2026-03-13T07:45:35.464Z

Spielbericht

Umstrittene Rote - Schwalenbergs "kleine Jungs" feiern

Am 20. Spieltag der Saison machte sich die SpVgg Geratal auf den Weg nach Gera und kehrte mit einem knappen 2:1-Erfolg zurück.

von André Hofmann · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
– Foto: Julius Schwalenberg

Geratal-Trainer Frank Schwalenberg zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit dem Auftritt seiner jungen Mannschaft: „Es war ein wichtiger Sieg. Letztendlich haben wir nach den ersten fünf Spielen zwei Siegen, zwei Niederlagen und ein Unentschieden. Wir können glücklich sein über die Siege in Nordhausen und bei Wismut mit unserer jungen und unerfahrenen Mannschaft."

Geratal begann die Partie mit überraschend viel Ballbesitz. „Die ersten 20 Minuten gehörten uns. Ich hatte schon erwartet, dass Wismut nach den letzten zwei Spielen selbstbewusster agiert. Doch sie haben tief gestanden und auf Konter gelauert“, berichtete Schwalenberg. „Wir hatten zwei gute Chancen, konnten sie aber zunächst nicht nutzen.“ Überraschend fiel dann das 0:1 für die Gastgeber. Niclas Kubitz traf mit einem Distanzschuss aus 25 Metern Volley ins Dreiangel. Schwalenberg: „Ein Traumtor, völlig aus heiterem Himmel – hatte sich so gar nicht angebahnt.“

Haases' Tränen - Geratal dann überlegen

Die Partie nahm dann eine entscheidende Wendung. In der 38. Minute sah Wismut-Torwart Christoph Haase nach einem Einsatz außerhalb des Strafraums die Rote Karte. Schwalenberg beschrieb die Szene: „Es war eine ‚Kann-Situation‘. Man muss nicht unbedingt pfeifen. Ein so erfahrener Keeper wie Haase muss wissen, dass er 25 Meter vor dem eigenen Tor vorsichtig sein muss.“ Von diesem Moment an übernahm Geratal das Spielgeschehen: „Ab der Roten Karte bestimmten wir das Spiel klar.“ Wismut-Trainer Rico Heuschkel kommentierte die Entscheidung aus Sicht der Gastgeber im Vereinsbericht: „Für mich war das nie und nimmer rot. Schon die Aussage des Assistenten, dass unser Schlussmann zuerst den Ball spielte und die Innenverteidiger auf gleicher Höhe waren, sagt mir, dass Gelb ausgereicht hätte.“ Haase verließ den Platz unter Tränen – seine erste Rote Karte in einer langen Laufbahn.

Historisch, aber auch umstritten: Die Rote Karte gegen Wismut-Keeper Christoph Haase.
Historisch, aber auch umstritten: Die Rote Karte gegen Wismut-Keeper Christoph Haase. – Foto: Julius Schwalenberg

In der 58. Minute gelang der Ausgleich. „Lennox schoss – ein fieser Aufsetzer –, und unser Routiniere Hannes Wollenschläger war der Erste am Ball. So fiel das 1:1“, schilderte Schwalenberg. Auch danach blieb Geratal am Drücker und belohnte sich kurz vor Schluss. Jeremy Tyrone Weisheit rückte zentral ein, setzte sich im Zweikampf stark durch und traf zum 2:1-Endstand. Schwalenberg zog ein ehrliches Fazit: „Kein schönes Spiel, Partie auf schwachem Niveau, man hat gesehen, warum die Teams da stehen, wo sie stehen. Aber ich bin stolz auf meine kleinen Jungs, dass wir dort vor dieser Kulisse bestanden haben.“

Fazit: Für die BSG Wismut Gera bedeutete die Niederlage eine verpasste Chance, den direkten Konkurrenten in der Tabelle zu überholen. Die Mannschaft zeigte kämpferische Leistung, konnte die Unterzahl nach der Roten Karte jedoch nicht mehr kompensieren. Für die SpVgg Geratal war der Erfolg extrem wichtig: Mit drei Punkten gegen einen direkten Konkurrenten festigten sie ihre Position und halten nach der Winterpause den Abstand zur Abstiegszone. Schwalenbergs junge Mannschaft holte in den fünf Partien nach der Pause bereits sieben Punkte. Vor allem die Siege bei Nordhausen und Wismut Gera zeigen, dass das Team gewachsen ist und auch schwierige Auswärtsspiele bestehen kann