Der SV Hilden-Nord ist aufgestiegen.
Der SV Hilden-Nord ist aufgestiegen. – Foto: Hermann Tautrims

SV Hilden-Nord steigt in die Kreisliga A auf

Das Team von Ismet Zabeli macht im Relegations-Rückspiel der Kreisliga B den 0:1-Rückstand aus dem ersten Duell mit dem TV Grafenberg wett. Trotz zweier Roten Karten siegen die Einheimischen 4:2. Dann wird es unschön.

Die Entscheidung um den Aufstieg in die Kreisliga A zwischen dem SV Hilden-Nord (SVN) und dem TV Grafenberg (TVG) wurde nach dem knappen Hinspiel (1:0 für den TVG) zu einer hartumkämpften Angelegenheit. In der Anfangsphase entwickelte sich vor rund 400 Zuschauern eine ausgeglichene Partie mit Halbchancen auf beiden Seiten.

Doch dann ging es los. In der 17. Minute schweißte SVN-Kapitän Avni Zabeli einen Freistoß aus zentraler Position unter die Querlatte – 1:0. Anschließend schnürten die Schützlinge von Trainer Ismet Zabeli die Grafenberger in deren eigener Hälfte ein und kamen zu zahlreichen hochkarätigen Torchancen. Nach einer Ecke von Onur Kocak war Hildens Regisseur Tobias Nassen per Kopf zur Stelle und ließ TVG-Keeper Tomiak beim 2:0 keine Abwehrchance. Nachdem Nassen im Strafraum von den Beinen geholt worden war, verwandelte der herausragende Benjamin Prah den Elfmeter in sicherer Manier unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff von Schiedsrichter Pawlowsky zum vielumjubelten 3:0 (45.), das seitens einiger SVN-Anhänger bereits wie der Aufstieg gefeiert wurde.

Nach dem Wiederanpfiff ergaben sich die Gäste keineswegs ihrem Schicksal, sondern das Hildener Abwehrbollwerk leistete hervorragende Arbeit gegen die Gäste-Offensive – in der 50. Minute rettete die Querlatte für den Norder Keeper Szymon Uszycki. In der 62. Minute musste Kapitän Zabeli nach einem Ellenbogenstoß und der fälligen Roten Karte den Platz verlassen. Sieben Minuten später erzielte Moritz Flieg per Kopf das 1:3 – jetzt war wieder alles offen. Die Grafenberger stürmten mit Mann und Maus – allerdings ohne probate Mittel gegen die starke Defensive. Zehn Minuten vor dem Ende einer hektischen Partie schloss Prah ein Solo eiskalt zum 4:1 ab (80.), ehe er zwei Minuten später nach einer Tätlichkeit ebenfalls die Rote Karte sah (82.). Leon Pfau betrieb für den TVG in der Schlussminute lediglich Ergebniskosmetik.

Tritte und Schläge nach Abpfiff

Nach dem Schlusspfiff herrschte unbeschreiblicher Jubel, und Trainer Ismet Zabeli musste zunächst kräftig durchatmen: „Unser Kampfgeist und die nötige Cleverness haben uns heute den Sieg beschert. Ich bin stolz, dass mir die Jungs in den letzten Jahren ihr Vertrauen geschenkt haben.“ Bitterer Beigeschmack: Nach den Feierlichkeiten auf dem Platz rannten einige Zuschauer und Spieler zu den gegenüber befindlichen TVG-Anhängern, und es gab tumultartige Szenen mit Schlägen und Tritten, auch ein Polizeiwagen wurde gesichtet. Das war ein unnötig unschöner Abschluss.

Aufrufe: 027.6.2022, 15:30 Uhr
RP / Thomas SchmitzAutor