
Dem SB Chiemgau Traunstein steht ein großer Umbruch bevor. Neben Spielertrainer Gentian Vokri verlassen den Verein weitere Leistungsträger.
Der SB Chiemgau Traunstein steht vor einem großen Umbruch. Im Sommer verlassen gleich mehrere Leistungsträger den Landesligisten – darunter auch Spielertrainer Gentian Vokri und das ehemalige FC-Bayern-Talent Julian Höllen. Nur wenige Wochen nach dem gesicherten Klassenerhalt in der Landesliga Südost tun sich beim SBC bereits neue Baustellen auf.
Neben Vokri und Höllen verlassen auch Sandro Discetti, Kenan Smajlovic und Kapitän Hannes Kraus den Verein. Während Kraus den Schritt in die Bayernliga (Kirchanschöring) wagt, zieht es Smajlovic nur ein halbes Jahr nach seiner Rückkehr aus Kufstein bereits wieder weg. Traunstein verliert damit nicht nur wichtige Akteure, sondern auch echte Identifikationsfiguren.
Discetti spielte seit der U15 für den Verein und machte unter Danijel Majdancevic seine ersten Schritte im Herrenbereich beim SBC. „Der Verein ist mir unglaublich ans Herz gewachsen. Ich habe hier meine besten Freunde kennengelernt“, sagte der 22-Jährige im Gespräch mit Fussball Vorort/FuPa Oberbayern. Dennoch folgt im Sommer der Abschied: „Es ist schade, dass sich die Wege trennen, aber es war unvermeidbar.“

Auch Spielertrainer Vokri fällt der Schritt alles andere als leicht. „Ich habe vier Jahre dort gespielt, hatte am Ende die zweitmeisten Spiele im Kader für den Verein. Die Mannschaft fällt jetzt ein wenig auseinander, das tut mir schon weh“, sagte der scheidende Spielertrainer.
Die Gründe für den Abschied von Vokri und Discetti decken sich größtenteils. „Es hat sich mit der Zeit ergeben, weil die sportlichen Interessen dann nicht mehr gestimmt haben“, erklärte Vokri. „Wir hatten in der Winterpause einen Wechsel in der sportlichen Leitung und dann wurde man sich über die Zukunft nicht einig.“
Ähnlich äußerte sich auch Discetti, ohne zu sehr ins Detail gehen zu wollen. „Es war alles nahezu perfekt“, sagte er. „Aber eine Person hat eine Position im Verein bekommen, die mich zu dem Schritt gebracht hat.“
Beiden war wichtig, klarzustellen, dass die Entscheidungen unabhängig voneinander getroffen wurden. „Die Entscheidung wurde von uns allen einzeln getroffen“, betonte Discetti. Auch Vokri stellte klar: „Ich bin zu keinem hingegangen und habe gesagt: ‚Der soll jetzt auch mit mir mitkommen.‘“
Es herrscht null Komma null böses Blut, besonders nicht den Mitspielern gegenüber.
Sandro Discetti nach seinem Abgang aus Traunstein
Trotz der Entwicklungen betonten beide, dass kein böses Blut gegenüber Mannschaft oder Verein herrsche. „Ich wünsche auch den neuen Trainern sehr viel Erfolg. Es herrscht null Komma null böses Blut, besonders nicht den Mitspielern gegenüber“, sagte Discetti.
Wie es sportlich weitergeht, ist aktuell noch offen. „Ich habe noch nirgendwo unterschrieben“, verriet Discetti. Auch Vokri bestätigte, dass zwar bereits Gespräche laufen, eine Entscheidung aber noch nicht gefallen sei. Zudem sei noch offen, ob er künftig weiterhin als Spielertrainer oder ausschließlich als Spieler weitermachen werde. „Da muss ich mir noch Gedanken machen“, erklärte der 27-Jährige.
Ein gemeinsamer Wechsel der Traunsteiner Abgänge sei zwar schwierig, aber reizvoll. „Natürlich wäre das cool“, sagte Vokri. „Dann hat man schon mal vier Freunde mehr, mit denen man irgendwo hinwechseln kann.“ Trotz des Abschieds schließen beide eine Rückkehr nach Traunstein nicht aus. Vokri könne sich das „auf jeden Fall vorstellen“, und auch Discetti ist nicht abgeneigt: „Sag niemals nie.“
Auf den SB Chiemgau Traunstein wartet nach dem geschafften Klassenerhalt damit nun die nächste große Herausforderung: ein personeller Neustart.