
Am Ende fragt keiner, wie du gewonnen hast. Wichtig sind die drei Punkte. Wer auch immer dies sinngemäß einmal zuerst formuliert hat, dürfte damit solche Spiele wie das Bezirksliga-Duell zwischen dem TuS Xanten und Hamminkelner SV im Sinn gehabt haben. Es war ein hitziges Hin und Her mit vielen Fehlern und Karten und einem 4:3 (4:2)-Sieg für den Gastgeber. „Lieber schmutzig gewinnen als schön spielen und verlieren“, hatte TuS-Trainer Marcel Zalewski eine ähnliche Weisheit parat.
Der hatte nach der Pleite in der Vorwoche in Rhede seine Elf etwas umgebaut, unter anderem Jesse Sticklat auf die Zehner-Position vorgezogen, da Luca Binias wieder einsatzbereit war. Beide Seiten starteten mit viel Tempo. Beim TuS gab’s zu viele lange Diagonalbälle. Auch passte die Ordnung in der hintersten Kette nicht so recht. Das nutzte Gianluca Klein, um aus rund 18 Metern einen feinen Schuss ans lange Lattenkreuz zu setzen, beim Abpraller war Hassan Hamzaoglu zur Stelle (26.).
Das war der Auftakt zu spektakulären 20 Minuten. Zunächst glich Jesse Sticklat nach einer Ecke per Kopf aus (30.), doch keine drei Minuten später ging der Gast erneut durch Linus Kammeier in Führung. Nur zwei Minuten später war’s abermals ein Standard, den der Gastgeber zum Tor vollendet. Einen feinen Freistoß in den Fünfer legt Sticklat per Kopf ab, David Epp nagelt den Ball aus spitzem Winkel ins kurze Eck (35.).
Die Partie wogte weiter hin und her, doch nun mit klaren Vorteilen für den TuS. Insbesondere über die linke Bahn mit Marvin Braun und Wito Wojciechowski trug Xanten die Angriffe vor. Das 3:2, das Braun aus rund 20 Metern per Flachschuss erzielte, ging auf Kosten des ansonsten ordentlich parierenden Gästekeepers Sascha Tünte, der den Ball durch die Hände und Beine flutschen ließ (39.). In der Nachspielzeit erhöhte der gut auf der rechten Außenverteidiger-Position agierende Emircan Boran nach starker Vorarbeit von Velibor Geroschus auf 4:2.
Nach der Pause gab es vereinzelte Szenen beim TuS, wo angedeutet wurde, was in der Mannschaft steckt. Mit kurzen klaren Pässen sauber zum Mann wurde da gearbeitet – aber nur sporadisch. Dennoch hatte der TuS die Partie, die immer hektischer wurde, eigentlich im Griff. Und wenn David Epp seine Riesenchance nach etwa 55 Minuten genutzt hätte, wäre wohl der Deckel drauf gewesen. Stattdessen gab’s einen ärgerlichen Elfmeter für Hamminkeln, den Leon Bender zum Abschlusstreffer versenkte (60.).
Eben jener Bender kassierte im Anschluss wegen eines überharten Einsatzes die Ampelkarte, der TuS war für die verbleibenden rund 30 Minuten in Überzahl. Doch das brachte keine Ruhe ins Spiel. „Wir waren in Überzahl und laufen nur hinterher“, monierte Zalewski. Doch letztlich brachte der TuS die knappe Führung über die Zeit und rückte auf Platz elf vor.
Es spielten: Kallen; Boran, Vengels, Binias, Braun – Meyer, Maas (40. Shao) – Geroschus (67. Leufgen), Sticklat, Wojciechowski – Epp (84. Kimbakidila).