2026-02-20T12:29:42.904Z

Allgemeines

Typisch KFC Uerdingen – oder doch nicht?

Mit dem Pflichtspielstart in das Jahr 2026 kann der Oberligist KFC Uerdingen sehr zufrieden sein. Dabei fielen mehrere Dinge auf.

von Marvin Wibbeke · Heute, 09:00 Uhr · 0 Leser
Der KFC Uerdingen hat sich souverän beim SV Biemenhorst durchgesetzt.
Der KFC Uerdingen hat sich souverän beim SV Biemenhorst durchgesetzt. – Foto: IMAGO/ Klumpen Sportfoto

Wenn bei Spielen von Rapid Wien die Uhr sich der 75. Minute nähert, wissen alle, dass es gleich richtig zur Sache gehen wird. Dann beginnt die sogenannte „Rapid-Viertelstunde“, die Anhänger des Klubs vor einigen Jahren gar als immaterielles Weltkulturerbe eintragen lassen wollten. Beim KFC Uerdingen gibt es so etwas nicht. Aber wenn man in dieser Saison von einer „KFC-Viertelstunde“ sprechen möchte, dann lässt sich ebenfalls eine 15-minütige Phase identifizieren, in der die Uerdinger besonders effektiv sind.

So hat eine Auswertung von FuPa ergeben, dass der KFC Uerdingen in diesen 15 Minuten besonders effizient spielt. Sieben Tore hatte der KFC bis zum vergangenen Wochenende in dieser Phase vor der Pause erzielt, und erst eines kassiert. Insofern ist es nicht überraschend, dass der Führungstreffer beim SV Biemenhorst auch in genau diesem Zeitraum fiel. Typisch KFC, könnte man also sagen.

Alex Lipinski ist eine Bank

Und es gibt noch weitere Punkte, die dafür sprechen würden. So war es wieder einmal Alexander Lipinski, der für den KFC traf. Sein neunter Saisontreffer bereits. Zusammen mit Etienne-Noel Reck führt er die vereinsinterne Torjägerliste an. Typisch für den KFC ist auch, dass der Treffer durch eine Standardsituation fiel. Der verwandelte Elfmeter war bereits der sechste Strafstoß, den Lipinski in dieser Saison verwandelte. Bei sechs Versuchen eine makellose Bilanz.

Und Standard-Tore sind ebenfalls eine Spezialität des KFC Uerdingen. In der Hinrunde waren immerhin 35 Prozent der eigenen Tore im Anschluss an ruhende Bälle gefallen. Dass es wieder einmal Reck und Lipinski waren, die die ersten beiden Treffer für die Uerdinger erzielten, dürfte ebenfalls niemanden überraschen. Schließlich sind die beiden im Duo für mehr als die Hälfte der KFC-Tore in dieser Saison verantwortlich. Zünden die beiden nicht, haben die Uerdinger ein Problem.

Und dann wäre da noch die stabile Defensive. Die ist in dieser Saison wahrlich eine Stärke des KFC. Kleinere Unsicherheiten bekommt die Defensivreihe untereinander zumeist ausgebügelt, und wenn die Verteidiger doch mal überwunden werden, ist da immer noch Jonas Holzum, der eingreifen kann. So haben die Uerdinger in dieser Spielzeit die zweitwenigsten Gegentore kassiert, in diesem Jahr gewann der KFC sogar beide Spiele zu null.

Sieg in Biemenhorst nicht typisch

Doch in gewisser Hinsicht war der 4:0-Sieg des KFC in Biemenhorst auch alles andere als typisch für den bisherigen Saisonverlauf. Denn bis auf den klaren 6:1-Erfolg im Hinspiel hatte sich der Klub nur selten als Tormaschine gezeigt. Immer wieder hatte Trainer Julian Stöhr deshalb die Chancenverwertung in den Fokus gerückt, die ausbaufähig sei. Gegen Biemenhorst hat dies allerdings vorzüglich funktioniert. Neben den beiden Elfmetertoren nutzten Reck und Ephraim Kalonji die wenigen sich bietenden Möglichkeiten eiskalt aus, um dem SV Biemenhorst den Stecker zu ziehen. Spätestens nach dem 3:0 aus Krefelder Sicht war auch die Dominanz, die man in Phasen der Hinrunde vermissen ließ, wieder da. Ohne allerdings zwingend weitere Torchancen herauszuspielen, kontrollierte Uerdingen Ball und Gegner.

Eine Befreiung könnte der Sieg auch für Ephraim Kalonji gewesen sein. Der hat seine ersten beiden Scorerpunkte in der Liga sammeln können, nachdem er bereits im Pokal und in Testspielen erfolgreich war.