
Grafing verpasst Entscheidung in wichtigem Spiel gegen den Abstieg, SCBV hofft noch immer trotz harter Ausgangslage gegen TSVG.
Weder der SC Baldham-Vaterstetten noch der TSV Grafing haben in der Kreisliga 1 (München) den Klassenerhalt zwei Spieltage vor Ende der Saison in der Tasche. Mit dem Punktgewinn gegen den SC Bogenhausen war der Grafinger Coach deshalb alles andere als zufrieden, weil ein Heimsieg im Nachhinein für die Entscheidung und viel Erleichterung gesorgt hätte.
„Es fühlt sich eher wie eine Niederlage an“, sagte Max Burgis nach dem 2:2-Remis. Wofür es laut des Übungsleiters gleich mehrere Gründe gab.
Zum einen sei man die bessere Mannschaft gewesen. „Aber wir haben es wieder nicht geschafft, uns dann mit drei Punkten zu belohnen und den Vorsprung über die Zeit zu bringen.“ Ausgerechnet Torhüterin Iris Cuka, sonst eine der Stützen des Teams, unterlief ein unglückliches Eigentor zum 1:1. Daran wollte Burgis den verschenkten Sieg aber nicht festmachen. „Wir hatten genug Chancen, um auf 3:1 zu erhöhen.“
Doch dann folgte, was „typisch für den Fußball ist“, beklagte der Grafinger Trainer: „Kurz vor Ende kassieren wir dann das 2:2.“ Noch dazu durch einen Strafstoß in der vorletzten Minute.
Den Türspalt, den Grafing ihnen offen gelassen hatte, konnten die Baldhamer Fußballerinnen nicht weiter aufstoßen: Die Chancen der SCBV-Ladys auf den Klassenerhalt sind auf eine theoretische Größe geschrumpft. Sechs Punkte sind noch zu holen, der Grafinger Nichtabstiegsplatz fünf Zähler entfernt.
„Wenn man es realistisch sieht, ist es natürlich gelaufen“, sagte Stefan Schunck nach der 14. Niederlage im 16. Spiel. „Aber wir geben nicht auf, solange es rechnerisch möglich ist, werden wir nochmal alles geben.“ So wie gegen den TSV München-Solln, als man mehr als ordentlich mitgehalten hatte, aber nicht vom Glück verfolgt war. „Wir hatten zwei dicke Chancen, aber die leider nicht genutzt. Wer weiß, wie es gelaufen wäre, wenn . . . “
Besonders tragisch würden weder der Baldhamer Coach noch die Spielerinnen die sportlich prekäre Situation nehmen. „Klar, niemand steigt gerne ab“, erklärt Schunck, „aber wenn man bedenkt, dass wir zwei gestandene Mannschaften zusammengefasst haben, sechs Kreuzbandrisse und einige Abgänge hatten, die jetzt höherklassig spielen, wird die Lage erklärbar. Hauptsache, der Spaß geht nicht verloren und die Mädels sind über den Fußball hinaus ein Team.“ (Julian Betzl)
Tore: 1:0 (9.) Mariya Brambarova, 1:1 (14.) Iris Cuka (Eigentor), 2:1 (37.) Sandra Moleh, 2:2 (89.) Mona Niethammer (Elfmeter). Grafing: Cuka, Neckermann, Seibold, Vogel, Maier, Wieser, Oswald, Brambarova, Moleh, Köll, Geiling – Bürgmayr, Brandl, Lederhuber.
Tore: 0:1 (56.) Christina Franz, 0:2 (81.) Franz. SCBV: Von Stein, Weigang, Schunck, Rosebrock, Klinger, Felbermair, Chris. Landgraf, Maier, Schmidt, Haage, Tsola - Sieger, Sarfert, Fleischmann, Stähle. (Julian Betzl)