2024-05-24T11:28:31.627Z

Allgemeines
– Foto: Carsten Mumdey

Underdog TG Friedberg zieht ins Finale ein

Kassel legt vor - Türk Gücü reagiert eindrucksvoll

Hessenligist Türk Gücü Friedberg setzt sich in der ersten Halbfinalbegegnung gegen Regionalligist KSV Hessen Kassel mit 2:1 durch und qualifiziert sich für das Finale am 25. Mai, in der Frankfurter PSD Bank Arena.

Vor 1.200 Zuschauern begann die Begegnung wie zunächst erwartet: Der Favorit aus Nordhessen ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen, die Hausherren standen tief und lauerten auf Kontersituationen. Sercan Sararer war der Aktivposten beim KSV, konnte durch seine Kreativität immer wieder technische Akzente setzen in einer sonst zerfahrenen Partie.

Nach einem Foul an Gösweiner, schätzungsweise 30 Meter vom gegnerischen Gehäuse entfernt, tritt Sararer zum Freistoß an. Seine Hereingabe von der linken Seite segelt an Freund und Feind vorbei und überrascht TGF-Keeper Felix Koob. Das Leder landet im linken unteren Torwarteck. Kassel geht in der 25. Minute Führung und stellt somit die Weichen für das Finale.

Im Anschluss jedoch kommen die Jungs von Enis Dzihic immer besser in die Partie, gewinnen entscheidende Zweikämpfe und erarbeiten sich die eine oder andere Torchance. In der 32. Spielminute dann ein großer Aufreger: Nach einem Foul von Noah Michel an KSV-Außenverteidiger Amaniampong, tritt der Friedberger nochmal nach, erwischt den Neunzehnjährigen Kasseler mit den Stollen im Gesicht. Die Trainerbank der Gäste, in unmittelbarer Nähe, protestiert vehement und fordert die rote Karte. Schiedsrichter Yannick Stöhr zeigt allerdings nur das gelbe Karton - Michel bleibt den Hausherren erhalten.

Im Anschluss dann der Schicksalsschlag für die Nordhessen. Ausgerechnet Noah Michel, der von Sturmpartner Toni Reljic in die Tiefe geschickt wird, netzt gegen Kassel-Schlussmann Langhoff zum 1:1-Ausgleich. Kurz vor der Halbzeit erwischt Türk Gücü den Gegner eiskalt.

Türk Gücü mit Rückenwind - Kassel verzweifelt

Im zweiten Spielabschnitt ist der KSV nun nicht mehr wiederzuerkennen. Leichtfertige Ballverluste, technische Unfeinheiten und eine steigende Konteranfälligkeit prägen das Kasseler Spiel. Friedberg profitiert davon, erarbeitet sich mit Reljic und Michel immer wieder gefährliche Torchancen.

Ein erneuter Ballverlust Kassels vor dem eigenen Sechzehner löst den nächsten Hochkaräter aus. Zouaoui schnappt sich das Spielgerät in den Füßen von Amaniampong, serviert Reljic. Dieser legt sich den Ball zurecht, schnickt ihn auf seinen linken Fuß und schießt von der Strafraumkante Volley auf das Kasseler Gehäuse - unhaltbar für Keeper Langhoff. Der Underdog geht in Führung, der Jubel ist groß, ein Raunen geht durch das Burgeld-Stadion. Steht Türk Gücü vor der größten Sensation der Vereinsgeschichte?

Im Anschluss wirft der Gästetrainer Alexander Kiene alles in die Waagschale, bringt Zografakis, Meha und Bräunling. Im Schlussabschnitt verteidigt Friedberg immer tiefer, doch Spieler wie Izberovic oder der technisch versierte Yikilmaz gewinnen so gut wie jeden Zweikampf. Sararer und Zografakis, die Kreativabteilung der Nordhessen, können ihre Finesse bei den schwierigen Platzverhältnissen nicht ausnutzen. So bleiben nur noch die hohen Bälle auf Stürmer Gösweiner und den nach vorne gerückten 1.97-Riesen Kenny Weyh. Trotz der Einwechslungen und neuen taktischen Ausrichtung gelingt dem Regionalligisten kein Ausgleichstreffer mehr. Mit Schlusspfiff stürmen Trainerbank und Türk-Gücü-Anhänger auf den Rasen, um den "verdienten Sieg", wie Kiene ihn in der Pressekonferenz beschreibt und somit den Einzug ins Finale des Bitburger-Hessenpokals zu feiern. Eine Premiere für den Verein. Dzihic fehlen fast die Worte, der Stolz überwiege nach so einer Partie selbstverständlich, gibt der Taktiker zu.

Die ganze Begegnung gibt es hier im Re-Live.

Am Dienstag, 30. April, um 19 Uhr empfängt die SG Barockstadt Fulda-Lehnerz die Kickers Offenbach. Auch diese Halbfinalbegegnung wird im Livestream auf dem HFV-YouTube-Kanal übertragen.

Aufrufe: 025.4.2024, 18:31 Uhr
redAutor