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U17-Meister Wael Mohya bleibt Borusse

Borussia Mönchengladbachs Sportdirektor Roland Virkus hatte zum Trainingsauftakt der Profis eine gute Nachricht von Talent Wael Mohya zu verkünden. Warum das den generellen Plan der Gladbach für die Zukunft unterstreicht.

von RP / Jannik Sorgatz und Karsten Kellermann · 07.07.2025, 18:00 Uhr · 0 Leser
Wael Mohya hat der Burussia seine Zusage gegeben.
Wael Mohya hat der Burussia seine Zusage gegeben. – Foto: Sascha Hohnen

Vor drei Wochen hat Wael Mohya bereits am Sehnsuchtsort der Gladbach-Talente einen großen Erfolg gefeiert: Beim 3:1 im Endspiel um die deutsche U17-Meisterschaft erzielte er im Borussia-Park gegen RB Leipzig das erste Tor. Nach dem Triumph war Mohya das Talent, das am meisten im Fokus der Berichterstattung stand – wegen seiner sportlichen Entwicklung, aber auch wegen der Gerüchte um einen Abschied aus Gladbach.

Am Sonntag verkündete der Klub unmittelbar vor dem Trainingsauftakt die Vertragsverlängerung mit dem 16-Jährigen, geboren am 31. Dezember 2008 und mit sieben Jahren vom SV Straelen gekommen. „Wael hat sich mit seiner ganzen Familie zur Borussia bekannt“, sagte Sportchef Roland Virkus. „Wir sind von den Qualitäten des Jungen überzeugt. Das wird der Weg der Borussia sein, jungen Spielern wieder diese Plattform zu geben.“

Und so kam es wenige Minuten später, als Mohya mit den Profis den Trainingsplatz betrat zum Auftakt der Vorbereitung. Er war jüngste Spieler auf dem Rasen, gefolgt von Kilian Sauck und Niklas Swider aus dem ebenfalls hoch eingeschätzten Jahrgang 2007. „Wir haben klar den Auftrag definiert, dass wir diese ‚Goldene Generation‘ entwickeln und durchbringen müssen. Den einen oder anderen Spieler müssen wir im großen Stadion sehen, das ist das Ziel“, sagte Virkus. Der Manager trainierte in der Saison 2008/09, bevor er Nachwuchsdirektor wurde, die letzte „Goldene Generation“ Borussias.

Ein großes Erbe

Aus den 1992ern ging Marc-André ter Stegen hervor, Julian Korb setzte sich durch in Gladbach, Elias Kachunga gelang das nicht, während Yunus Malli nach der Jugend zum FSV Mainz 05 wechselte. In der Saison 2013/14 deckte Borussia, der Höhepunkt in der Zeit der modernen Nachwuchsleistungszentren, rund ein Drittel aller Einsatzminuten mit Eigengewächsen ab. Das noch einmal zu erreichen, dürfte ein Ziel sein.

Von den 23 Spielern auf dem Platz waren am Sonntag zwölf maximal 22 Jahre alt, Joe Scally befand sich im genau in der Mitte. „Mehr Zeichen als das kann man nicht zeigen“, sagte Trainer Gerardo Seoane. „Junge Spieler brauchen Zeit, sie brauchen Erfahrungen und müssen sich durchsetzen gegen ihre Mitspieler. Aber es ist ein wichtiger Bestandteil, unserer Philosophie, sie zu integrieren.“

Erfolge geben recht

Vor einiger Zeit habe Borussia die Weichen gestellt, auf diesen Weg zurückzukehren. „Mit der Meisterschaft in der U17 haben wir erste Früchte geerntet“, sagte Virkus. „Wir dürfen nicht vergessen, dass auch die U19 eine sehr gute Saison gespielt und sehr unglücklich im Elfmeterschießen an Werder Bremen gescheitert ist.“ Aus der U19 war neben Sauck bereits Fritz Fleck im Sommer in die U23 befördert worden. Er ist derzeit noch angeschlagen und soll bald zur Vorbereitung der Profis stoßen und möglichst auch im Trainingslager dabei sein.

Je nach Entwicklung der Personalsituation und Transferperiode könnte weitere Talente hinzukommen. „Die Saison im Jugendbereich ist im Prinzip gerade erst beendet“, sagte Virkus. Die neue U17, U19 und U23 haben sich gerade erst konstituiert, die Trainer Mihai Enache, Oliver Kirch und Eugen Polanski bleiben. Ihnen kommt in nächster Zeit eine besonders wichtige Aufgabe zu. Denn Ziele für die neue Saison der Profis wollte Virkus am Sonntag noch nicht verkünden.

Wenn es um Ambitionen geht, lag der Fokus auf der Jugend. „Borussia muss zurück zum ‚Fohlenfußball‘. Das ist die Strategie“, sagte Geschäftsführer Stefan Stegemann. „Wir wollen junge Talente entwickeln und besser machen. Möglicherweise werden wir sie nicht immer halten können, aber wir wollen wieder der Verein sein, der Borussia war.“ Das sei der Weg für die nächsten drei bis fünf Jahre. „Mut zur Jugend – das ist eine ganz dicke Überschrift“, sagte Stegemann.