2024-05-24T11:28:31.627Z

Spielbericht
Bhageshree Modha will nicht nur Spielerin sein.
Bhageshree Modha will nicht nur Spielerin sein. – Foto: Michael Kelleners

Tusa 06: Bhageshree Modha ist jetzt auch Trainerin

Tusa-Spielerin Bhageshree Modha hat die Prüfung zur B-Lizenz bestanden. Dabei wareine Karriere als Coach bis vor Kurzem überhaupt nicht geplant. Nun ist sie doppelgleisig im Fußball unterwegs, wo es ohnehin noch zu wenig Frauen gibt.

Die DJK Tusa 06 hat sich mit ihrem Leistungszentrum für Mädchen- und Frauenfußball längst den Ruf erworben, eine gute Ausbildungsadresse für talentierte Kickerinnen zu sein. Nun scheint in der Flehe aber auch ein großes Trainertalent heranzureifen. Bhageshree Modha war eine von nur zwei Frauen, die am jüngsten Trainer-B-Lizenz-Lehrgang teilnahmen. Und die 23-Jährige hinterließ in der Sportschule Duisburg-Wedau mächtig Eindruck.

Modha zählte am Ende zu den besten sechs Teilnehmerinnen, die eine Empfehlung für den nächsten Schritt auf der Ausbildungsleiter des Deutschen Fußball-Bundes bekamen. „Ich bin sehr dankbar dafür, dass man mir diese Möglichkeit geboten hat. Der Lehrgang hat unheimlich viel Spaß gemacht. Jetzt freue ich mich erst einmal darauf, weitere Erfahrung in der Trainerrolle zu sammeln“, sagt Modha.

>>> Bhageshree Modha bei FuPa

Dass die Stammspielerin im Niederrheinliga-Team von Tusa überhaupt schon doppelgleisig als Spielerin und Trainerin fährt, ist eher auf einen Zufall zurückzuführen. Als im Sommer Freiwillige gesucht wurden, um einen internationalen Lehrgang für amerikanische Traineranwärter zu unterstützen, war Bhageshree Modha spontan zur Stelle. Dort vollzog die Frau mit den indischen Wurzeln dann erstmals den Perspektivwechsel und roch Lunte. So dauerte es auch nicht lange, bis Lehrgangsleiter Maik Drzensla sie auch in sein Trainerteam für die U14-Juniorinnen Niederrheinauswahl berief. „Mit den talentiertesten Spielerinnen in dieser Altersklasse arbeiten zu dürfen, ist toll“, sagt Modha, die sich nach eigenem Bekunden sehr gut in ihre Schützlinge hineinversetzen kann. „Ich glaube, ich weiß, wie ich ihnen Inhalte verständlich übermitteln kann“, sagt die Nachwuchstrainerin.

Im Rahmen des ebenfalls von Drzensla geleiteten Trainerlehrgangs konnte Modha ihr Wissen vertiefen. Besonders die im Rahmen der vier Präsenzphasen abgehaltenen Lehrproben lieferten wertvollen Anschauungsunterricht. Aber auch der Austausch mit den anderen Teilnehmern, die mitunter schon mehr Trainererfahrung besitzen, schuf Mehrwert. Dass mit Amin Younes auch ein ehemaliger Bundesligaprofi und Ex-Nationalspieler mit ihr die Schulbank drückte, begrüßte Modha sehr. „Er war total bodenständig und offen. Mit ihm gemeinsam auf dem Platz zu stehen und zwischendurch zu sprechen, war natürlich auch etwas besonderes“, schwärmte Modha. Ob sie als Trainerin einmal ähnlich erfolgreich sein wird, wie es Younes als Spieler war – mit Fragen wie dieser will sich Bhageshree Modha noch gar nicht beschäftigen.

Zunächst einmal lernen

„Ich bin noch sehr jung und möchte als Trainerin zunächst einmal weiter dazu lernen. Und außerdem möchte ich ja auch noch selbst ein paar Jahre spielen“, betont Modha. Das wiederum hört natürlich auch ihr Trainer gerne, der große Stücke auf seine vielseitige Spielerin hält. „Wir haben uns schon gedacht, dass die Trainerrolle etwas für Bhagi sein könnte und sie daher auch auf dem Weg zum Lehrgang unterstützt. Was sie dann daraus gemacht hat, ist natürlich klasse. Denn klar ist auch, dass sie in diesem Kurs nichts geschenkt bekommen hat“, sagt Stefan Wiedon. Der Diplom-Sportlehrer hofft, dass künftig auch weitere Spielerinnen folgen. „Es gibt immer noch zu wenige Trainerinnen im Fußball. Wir haben nun mit Modha und Meret Folten, die auch schon Erfahrung als Trainerin hat, gleich zwei B-Lizenzinhaberinnen in unserer ersten Mannschaft. Damit haben wir als Verein denke ich einen wichtigen Beitrag zu einem wichtigen Themenfeld geleistet, in dem es in Deutschland noch Nachholbedarf gibt“, betont Stefan Wiedon.

Aufrufe: 016.5.2024, 09:00 Uhr
RP / Gisbert KannemannAutor