplatz ermitteln heute (7. Mai, 19:15 Uhr) die beiden Westfalenligisten SpVgg Horsthausen und SV Wacker Obercastrop.