– Foto: Thomas F. Starke

Umfrage-Ergebnis: So denken die Deutschen über Frauen in Herrenteams

Das Ergebnis zur fünften großen FuPa-Umfrage ist auf den zweiten Blick eindeutig.

FuPa hat eine Umfrage-Serie gestartet, in der aufgezeigt werden soll, was den Amateurfußball und seine Anhänger sowie Protagonisten wirklich bewegt. Fünftes Thema: "Sollen Frauen in Herrenmannschaften mitspielen dürfen?" Hier ist das Ergebnis:

Die Idee ist nicht neu, aber in den Niederlanden wurde sie vor einigen Monaten erstmals von einem großen nationalen Verband fest im Regelwerk verankert: Frauen dürfen bei den Männern mitspielen. Wenn sie denn wollen ...

Und wir haben uns gefragt: Wie sieht das Meinungsbild zu dieser Thematik wohl in Deutschland aus. Das Ergebnis wirkt auf den ersten Blick ausgeglichen. Von den 3359 Umfrage-Teilnehmern meinen etwas über die Hälfte (50,8 Prozent): "Nein, auf keinen Fall!" Im Fußballverband Baden war der Stimmen-Anteil dieser Meinung (64,4 Prozent) am größten, in Thüringen sahen es am wenigsten so (37,3 Prozent).

– Foto: Andreas Santner

Das ist aber nicht etwa gleichbedeutend damit, dass die andere Hälfte gemischte Mannschaften begrüßt. Etwa ein Viertel der Befragten würde würde das Szenario auf den Jugend-Bereich beschränken. Insofern sind drei von vier Befragten gegen Frauen im Herrenfußball.

"Wer auf eine solche Idee kommt, ist so weit weg von der Realität, wie ich von meiner ersten Millionen. Wir sind ein Verein, der in der glücklichen Lage ist, über sechs Kabinen zu verfügen. Aber selbst diese reichen an einem Wettkampftag nicht aus, wenn auf zwei Plätzen ein Spiel nach dem anderen ist. Wie bitte schön sollen dann noch Kabinen für die Damen vorhanden sein? ... Lasst doch bitte den Fußball in Ruhe mit all den neuen Ideen! Ihr macht mehr kaputt, als es nötig ist!" (Rainer Rethemeier)

Von dem guten Viertel, dass sich Frauen im Amateurfußball gut vorstellen kann, glauben mehr als die Hälfte daran, dass dies auch in höheren Ligen möglich sein könnte. Selbst, wenn es der DFB erlauben würde, wäre dies sportlich nur in seltenen Ausnahme-Fällen möglich – zumindest in Anbetracht der bekannten Leistungsunterschiede zwischen den Geschlechtern, die nicht nur durch das 7:0 einer U15-Junioren-Mannschaft gegen die australische Frauen-Nationalmannschaft, zum Zeitpunkt des Spiels immerhin Nummer fünf der FIFA-Weltrangliste, belegt wird.

– Foto: Andreas Santner

Während die Altersklassen bei unserer Umfrage keine nennenswerten Unterschiede im Ergebnis brachten, sieht das beim Geschlecht ein wenig anders aus. Während die Männer zu 54,3 Prozent gemischte Mannschaften komplett ablehnen, sind es bei den Frauen gerade mal 23,4 Prozent. Und dennoch gibt es kritische Stimmen natürlich auch im weiblichen Lager, hier eine differenzierte Meinung:

"Wenn die Leistung passen würde, warum nicht im Amateurbereich. Allerdings halte ich das für wenig wahrscheinlich. Ich befürchte eher, dass es dann Leute gibt, die auf die Einführung einer Quote kommen." (Dorothea P. Anhalt)

Dem pflichten andere Kommentarschreiber bei:

Dann gibts ne Frauenquote im Fußball oder meint jemand im Ernst, dass sich eine Mannschaft durch den Einsatz einer oder mehrere Frauen absichtlich schwächt? Und kommt mir nicht damit, dass die Frauen genau so gut sind. Körperlich passt das überhaupt nicht. (Norbert Bogatz)

Das Thema gemischte Teams hat jedenfalls zu emotionalen Diskussionen geführt – nicht nur auf sämtlichen FuPa-Kanälen. Und sie sind sicher noch nicht beendet. Das Ergebnis unserer Umfrage war auf den zweiten Blick hingegen ziemlich eindeutig.

Alle weiteren Umfragen auf einen Blick:

Teil 1: Was ist die größte Gefahr für den Amateurfußball?
➡️ Hier geht es zum Ergebnis!

Teil 2: In welcher Liga beginnt der Profi-Fußball?
➡️ Hier geht es zum Ergebnis!

Teil 3: Was sind die größten Probleme im Nachwuchsbereich?
➡️ Hier geht es zum Ergebnis!

Teil 4: Wer soll DFB-Präsident*in werden?
➡️ Hier geht es zum Ergebnis!

Aufrufe: 10.6.2021, 07:52 Uhr
Andreas Santner und Christian KurthAutor

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