
In der abgelaufenen Spielzeit blieb Germania Teveren II streckenweise hinter den eigenen Erwartungen zurück. Zwar gab es im ersten Saisonabschnitt Achtungserfolge – darunter Siege gegen den späteren Meister VfR Übach-Palenberg und Waldfeucht-Bocket – doch eine schwache Rückrunde ließ das Team auf Rang sechs abrutschen. Trainer Klaus Schiffgens zieht ein gemischtes Fazit: „Die Durststrecke nach der Winterpause war hart. Verletzungen, schlechte Trainingsbeteiligung und eine geringe Kaderbreite haben uns klar zurückgeworfen.“
Die mangelnde Konstanz führte zu vermeidbaren Punktverlusten, etwa gegen Süsterseel oder beim Tiefpunkt, der Heimniederlage gegen Selfkant II. Hinzu kam, dass Aushilfen aus der Ersten oft positionsfremd eingesetzt werden mussten. "Das geht dann in engen Spielen nicht gut", so der Cheftrainer, der mit einem guten Endspurt immerhin einen versöhnlichen Abschluss sah.
Die Vorbereitung auf die neue Saison läuft seit dem 13. Juli – allerdings unter provisorischen Bedingungen. Aufgrund des Umbaus des heimischen Stadions trainiert das Team derzeit im niederländischen Landgraaf. "Wir finden dort Top-Bedinungen", sagt Schiffgens, der sich trotzdem auf die Rückkehr ins modernisierte Heidestadion freut. Denn die neue Infrastruktur – Kunstrasen, ein sanierter Naturrasen ab 2026 und hochmoderne Kabinen – soll den Verein auch strukturell auf ein neues Niveau heben.
Trotz der Umstände zeigt sich die Trainingsgruppe motivierter als in der Vorsaison. „Die Jungs haben verstanden, dass schöner Fußball allein nicht reicht. Die Breite im Kader ist jetzt deutlich besser“, so der Trainer.
Das hat auch mit den Veränderungen im Kader zu tun. Verlassen haben den Klub unter anderem Abdoulie Cham (BC Oberbruch), Marvin Heinen (SV Scherpenseel), Shawn Wright (Germania Bauchem) und Kolly K., der den Fußball zunächst ruhen lässt. Zugleich gelang es der sportlichen Leitung, eine ganze Reihe von Neuzugängen zu verpflichten.
Alex Back kehrt zurück und soll mit seiner Torquote die Offensive beleben. Der mittlerweile 38-Jährige werde den Angriff "auf ein anderes Level heben", so Schiffgens. Aus Breberen kommt Nick Bienwald, vom FSV Geilenkirchen stoßen die Linksfüße Markus Abimbola und Fynn Lechner dazu. Ibrahim Ali (SV Jülich) sowie U19-Spieler Yousif Nawar erweitern das Aufgebot ebenso wie Justin Beckers und Lars Schiffgens, die künftig dauerhaft aus der ersten Mannschaft zur Reserve stoßen.
„Fast alle Neuzugänge kommen über persönliche Kontakte – das zeigt den starken Zusammenhalt im Team“, betont Schiffgens. Exemplarisch dafür: Ali und Nawar sind WG-Mitbewoher von Hatim Tyaba, der nach langer Verletzungspause wieder zur Verfügung steht.
In der neu strukturierten Kreisliga B, die in zwei 16er-Staffeln aufgeteilt wurde, will Germania Teveren II mehr als nur mitspielen. Der Trainer sieht sein Team in einem Favoritenkreis mit dem Absteiger Kempen, Randerath-Porselen, Gillrath, Haaren und dem Geheimtipp Heinsberg-Lieck, der mit talentierten A-Junioren überraschen könnte.
Klar ist: Germania Teveren II will sich oben festbeißen. „Wir gehören zu den Mannschaften, die sich berechtigte Hoffnungen machen dürfen“, so Schiffgens. Angesichts des neuen Umfelds und der verbesserten Kaderstruktur liegt die Messlatte höher als im Vorjahr. Doch die Lehren aus der letzten Saison scheinen gezogen – in knapp einem Monat gilt es.