Abteilungsleiter Michael Koch (l.) konnte bei der Meisterfeier mit Maximilian Koch einen Neuzugang verkünden, der vom SV Pfatter kommt.
Abteilungsleiter Michael Koch (l.) konnte bei der Meisterfeier mit Maximilian Koch einen Neuzugang verkünden, der vom SV Pfatter kommt. – Foto: Verein

Geisling kehrt in die Kreisklasse zurück

In der neuen Liga möchte sich der TV beweisen und nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Die Meisterfeier fand digital statt.

Der TV Geisling spielte in den 1990er Jahren in der Bezirksliga, danach viele Jahre in der Kreisliga, bevor man 2004 den Abstieg in die Kreisklasse hat hinnehmen müssen. Dort gehörte der TV bis 2015 zum Stamm-Inventar, bis es in die A-Klasse runterging. In der Saison 2016/17 konnte um ein Haar der Fall in die B-Klasse verhindert werden. Daraufhin bündelten die Geislinger alle Kräfte. Michael Koch übernahm das Amt des Abteilungsleiters. Und seitdem geht es wieder aufwärts. Michael Koch und Trainer Florian Seebauer standen unseren Fragen Rede und Antwort.

Herr Koch, wie fühlt man sich als Kreisklassen-Rückkehrer?

Michael Koch: Sehr gut. Als wir 2017 fast in die B-Klasse abgestiegen wären, drehten wir alles auf links, starteten einen Neuanfang. Mit Oliver Peinl holten wir genau den richtigen Trainer zu uns. Unser Spiel wurde attraktiver, offensiver und erfolgreicher. Als klar war, dass uns Oliver nach zwei Jahren in Richtung Sarching verlassen würde, wollten wir jemanden, der die gute Arbeit nahtlos fortführen würde. Zu dieser Zeit zog Florian Seebauer, der unter anderem mit dem SV Donaustauf in die Landesliga aufgestiegen war, nach Geisling. Wir konnten ihn davon überzeugen, bei uns seine Trainerkarriere zu starten. Mit Franz Weigel bekam er einen Co-Trainer zur Seite. Die beiden harmonieren prächtig, liegen auf einer Wellenlänge. Mit der Arbeit des Duos sind wir sehr zufrieden. Und endlich sind wir zurück in der Kreisklasse!

Beim Saisonabbruch war Donaustauf mit 55 Punkten aus 20 Partien Erster, der TVG Zweiter mit 49 Zählern. Durch die Quotientenregelung tauchten die beiden Vereine allerdings die Plätze…

Koch: Das stimmt. Wir haben einen Koeffizienten von 2,88, Donaustauf von 2,75. Natürlich hätten wir den Aufstieg lieber in einer kompletten Saison und zwei direkten Duellen gegen Donaustauf II geschafft, aber auch so sind wir meines Erachtens alles andere als unverdient aufgestiegen. In den 17 absolvierten Partien blieben wir ungeschlagen. Im direkten Duell in Donaustauf erreichten wir ein Remis. Das zweite Spiel musste ja leider entfallen. Mit 84:20 Toren und 16 Siegen im Gepäck dürfen wir nun die A-Klasse in Richtung Kreisklasse verlassen.

Wie feiert man so eine Meisterschaft in Zeiten von Corona?

Koch: Eine Feier in „Präsenz“ ist ja aktuell leider nicht möglich. Doch wir haben uns etwas Besonderes einfallen lassen. Die Feier fand digital statt. Allerdings bekam jeder Beteiligte im Voraus ein Überraschungspaket mit Meistershirt, Meister-Gym-Sack, einer Flasche TV-Geisling-Bier, einer Stange Salami und einem Laib Brot überreicht. Zwar saß jeder alleine am Computer oder am Handy, aber trotzdem konnten wir gemeinsam den großen Erfolg feiern.

Der Aufstiegskampf verlief äußerst knapp. Hätte man auch Donaustauf die Möglichkeit zum Aufstieg einräumen sollen?

Koch: Wir haben für die Variante 1 gestimmt, weil das im Gesamtpaket einfach der weitaus bessere Lösungsansatz war. Für Vereinen, die nicht direkt von den Konsequenzen betroffen waren, war diese Entscheidung alternativlos. Dennoch hätte natürlich auch Stauf den Aufstieg verdient gehabt. Sie mussten in 20 Spielen nur eine Niederlage hinnehmen. Das ist schon extrem bitter. Sicher hätte es für derartige Konstellationen sicherlich eine Ausnahmeregelung geben können. Egal, welche Variante durchgegangen wäre, wir wären trotzdem aufgestiegen. Unsere große Angst war lange Zeit, dass die Saison komplett annulliert worden wäre, was Gott sei Dank nicht der Fall war.

Welche Rolle wollen Sie in der Kreisklasse spielen?

Koch: Innerhalb von zwei Jahren wollten wir aufsteigen. Das hat geklappt, obwohl in diesen zwei Jahren nur eine Saison gespielt werden konnte. Nun wollen wir uns in der Kreisklasse schnell zurechtfinden, nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Schließlich sind wir nicht aufgestiegen, um wieder abzusteigen. Wir freuen uns auch viele interessante Derbys, allen voran natürlich auf das Gemeindederby gegen den SV Pfatter. Der Liga-Verbleib ist mit unserem Kader durchaus realistisch.

Was ändert sich am Kader?

Koch: Vom SV Pfatter kommt Maximilian Koch zu uns. Aus der eigenen Jugend rücken Florian Limmer und Paul Neumeier nach. Unser Kader bleibt beisammen. Nur Karl Gröschl möchte etwas kürzertreten, was ihm mit 41 Jahren auch zusteht.

Herr Seebauer, was trauen Sie ihrer Mannschaft zu?

Florian Seebauer: Natürlich war der Aufstieg etwas ungewöhnlich, da die Saison nicht zu Ende gespielt werden konnte, doch dem war halt so. Die Motivation ist groß, uns in der neuen Liga von Beginn an zu beweisen. Meine Mannschaft hat es mir als Trainer und Franz Weigel als Co-Trainer leicht gemacht. Jeder Einzelne hat mitgezogen, wollte sich verbessern, hat Anweisungen so gut es ging umgesetzt. Wir sind bereit! Der Charakter sowie die Einstellung der Mannschaft passen.

Wollen Sie auch selbst als Spieler aktiv bleiben?

Seebauer: Ja, das habe ich vor. Wie bisher werde ich aber nur dann spielen, wenn ich glaube, dass es nötig ist. Wir haben viele Spieler, die darauf brennen, sich auch eine Liga höher zu beweisen. Wir können optimistisch in die Zukunft schauen.


Das Interview führte Markus Schmautz.

Aufrufe: 10.6.2021, 06:00 Uhr
Markus SchmautzAutor

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