2024-04-12T13:41:07.504Z

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Untersuchungsverfahren gegen FCA-Vorstand eingestellt

Verfahren gegen Ex-Trainer des Frauenteams läuft weiter

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Die Stiftung Swiss Sport Integrity hat das Untersuchungsverfahren gegen den Vorstand des FC Affoltern am Albis eingestellt, wie sie in einer Mitteilung schreibt. Die mutmasslichen Missstände und eine mögliche Verletzung der Meldepflicht konnten im Rahmen des Verfahrens nicht ausreichend erhärtet beziehungsweise belegt werden. Derweil laufen die Untersuchungen gegen den ehemaligen Trainer des Frauenteams, dem von den Spielerinnen sexuelle Belästigung vorgeworfen wird, weiter.

Der Fall hatte vor einem knappen Jahr für viel Wirbel gesorgt: Die 1.-Liga-Frauen des FC Affoltern a/A waren im Februar 2022 praktisch geschlossen zurückgetreten, ihr Trainer ebenfalls. Der Verein gab sich zunächst bedeckt, ehe bekannt wurde, dass die ehemaligen FCA-Spielerinnen ihrem damals 65-jährigen Trainer verbale sexuelle Belästigung vorwarfen. Sie fühlten sich zudem vom Vereinsvorstand nicht genügend ernst genommen und unterstützt.

Anzügliche Bemerkungen und zweideutige Angebote

Eine der Spielerinnen (Name der Redaktion bekannt) zeigte FuPa Zürich WhatsApp-Nachrichten des Trainers und erzählte: "Einer Teamkollegin schrieb er, dass er oft an sie denke, sie vermisse und von ihr träume. Einer weiteren bot er an, einen Bluterguss 'herauszumassieren'." Auch mündlich machte der Trainer anzügliche Sprüche. Eine Spielerin soll er zuletzt sogar nach Las Vegas eingeladen und angeboten haben, die Kosten zu übernehmen, wenn sie das Hotelzimmer mit ihm teile. Nach diesem Vorfall hatten die Spielerinnen den Vorstand informiert, welcher wiederum die unabhängige Stiftung Swiss Sport Integrity als offizielle Meldestelle einschaltete.

Diese hat in der Zwischenzeit zahlreiche Befragungen betroffener Spielerinnen sowie der involvierten Vorstandsmitglieder durchgeführt und Dokumente geprüft. "Die mutmasslichen Verstösse gegen Artikel 3 (Missstände) und Artikel 4.3 (Meldepflicht von Personen mit einer besonderen Fürsorge- und Aufsichtsfunktion) des Ethik-Statuts des Schweizer Sports konnten im Rahmen des Untersuchungsverfahrens nicht ausreichend erhärtet beziehungsweise belegt werden", schreibt die Stiftung nun.

Neues Affoltemer Frauenteam im Aufbau

Das Urteil ist rechtskräftig, der Vorstand des FC Affoltern a/A somit entlastet. Wäre ein Verstoss gegen die Ethik-Statuten festgestellt worden, hätte das die Abberufung aus dem Vorstand zur Folge haben können. Der Verein informiert auf seiner Homepage ebenfalls über die Einstellung des Verfahrens und schreibt: "Der Vorstand steht unverändert voll hinter seiner Frauen- und Juniorinnen-Abteilung, welche fester Bestandteil des Vereins ist." Ein neues Frauenteam sei im Aufbau, die Juniorinnen hätten aber Priorität.

So erleichtert der FC Affoltern a/A über die Aufhebung des Verfahrens sein dürfte, ein bitterer Nachgeschmack scheint trotzdem zu bleiben. So schreibt der Verein auf seiner Homepage weiter: "Der FCA-Vorstand sieht davon ab, gegen die teilweise massiv beleidigenden, sachlich unwahren sowie persönlichkeits- und ehrverletzenden Aussagen einzelner Personen nachträglich vorzugehen."

Und die Spielerinnen, wie reagieren sie auf die Verfahrensaufhebung? Eine nicht namentlich genannte, ehemalige FCA-Spielerin äusserte sich im "Anzeiger aus dem Bezirk Affoltern" wie folgt: "Wir hätten nach den Vorfällen mit unserem ehemaligen Trainer die ­volle Unterstützung des Vorstandes gebraucht. Diese haben wir jedoch nicht erfahren – im Gegenteil, wir wurden belächelt und nicht ernst genommen. Aus diesem Fehlverhalten auf menschlicher Ebene haben wir unsere Konsequenzen gezogen und geschlossen als Team den Verein verlassen. Dass es schwierig sein würde, dem Vorstand juristisch etwas nachzuweisen, war uns bewusst."

Trainer fühlte sich falsch verstanden

Das Untersuchungsverfahren gegen den beschuldigten Trainer des Frauenteams ist nach wie vor im Gange. Wann mit einem Urteil zu rechnen ist, ist nicht bekannt. Wird ein Verstoss gegen die Ethik-Statuten festgestellt, kann eine vorübergehende oder dauerhafte Sperre ausgesprochen werden.

Als FuPa Zürich den beschuldigten Trainer im vergangenen Februar mit den Anschuldigungen gegen ihn konfrontiert hatte, bestritt er die gemachten Aussagen und WhatsApp-Chatverläufe nicht, fühlte sich aber falsch verstanden: "Ich bin ein offener, ehrlicher Typ, der sagt und schreibt, was er denkt. Wenn Offenheit und Ehrlichkeit als sexuelle Belästigung gelten, dann wird es der Frauenfussball in Zukunft sehr schwer haben, Trainer zu bekommen."

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Aufrufe: 031.1.2023, 07:00 Uhr
Sandra TrupoAutor