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lb/bj | AZ/AN – Foto: Daniel Frenken
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Stefan Schindler sorgt für die späte Erlösung

Landesliga 2: Rott gelingt in der Nachspielzeit der Ausgleich gegen Verlautenheide. Mariadorf feiert Sieg gegen Arminia.

Es lief bereits die Nachspielzeit, als der SV Rott noch einmal einen Eckstoß zugesprochen bekam. Anstatt den Ball vor das Tor zu flanken, entschied sich Kapitän Avdo Iljazovic jedoch dazu, den Ball flach in Richtung Sechzehnmeterlinie zu passen. Stefan Schindler eilte heran und bugsierte das Spielgerät gekonnt mit der Innenseite zum 1:1 in den rechten Winkel. Es war die letzte nennenswerte Aktion in der Nachholpartie des Landesligisten gegen Eintracht Verlautenheide.

Anschließend gab es kein Halten mehr, die Rotter feierten den späten Ausgleich wie einen Last-Minute-Sieg. „Ein Punkt ist besser als keiner“, verdeutlichte Rotts Trainer Frederique Casper hinterher. Auf der anderen Seite war verständlicherweise Frust angesagt. „Die Partie ist mit dem Tor des Monats so kurz vor dem Abpfiff äußerst unglücklich für uns gelaufen. Wir hatten Rott auf ihrem Platz am Rande einer Niederlage. Ein Sieg wäre für uns nicht unverdient gewesen“, resümierte hingegen Verlautenheides Coach Dennis Buchholz und ergänzte: „So fühlt es sich ein wenig wie eine Niederlage an.“

Philipp Blumenthal hatte die Gäste in Durchgang eins mit einem platzierten Flachschuss in Führung gebracht (17.). „Unter dem Strich hatte Rott mehr Spielanteile, wir aber die besseren Torchancen“, erläuterte Buchholz, der vor dem Spiel ein Remis unterschrieben hätte. „Es war eine hektische Begegnung. Am Ende des Tages geht die Punkteteilung in Ordnung, auch wenn der späte Ausgleich für uns natürlich glücklich war“, unterstrich Casper, der mit seinem Team am Sonntag bei Germania Teveren gefordert ist. „Teveren ist für uns immer ein unbequemes Pflaster. Ich kann mich nicht daran erinnern, dass wir dort schon einmal gewonnen haben.“ Die Germania hat nach fünf absolvierten Partien bislang erst drei Punkte eingefahren und hängt den eigenen Erwartungen als Tabellenelfter deutlich hinterher. Die Rotter haben ein Spiel mehr auf dem Buckel und sind momentan Fünfter mit acht Zählern.

Einen Einstand nach Maß feierte am Donnerstag Sebastian Wirtz. Bei seiner Premiere auf der Trainerbank von Alemannia Mariadorf beschenkte ihn sein neues Team mit einem Dreier. Der Landesligist setzte sich gegen Arminia Eilendorf mit 2:0 (0:0) durch. „Es war das erwartete 50:50-Spiel. Bis zur 75. Minute haben wir uns gut präsentiert, danach wurde das Spiel hektisch. Eilendorf hat dann Druck gemacht, und wir haben zwei oder drei katastrophale Fehler gemacht, die zu Gegentoren hätten führen können“, berichtete Wirtz.

Kurz nach dem Seitenwechsel brachte Yannik Voussen die Gastgeber in Front (46.). Den zweiten Treffer legte Elmehdi Majbour erst kurz vor dem Abpfiff nach (90.). Beide Treffer entstanden aus schnellen Umschaltaktionen der Mariadorfer, wie Wirtz weiter ausführt. Entsprechend enttäuscht zeigte sich Arminen-Coach Frank Küntzeler. „Wir haben ein richtig schlechtes Spiel gemacht“, sagte der Coach, der vor allem die Einstellung bemängelte. „Am schlimmsten war aber, dass wir nicht als Team aufgetreten sind. Das mache ich der Mannschaft zum Vorwurf. Ich werde mir das in dieser Form nicht mehr bieten lassen. Jeder hatte mit sich selbst zu kämpfen und hat seine Leistung nicht abgerufen – mit Ausnahme von Torwart Justin Strauch und Leo Kleiber.“

Viel Zeit zum Durchatmen haben die beiden Teams nicht. Bereits am Sonntag stehen sowohl für die Arminia als auch für Mariadorf die nächsten schweren Aufgaben an. Der Tabellensiebte aus Eilendorf empfängt den Achten Grün-Weiß Brauweiler. „Wir müssen das Mariadorf-Spiel jetzt schnellstmöglich aus dem Kopf bekommen und dann gegen Brauweiler eine bessere Einstellung an den Tag legen. An einigen Stellschrauben werden wir sicher drehen“, betonte Küntzeler, der Veränderungen in der Startformation ankündigte. „Die Leute, die hinten dran sind, wollen natürlich auch spielen.“

Eine äußerst hohe Hürde wartet auf Mariadorf. Der Tabellenzehnte ist am Sonntag bei Primus TuS Königsdorf gefordert, der bislang punktverlustfrei an der Spitze thront. „Wir müssen uns nicht verstecken und wollen wieder mit unserer Taktik zum Erfolg kommen“, sagte Wirtz selbstbewusst.

Auch auf den Kohlscheider BC wartet eine schwere Aufgabe. Der frisch gekrönte Heinsberger Kreispokalsieger und Tabellendritte Union Schafhausen gibt seine Visitenkarte am Samstagabend (18 Uhr) an der Hoheneichstraße ab. „Schafhausen ist eine Top-Mannschaft in dieser Liga“, sagt KBC-Coach Andreas Puzicha. „Wir brauchen einen Sahnetag, um etwas mitzunehmen.“ In Erftstadt kassierte seine Team zuletzt die erste Saisonniederlage (0:2), „uns hat ein wenig die Durchschlagskraft gefehlt“. Da passt es ganz gut, dass Stoßstürmer Timo Staritz nach seinem Infekt wieder zur Verfügung steht. Nur David Peters (Urlaub) fehlt.

Aufrufe: 09.10.2021, 06:00 Uhr
Henrik MüllerAutor

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