2026-03-13T07:45:35.464Z

Allgemeines

Ulfenbachtal: Aus JSG wird JFV

Eine jahrzehntealte Spielgemeinschaft im neuen Gewand: Der JFV Ulfenbachtal ist da. Was sich die sechs beteiligten Vereine von der Gründung eines Fördervereins versprechen.

von Markus Karrasch · Heute, 15:00 Uhr · 0 Leser
Die Führung des Jugendfördervereins Ulfenbachtal mit Vorsitzenden Sascha Thiemke (Aschbach, Mitte) und seinem Stellvertreter Arne Wilhelms (Affolterbach, Dritter von links). Weiter gehören dem Vorstand an: Kassenwartin Anja Schons, Schriftführerin Andrea Pecher sowie die Beisitzer Gregor Lohnert, Torsten Mattingly, Torsten Schmidt und Kai Horle. 	Foto: Sascha Thiemke
Die Führung des Jugendfördervereins Ulfenbachtal mit Vorsitzenden Sascha Thiemke (Aschbach, Mitte) und seinem Stellvertreter Arne Wilhelms (Affolterbach, Dritter von links). Weiter gehören dem Vorstand an: Kassenwartin Anja Schons, Schriftführerin Andrea Pecher sowie die Beisitzer Gregor Lohnert, Torsten Mattingly, Torsten Schmidt und Kai Horle. Foto: Sascha Thiemke

Grasellenbach/Wald-Michelbach. Die Jugendspielgemeinschaft (JSG) Ulfenbachtal ist eine der ältesten im Fußballkreis Bergstraße. Nach 50 Jahren wird sie aber am Saisonende Geschichte sein. Aus der JSG wird ein JFV, ein Jugendförderverein. Das beschlossen die sechs an der Spielgemeinschaft beteiligten Clubs SV Affolterbach, TSV Aschbach, SV Hammelbach, TSV Gras-Ellenbach, RW Wahlen und SV Scharbach.

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Welche Vorteile versprechen sich die Vereine? Während Spielgemeinschaften mangels genügend Kickern als Zusammenschlüsse aus der Not heraus gebildet werden und eigentlich zeitlich befristet sein sollen, erfüllt ein Förderverein ein anderes Ziel, den die Jugendordnung des Hessischen Fußball-Verbandes wie folgt definiert: „Für die Jugendlichen der angeschlossenen Vereine einen leistungsbezogenen Spielbetrieb zu ermöglichen, der anderweitig so nicht erreichbar wäre.“ Die Jugendarbeit solle intensiviert werden, macht der frisch gewählte stellvertretende JFV-Vorsitzende Arne Wilhelms klar.

Hinzu kommt: „Seit mehr als acht Jahren agiert die JSG nur nach außen als JSG Ulfenbachtal. Alle Pässe und der gesamte Spielbetrieb laufen auf den SV Affolterbach“, so Wilhelms. Mit dem JFV könnten nun „Kräfte besser verteilt und Strukturen eindeutiger aufgeteilt werden. Der JFV werde einheitlich nach außen auftreten, finanziell agieren und reagieren können.

Nico Hammann als bestes Beispiel

Soll eher leistungs- oder breitensportorientiert gearbeitet werden? Im Idealfall beides, sagt Wilhelms: „Unsere Kernaufgabe wird sein, die Kids für den Fußballsport zu gewinnen. Dann haben alle Vereine auch keine großen Spielersorgen. Natürlich freuen wir uns immer über Kinder, die in der JSG Ulfenbachtal angefangen und dann irgendwann in den Stammvereinen am Ball waren.“ Wilhelms verweist auch auf Spieler wie Nico Hammann, der Profi beim 1. FC Magdeburg war, oder Kinder, die in Nachwuchs-Leistungszentren bei Bundesligavereinen ausgebildet werden und in der JSG angefangen haben.

Welche Projekte sind geplant? Die bereits etablierten wie die Turniere Überwald-Cup und Überwald-Cup-Hallenmasters werden weitergeführt, ebenso die Fußballcamps. Geplant sind Kooperationen mit Schulen und auch Kindergärten. Ein besonderer Schwerpunkt: das Jugendschutzkonzept. Das Thema sei zwar gelebt worden, werde nun verstärkt in Blick genommen; die Trainer besonders sensibilisiert.

Wie viele Mannschaften wird der JFV ins Rennen schicken? Alle Altersklassen von Bambini bis A-Jugend können besetzt werden. Sie werden von mehr als 20 Trainern betreut.

Im Überwald gibt es mit dem 2013 gegründeten JFV Wald-Michelbach/Abtsteinach einen weiteren Förderverein, der - noch - von vier Clubs getragen wird, etwa 150 Nachwuchskicker in elf Mannschaften hat. In Wald-Michelbach, Grasellenbach und Abtsteinach leben weniger als 20.000 Menschen. Reicht da das Spielerangebot für beide JFV? Ja, meint Arne Wilhelms. Alle drei Gemeinden erfreuten sich am Zuzug neuer Mitbürger: „Davon profitieren beide.“ In Summe habe die JSG Ulfenbachtal in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht, sei vom Underdog zu der Anlaufstelle für Jugendfußball im Überwald geworden. „Wir haben bewiesen, dass Vereine, die im Seniorenbereich in Konkurrenz stehen, bei der Ausbildung von Nachwuchsspielern immer eine gemeinsame Sprache sprechen können.“ Die Gründer dieser „Notspielgemeinschaft“, wie Georg Maurer, hätten hier sehr vorausschauend gedacht „und die Vereinsbrille vorbildlich abgelegt“.