– Foto: Henrik Martinschledde

Corona-Tests: Kostenfalle für die Vereine

Auch wenn Training wieder möglich ist, wird es noch einige Hürden geben. Die Frage nach der Testpflicht ist eine besonders kniffelige, auch in Bezug auf Organisation und Finanzierung. FuPa Ostwestfalen sprach mit dem Fußball-Obmann von Bezirksligist Viktoria Rietberg.

Die Inzidenzwerte sinken von Tag zu Tag und manch einer mag die Corona-Pandemie bereits als überstanden betrachten. Doch genau darin liegt ein hohes Risiko. Sollte die neue Fußballsaison 2021/22 - wie derzeit vorgesehen - Mitte August starten, müsste bei sechs bis acht Wochen Vorbereitungszeit dann ab Mitte oder spätestens Ende Juni wieder trainiert werden. Dies wäre unter Umständen allerdings mit einem enormen Organisations- und Kostenaufwand verbunden. Insbesondere die Testpflicht könnte die Vereine vor große Probleme stellen. FuPa Ostwestfalen sprach hierzu mit Ralf Peterhanwahr, dem Fußball-Obmann des Bezirksligisten Viktoria Rietberg.

Durch die Politik und den Fußballverband Westfalen treten - je nach Inzidenzwert - allmählich Lockerungen in Kraft und in einigen Kreisen kann schon wieder mehr oder weniger normal trainiert werden. Wenn alles glatt laufen sollte, könnten die Vereine schon bald recht problemlos in die Vorbereitung zur nächsten Saison starten. Doch wenn uns das vergangene Jahr eines gelehrt hat, dann doch wohl dass eben nicht immer alles glatt läuft. Für einen regulären Trainingsbetrieb gilt es noch einige Hürden zu überwinden und offene Fragen zu klären.

Hier weist Ralf Peterhanwahr auf mögliche Probleme hin: "Es sind mehrere Ordnungsämter im Spiel und somit auch direkt mehrere Meinungen. Die Coronaschutzverordnung ist sehr speziell und es wird sehr sehr schwierig, alles unter einen Hut zu bekommen. In unserer Bezirksliga Staffel 13 stecken ja allein schon Vereine aus vier Kreisen (Paderborn, Gütersloh, Soest, Hochsauerlandkreis)."

"Was wenn in einem davon die Zahlen wieder hochgehen? Oder wie schaut´s in der Landes- oder Westfalenliga aus, die noch einige Kreise mehr umfassen? Die jetzige Regelung wird dafür auf jeden Fall die nötige Flexibilität haben müssen", so Viktorias Fußball-Obmann. Doch vor dem Beginn der eigentlichen Saison stehen ja erstmal sechs bis acht Wochen Vorbereitung. Im Idealfall fällt die Testpflicht schon bald weg - wenn der Inzidenzwert sowohl im Kreis Gütersloh als auch für komplett NRW unter 35 fällt. Aktuell (Stand Dienstag, 8. Juni) ist der Kreis Gütersloh aber noch über dem magischen Wert (nämlich bei 35,9).

Sollte dies auch noch in ein paar Wochen der Fall sein, steht einem Verein wie Viktoria Rietberg eine "Mammutaufgabe" bevor, wie es Peterhanwahr nennt. "Wir haben drei Seniorenteams im Verein, plus eine Altherrenmannschaft und die Jugendabteilung mit elf bis zwölf Teams. Bis zum 18. Lebensjahr gelten andere Regeln, da ist das Training frei zugänglich, aber in der A-Jugend spielen ja auch 19-Jährige. Da kann´s dann schon chaotisch werden."

Bei der Frage nach den Corona-Tests wird es schnell unübersichtlich. Peterhanwahr: "Wir reden hier von 80 bis 90 Spielern plus Trainern und Betreuern. Okay, manche fallen auch unter eine der drei "G´s": Geimpft, Genesen, Getestet. Aber grad bei letzterem gelten die ja jeweils nur für 48 Stunden. Bei einigen Trainingseinheiten pro Woche sind das für jeden einzelnen drei oder vier Corona-Tests. Wenn wir die Spieler dafür jedes Mal ins Testzentrum schicken, wie sollen wir das alles kontrollieren? Die müssten dort ja auch Termine erhalten, die nicht mit den Trainingszeiten in Konflikt geraten. Wir hätten im Zweifel jemanden, der die Tests direkt vor Ort vornimmt, aber wer zahlt das alles? Das sind ja circa drei Euro pro Test - und dokumentiert werden muss das auch alles."

Trotz allem zeigt sich aber auch Ralf Peterhanwahr kämpferisch und optimistisch: "Das Trainingsgelände muss ja obendrein noch durch ein Hygienekonzept abgedeckt sein. Wir können die Spieler ja schlecht nach dem Training durchgeschwitzt nach Hause schicken, wo sie sich mit der Klimaanlage im Auto dann direkt ´ne Erkältung einfangen. Irgendwie, irgendwo werden wir es aber ermöglichen, dass ein Trainingsbetrieb stattfinden kann. Das sind wir allein schon unseren Vereinsmitgliedern schuldig. Großartige Arbeit hat da auch Frank Weber als unser Corona-Beauftragter geleistet."

Zum Bezirksliga-Team der Viktoria: Trainer Tim Brinkmann hat für den 18. Juni zunächst mal einen Lauf- und Fitnesstest angesetzt, wo die Spieler zu zwei oder zu dritt zum Platz kommen und der Verein die Werte messen wird. "Dann schauen wir mal weiter", so Ralf Peterhanwahr.

Aufrufe: 08.6.2021, 14:30 Uhr
Björn Eimer / FuPaAutor

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