
Odenwaldkreis. Das kommt völlig überraschend: Verbandsliga-Tabellenführer SV Hummetroth hat sich von seinem Trainergespann getrennt. Auch der Nachfolger steht bereits fest.
Paukenschlag beim SV Hummetroth: Der Fußball-Verbandsligist hat sich nach dem 3:2-Sieg gegen den SKV Beienheim von seinem Trainerduo Richard Hasa und Zivojin Juskic getrennt und bereits einen Nachfolger gefunden. Das bestätigte Hummetroth-Mäzen Stefano Trizzino am Freitag.
„Die Philosophie zwischen Mannschaft und Trainer hat nicht so gepasst, wie wir uns das vorgestellt haben“, erklärte Trizzino die Beweggründe. „Ich habe ihre geradlinige und akribische Arbeit sehr geschätzt“, betont Trizzino mit Blick auf Hasa und Juskic, doch er habe ein Gefühl der Unzufriedenheit im Team vernommen. „Richi und Zivo sind Profis, und dieses Profihafte war vielleicht für den einen oder anderen – gerade der jungen Spieler – zu viel.“ Trizzino und der Sportliche Leiter Christopher Nguyen hätten das Gefühl gehabt, dass trotz Platz eins in der Verbandsliga als Aufsteiger der ein oder andere auf der Stelle trete.
Letztlich sei es ein Prozess gewesen, man habe immer wieder das Gespräch mit den beiden erfahrenen Trainern gesucht, so Trizzino. Zuletzt etwa nach dem Aus im Hessenpokal gegen Germania Ober-Roden. Schon im Sommer waberten Gerüchte um einen möglichen Trainerwechsel durch den Odenwald. Nun, ausgerechnet am Tag nachdem der Sprung an die Tabellenspitze (drei Punkte werden am Saisonende noch abgezogen) gelungen war, folgte der radikale Schritt.
Es ist nicht das erste Mal, dass Trizzino mit dem Zeitpunkt für einen Trainerwechsel überrascht. Auch Thomas Epp und Sandro Sirigu mussten trotz Aufstieg gehen. „Die Entscheidung kam für uns überraschend. Sie ist für uns schwer zu verstehen, aber wir akzeptieren sie so“, sagte Zivojin Juskic, der gemeinsam mit Richard Hasa die Geschicke beim SV Hummetroth leitete und am Freitag mit der Lilien-Traditionself in Barcelona weilt. Trainerkollege Hasa war am Freitag nicht zu erreichen.
Der Nachfolger für die beiden steht bereits fest. Artug Özbakir übernimmt den SV Hummetroth mit sofortiger Wirkung. Der 42 Jahre alte Frankfurter trainierte zuletzt den Wiesbadener Gruppenligisten VfB Unterliederbach, hatte im Mitte September überraschend sein Amt niedergelegt. Trizzino bestätigte, dass es schon in der Sommerpause Überlegungen gegeben habe, wie es auf der Trainerposition weitergehe. Letztlich entschied man sich, die Zusammenarbeit fortzusetzen. „Aber es hat sich nicht in die Richtung entwickelt, wie wir es erhofft haben“, so Trizzino, der die Entscheidung zur Trennung nicht an „Siegen und Niederlagen“ festmachen will. Nun gehe man einen anderen Schritt – im Sinne der Mannschaft, so Trizzino. Anders als Epp, Sirigu oder Hasa kommt diesmal kein großer Name im südhessischen Fußball.