
Der F.C. Hansa Rostock verpasst in der 3. Liga am 34. Spieltag einen wichtigen Sieg im Aufstiegskampf und kommt vor knapp 7600 Zuschauern beim feststehenden Absteiger 1. FC Schweinfurt 05 nicht über ein 0:0 hinaus.
Der F.C. Hansa Rostock konnte die Pflichtaufgabe beim Tabellenletzten nicht lösen. Wie so oft in dieser Saison sah die Mannschaft gegen ein Team aus dem unteren Tabellendrittel nicht gut aus und ließ wertvolle Punkte liegen.
Dabei hatte Hansa-Trainer Daniel Brinkmann gegenüber dem vorherigen 5:1-Heimsieg gegen den SSV Ulm 1846 Fußball nur eine Veränderung vorgenommen: Ahmet Gürleyen rückte für Pfanne, der wegen muskulärer Probleme im Kader fehlte, in die Innenverteidigung. Bereits in der sechsten Minute wurde die Partie kurzzeitig unterbrochen, da aus dem ausverkauften Gästeblock blaue Rauchschwaden nach dem Zünden von Pyrotechnik über das Spielfeld zogen.
Sportlich blieben die Gäste im ersten Durchgang hinter den Erwartungen zurück, Trainer Daniel Brinkmann fand auf der Pressekonferenz nach dem Spiel deutliche Worte: „Ja, ich muss klar sagen, wir haben uns mehr von dem Spiel versprochen. Wir wollten und mussten das Spiel unbedingt gewinnen und haben gerade in der ersten Halbzeit nicht auf den Platz gebracht, was wir uns vorgenommen haben.“
Die Schweinfurter Defensive um Luca Trslic, Leonard Langhans, Lucas Zeller und Nikolaos Vakouftsis hielt den Favoriten gut vom eigenen Sechzehner fern. „Wir haben zu mutlos gespielt und haben keine Phase gehabt, in der wir so richtig Kontrolle über das Spiel hatten“, so Brinkmann weiter.
Das sportliche Highlight der ersten Hälfte war bezeichnenderweise ein Distanzschuss. In der vierten Minute der Nachspielzeit hämmerte Jan Mejdr den Ball an den rechten Querbalken. „Dazu war von Jan Mejdr eigentlich der einzige Torschuss ans Lattenkreuz, der dann an uns ging. Insofern geht aus meiner Sicht die erste Halbzeit an Schweinfurt“, bilanzierte der Rostocker Übungsleiter.
Auf Seiten der Heimmannschaft, deren Geschäftsführer Markus Wolf am Montag zurückgetreten war und deren Trainer Jermaine Jones unmittelbar vor dem Anpfiff bei MagentaSport seinen Abschied zum Saisonende verkündet hatte, war der unbedingte Wille im Gegensatz spürbar.
Nach dem Seitenwechsel brachte Brinkmann Christian Kinsombi für Mejdr, später folgten unter anderem Andreas Voglsammer, Lukas Kunze, David Hummel und Lukas Wallner für Maximilian Krauß, Adrien Lebeau, Gürleyen und Kenan Fatkic.
Auch wenn Schweinfurt zunächst gefährlich blieb, erspielte sich Rostock in der Folge zahlreiche Hochkaräter. Emil Holten verpasste nach einer Flanke von Fatkic knapp (47.), und Kinsombi scheiterte an Torhüter Toni Stahl (53.). „Die klaren Dinge haben wir dann am Ende gehabt“, resümierte Brinkmann. „Wenn ich an Voglsammer allein vor dem Torwart denke, Holten allein vor dem Torwart, Kopfball Holten, Hummel an den Pfosten.“
Tatsächlich traf der eingewechselte Hummel in der 79. Minute nur den linken Pfosten, von wo der Ball in die Arme des überragenden Stahl flipperte. Schweinfurts Torhüter rettete seiner Mannschaft, die ab der 85. Minute nach der harten Roten Karte gegen Çelebi wegen groben Foulspiels an Carstens in Unterzahl spielte, das Remis.
Brinkmann hingegen griff nach dem Schlusspfiff zu einer für ihn ungewöhnlichen Maßnahme und versammelte seine Mannschaft auf dem Rasen. „Ich habe aber trotzdem, was eigentlich entgegen meiner normalen Natur ist, heute mal einen Kreis gemacht nach dem Spiel“, verriet der Trainer.
Er erklärte: „Ich habe den Jungs gesagt, dass ich hier keinen sehen möchte, der in irgendeiner Weise mit gesenktem Kopf durch die Gegend rennt. Dass das Spiel uns weh tut und dass das schlecht ist, keine Frage. Definitiv.“
Durch das torlose Unentschieden und die Ergebnisse der Konkurrenz ist der MSV Duisburg (63) auf den Relegationsplatz vorgerückt. Mit 60 Punkten steht Rostock nun auf dem vierten Tabellenrang, punktgleich mit dem FC Energie Cottbus auf Platz fünf.
Der Rückstand auf den Relegationsplatz beträgt wieder drei Punkte. Auf den Spitzenreiter VfL Osnabrück (70) und den Zweiten Rot-Weiss Essen (64) hat Hansa weiter an Boden verloren.
Dennoch wollte Brinkmann, der sich ausdrücklich bei den mitgereisten Fans bedankte, Optimismus verbreiten: „Aber unterm Strich haben wir jetzt 60 Punkte und zumindest der dritte Platz ist ein Spiel entfernt. Und ich möchte einfach diese Klarheit sofort in den Gedanken der Spieler und aller wecken, dass es bis zum Ende geht.“
Seine Kampfansage lautet: „Es ist erst vorbei, wenn es vorbei ist. Und wir haben schon mehrfach gezeigt, dass wir Serien haben können, wo wir drei, vier Spiele gewinnen können. Und wenn wir diese Serie jetzt erwischen, dann sehe ich uns in einer ganz ordentlichen Ausgangssituation. Trotzdem tut das heute weh und ich bin nicht zufrieden, weder mit der Leistung, noch mit dem Ergebnis.“
Zeit zur Wiedergutmachung gibt es am 35. Spieltag: Am Samstag, den 25.04.206, empfängt Rostock um 14 Uhr den SSV Jahn Regensburg im heimischen Ostseestadion.