2026-05-29T11:52:36.002Z

Allgemeines

Unglücklicher Einstieg für den Heikendorfer SV in die Aufstiegsrunde

Erstes Spiel zur Landesliga endet mit 2:3 in der 97. Minute in Heiligenstedten

von Ismail Yesilyurt · Heute, 11:52 Uhr · 0 Leser
Cheftrainer Mark Hungerecker (Heikendorfer SV) und Co Linus Krebs stehen mit ihrem Team nun unter Zugzwang.
Cheftrainer Mark Hungerecker (Heikendorfer SV) und Co Linus Krebs stehen mit ihrem Team nun unter Zugzwang. – Foto: Ismail Yesilyurt

Für den Heikendorfer SV hätte der Auftakt in die Aufstiegsrelegation zur Landesliga kaum bitterer verlaufen können. Beim West-Vize TSV Heiligenstedten zeigte der Tabellenzweite der Verbandsliga Ost eine engagierte Leistung, stand am Ende jedoch mit leeren Händen da. Vor 300 Zuschauern verloren die Heikendorfer spät in der Nachspielzeit einen absolut verdienten Punkt und mussten sich mit 2:3 geschlagen geben. Zum Matchwinner für die Gastgeber avancierte Joker Sascha Behrens, dem in der 97. Minute der entscheidende Treffer gelang

Starke Anfangsphase der Gäste bleibt unbelohnt

Dabei reiste das Team vom Kieler Ostufer mit viel Selbstvertrauen an und setzte den Matchplan in den ersten Minuten perfekt um. Heikendorf bestimmte das Geschehen und ging folgerichtig früh in Führung: Nach feiner Kombination netzte Ayberk Kaya bereits in der 6. Spielminute zum 1:1-Führungstreffer für die Gäste ein.

HSV-Trainer Mark Hungerecker blickte trotz des bitteren Endes positiv auf die erste halbe Stunde zurück:

„Ja, wir verlieren 3:2 unser erstes Spiel in der Aufstiegsrelegation in Heiligenstedten. Unterm Strich dann natürlich extrem bitter, grad wie es zustande kam zum Ende hinaus. Ich glaub, es war schon ein intensives Match über 90 Minuten, hohes Tempo drin. Wir sind sehr gut reingekommen. Grad die ersten 30 Minuten waren wir das etwas bessere Team, haben so gut wie gar nichts zugelassen, sind früh in Führung gegangen durch Alper Kaya und haben es dann in der Folge verpasst, das zweite nachzulegen. Gute Chancen hatten wir durch Albo und Timo Martens.“

Unkonzentriertheiten bringen Heiligenstedten zurück ins Spiel

Die verpasste Chancenverwertung rächte sich noch vor dem Seitenwechsel drastisch. In der Schlussphase der ersten Halbzeit verloren die Heikendorfer plötzlich völlig den Faden und luden die Hausherren durch Unkonzentriertheiten zum Toreschießen ein. Erst schaltete Heiligenstedten bei einem Freistoß gedankenschneller und glich durch Paul Carow aus (32.). Nur fünf Minuten später fing sich der HSV nach einer eigenen Standardsituation einen klassischen Konter, den Marlon Bolten eiskalt zur 2:1-Pausenführung für den TSV nutzte (37.).

Für Hungerecker war der Rückstand zur Pause ein völlig unnötiger Nackenschlag:

„Wir sind dann in einer Phase relativ unkonzentriert. Ein schnell ausgeführter Freistoß von Heiligenstedten führt dann zum Ausgleich, wo wir ein bisschen gepennt haben. Und nach einer eigenen Standard kassieren wir dann einen Konter, wo wir das zweite Tor bekommen. Wir gehen dann mit einem Rückstand in die Halbzeit, was zu dem Zeitpunkt in meinen Augen relativ unnötig war.“

Prompte Antwort vom Punkt führt zu wildem Schlagabtausch

Die Heikendorfer zeigten sich nach dem Seitenwechsel jedoch keineswegs geschockt. Trainer Hungerecker bewies mit der Einwechslung von Dennis Lühr ein glückliches Händchen. Nach einem Foul an Tim Mordhorst zeigte Schiedsrichter Torben Dwinger auf den Punkt – der frisch eingewechselte Lühr behielt die Nerven und verwandelte den fälligen Foulelfmeter sicher zum 2:2-Ausgleich (55.).

Dennis Lühr (am Ball, Heikendorfer SV).
Dennis Lühr (am Ball, Heikendorfer SV). – Foto: Ismail Yesilyurt

ihrem Schlussmann Max Müller zu verdanken, der mit zwei sensationellen Paraden ein weiteres Gegentor verhinderte.

Hungerecker ordnete die zweite Halbzeit als Spiel auf Augenhöhe ein:

„In der zweiten Halbzeit machen wir recht früh das 2:2 durch einen Foulelfmeter. Danach war es ein relativ offener Schlagabtausch. Man hat schon für so ein Aufstiegsspiel gemerkt, dass beide Mannschaften relativ angespannt sind. Es war ein recht wildes Spiel. Trotzdem mit hohem Tempo und ja, zweimal hält Max Müller unseren Kasten sauber, wo Heiligenstedten hätte in Führung gehen können. Wir waren nicht mehr ganz so zwingend, aber ich glaub, es war trotzdem ein Spiel auf Augenhöhe. Und nach 90 Minuten wäre ein 2:2, glaub ich, auch gerecht gewesen, hätten beide Mannschaften unterschrieben.“

Drama in der XXL-Nachspielzeit und ein verweigerter Treffer

Die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, als das Schiedsrichtergespann eine üppige Nachspielzeit anzeigte. Genau in dieser Phase schlug das Pendel endgültig zugunsten der Gastgeber aus. In der 97. Minute lief der HSV erneut in einen Konter, den Sascha Behrens zum vielumjubelten 3:2 für Heiligenstedten über die Linie drückte. Doch das war noch nicht der Schlusspunkt: In der 100. Minute zappelte der Ball nach einem Heikendorfer Standard im Heiligenstedtener Netz – doch der Linienrichter versagte dem vermeintlichen Last-Minute-Ausgleich wegen einer Abseitsstellung die Anerkennung.

Der Heikendorfer Coach zeigte sich nach dem Schlusspfiff sichtlich frustriert über die Schiedsrichterentscheidungen in den letzten Minuten der Partie:

„So gibt es dann sieben Minuten Nachspielzeit. Ich weiß gar nicht, wo der Schiedsrichter da sieben Minuten herholt, aber das soll auch nicht der Grund für die Niederlage sein. Aber in der 98. kriegen wir dann das 3:2 ebenfalls nach einem Konter. In unseren Augen stark abseitsverdächtig. Wir schaffen es dann noch mal zurückzukommen – fast mit der letzten Aktion in der 100. Spielminute machen wir den Ausgleich. Aus dem Gewühl heraus drücken wir den Ball über die Linie und der Schiedsrichterassistent hebt die Fahne und so wird das Tor nicht gegeben. Ich hab da natürlich eine andere Sicht auf die Dinge. Dementsprechend sind wir natürlich sehr enttäuscht über den Ausgang. Den Punkt hätten wir jetzt gerne mitgenommen und hätten wir uns definitiv auch verdient gehabt.“

Der HSV-Druck steigt vor dem Duell in Eckernförde

Lange Zeit zum Trauern bleibt dem Heikendorfer SV allerdings nicht. In der engen Taktung der Aufstiegsrunde wartet bereits am kommenden Dienstag die nächste Pflichtaufgabe. Dann reist das Team nach Eckernförde, um gegen die zweite Mannschaft des TSB Flensburg anzutreten. Nach der Auftaktniederlage ist die Marschroute für die Hungerecker-Elf bereits klar vorgegeben.

Der Trainer richtete den Blick deshalb sofort wieder nach vorn und gab sich kämpferisch:

„Aber okay, so heißt es ja: einmal kurz schütteln. Dienstag geht es weiter in Eckernförde gegen den TSB und der Druck liegt natürlich jetzt schon bei uns. Da müssen wir dann auch gewinnen. Aber die Jungs haben sich gut präsentiert und waren heiß. Dementsprechend bin ich wohl bestimmt, dass es dann am Dienstag zu drei wichtigen Punkten kommt.“

Stimme zum Spiel

Mark Hungerecker (Trainer Heikendorfer SV)

TSV Heiligenstedten: Witten – Zemke (14. Smukowski), Bolten, Koopmann (62. Alou), Steinmann (85. terut), Bolln, Loft (71. Wulf), Schultz, Carow (62. Behrens), Matthiesen, Krüger.
Trainer: Stefan Pohlmann.
Heikendorfer SV: Müller – Marquardt, Jahnke (46. Klindt), Heinrich, Linus Morthorst – Botschatzke (46. Lühr) – Meenken (62. Jack Palm), Martens, Tim Mordhorst, Deutschbein – Kaya (77. Kracht).
Trainer: Mark Hungerecker.
Schiedsrichter: Torben Dwinger (SV Todesfelde).
Assistenten: Henning Grimm, Felix Butenschoen.
Zuschauer: 300.
Tore: 0:1 Ayberk Kaya (6.), 1:1 Paul Carow (32.), 2:1 Marlon Bolten (37.), 2:2 Dennis Lühr (55., FE), 3:2 Sascha Behrens (90.+7).