
Vor knapp zwei Monaten hat es sich Max Helmli mit einigen Mitstreitern zur Aufgabe gemacht, für den verunfallten Oliver aus Königsbronn eine Spendenaktion ins Leben zu rufen. Die Tante des Schlussmannes des TSGV Waldstetten ist mit Olivers Mutter befreundet, es herrschte also stets eine persönliche Verbindung vor.
Zur Erinnerung: Im April des vergangenen Jahres brach sich der Zweijährige bei einem Unfall in Mexiko das Genick, erlitt in der Folge zwei Herzstillstände sowie einen Schlaganfall, ist dem Tod also gleich mehrfach entgangen. Oliver kämpft immer noch, das Lächeln ist mittlerweile auf sein Gesicht zurückgekehrt – und seine Eltern sind nach wie vor voller Hoffnung, Oliver weiter zurück ins Leben führen und begleiten zu können.
Gesagt, getan, die Aktion „Ein Los für Oliver“ war entstanden. Gemeinsam mit Vertretern der Nachbarvereine SG Bettringen und dem 1. FC Germania Bargau wurde die Aktion ins Rollen gebracht. Über Social Media und einigen Berichten in den Tageszeitungen nahm die Spendenaktion dann aber ungeahnte Ausmaße an, was Helmli nach wie vor beeindruckt: „Ich hätte niemals gedacht, dass wir eine solche Unterstützung erfahren würden, das ist alles immer noch unglaublich“, sagte der Schlussmann im Waldstetter Forum, als die finalen Lose der Aktion gezogen wurden. Denn darum ging es ursprünglich: Man konnte Lose kaufen und durchaus attraktive Preise aus dem Fußballbereich gewinnen. Immer mehr Institutionen und Vereine schalteten sich ein, planten Aktionen, ohne Lose zu kaufen – es war wie eine Lawine der Hilfsbereitschaft auf der Ostalb.
Beim Ziehen der Lose hatte Helmli auch noch einmal die Gelegenheit, die vergangenen Wochen Revue passieren zu lassen, denn es ist allerhand passiert. Unter anderem hat er Olivers Vater Stefan Staub kennenlernen dürfen, der einige Formalitäten in Königsbronn zu erledigen hatte, um schließlich vorerst nach Mexiko auszuwandern. In einem Video, was Helmli nun final erstellt hat, hat er Stefan Staub dazugeschaltet, der sich ausdrücklich für diese Aktion bedankt hat. Er selbst ist fast schon ein Medienstar geworden, war er doch unter anderem mit seiner Familie beim traditionellen Jahresrückblick von RTL, „Menschen, Bilder, Emotionen“, zu Gast. „Die Aktion ´Ein Los für Oliver´ ist eine unglaubliche Sache. Ich hatte anfangs von dieser Aktion gehört, jedoch die Größe nie abschätzen können. Ich dachte zunächst an eine Tombola bei einem Hallenturnier – und selbst das fand ich schon großartig“, sagte Staub lächelnd durch die Kamera. Er sei überwältigt gewesen von der Tatsache, dass sich jemand, den man eigentlich nicht persönlich kennt, sich dermaßen mit diesem Schicksal der Familie identifiziert habe. „Ich habe schon häufig ´Danke´ gesagt in den vergangenen Monaten und ich weiß, dass das nicht ausreicht. Wir sind aber dankbar, dass OIiver unter anderem mit uns Weihnachten feiern konnte in diesem Jahr, weil Menschen an uns und ihn geglaubt haben“, ergänzte Staub.
Staub wisse, dass diese große Unterstützung und Empathie nicht selbstverständlich seien und schickte noch einmal die liebsten Grüße auf die Ostalb. Für das Jahr 2026 heißt das Motto für die Familie Staub-Garcia weiterhin: Hoffnung. Unter anderem eine Stammzellentherapie in Chicago soll Oliver helfen, seinen Weg weiterzugehen, hin zu einem möglichst normalen Leben.
Max Helmli ist zwangsläufig näher an die Familie Staub-Garcia herangerückt, das gilt auch andersherum. „Am Anfang bin ich gestartet nach dem Motto: Kleinvieh macht auch Mist und ich wäre damals schon froh gewesen, wenn wir 5000 Euro zusammen bekommen hätten“, erinnert sich der TSGV-Schlussmann schmunzelnd. Rund um Weihnachten herum hat er nun den zunächst finalen Betrag genannt, nachdem er noch vor einigen Wochen einen Zwischenstand von knapp 30.000 Euro bekanntgegeben hatte. Danach hüllte er sich in Schweigen, um die Überraschung größer werden zu lassen. Die Summe betrug kurz vor Weihnachten über 73.000 Euro, die Helmli verkündet hatte. Noch im Dezember hatten die Menschen die Möglichkeit, weiterhin zu spenden, im Januar lässt er das Konto noch offen. Kurz nach dem Jahreswechsel dann aber gab Helmli eine Zahl bekannt, die alles Vorangegangene noch einmal toppte: Auf über 100.000 Euro ist die Gesamtsumme in der letzten Dezemberwoche angewachsen. „Ich bin nach wie vor überwältigt und bekomme immer noch Gänsehaut am ganzen Körper, wenn ich nur über diese wahnsinnige Summe nachdenke. Das alles ist einfach nur sensationell.“ Sensationell war unter anderem auch die Pfandbon-Sammelaktion der drei Edeka-Mangold-Supermärkte in Waldstetten, Straßdorf und Schwäbisch Gmünd. Hier konnte jeder niederschwellig seinen Beitrag leisten – und dieses Angebot wurde großartig angenommen: Über 2500 Euro sind alleine durch diese Aktion zusammengekommen.
Für die Verlosung haben sich die beiden Jugendspieler des TSGV, Jannis und Max, bereiterklärt, sich als Losfeen zu betätigen und die glücklichen Gewinner zu ziehen. Preise waren unter anderem ein Stehgrill, Freikarten für den Zirkus, Yoga-Gutscheine und natürlich eine Menge Preise rund um den Fußball, wie beispielsweise Bälle, Trikots oder Eintrittskarten für den FCH, VfB oder die Bayern. Es waren auch Raritäten darunter, wie handsignierte Fußballschuhe des Nationalspielers Robert Andrich von Bayer Leverkusen.
Diese Aktion hat somit nicht nur der Familie Staub-Garcia eine Menge gebracht, die Teilnehmerinnen und Teilnehmer durften sich am Ende auch noch über eine Menge hochwertiger Gewinne freuen. Und insgesamt sind alle Menschen auf der Ostalb gespannt, wie viel Geld am Ende für den kleinen Oliver zusammengekommen ist. Und Max Helmli ist es sicher auch, der es im Laufe des Januars wieder transparent kommunizieren wird, wie er sagte.