Den Spielbetrieb erst starten, wenn Spieler keine Impfung mehr brauchen? Für den bayerischen Fußballverband keine Option.
Den Spielbetrieb erst starten, wenn Spieler keine Impfung mehr brauchen? Für den bayerischen Fußballverband keine Option. – Foto: Christian Schroedter/Imago

Kein Saisonstart unter 2G? BFV zeigt klare Haltung zu Knallhart-Entscheidung anderer Kreise

Bayerischer Fußball-Verband kämpft für Regeländerung

Wer darf spielen und wer nicht? Die Corona-Regeln werden heiß diskutiert. In Sachsen lassen zwei Kreise den Spielbetrieb ruhen. Für den bayerischen Verband keine Option.

München - Zweimal hat die bayerische Landesregierung die geltenden Corona-Maßnahmen im Jahr 2022 bereits gelockert. Gute Nachrichten gab es jeweils für Profivereine. An den Bestimmungen für Amateure hat sich noch nicht viel geändert. Auf Bundesebene ist das nicht anders.

Aus Sachsen-Anhalt kam nun der Paukenschlag: Zwei Kreise lassen den Spielbetrieb ruhen. In Mansfeld-Südharz und im Salzland wird kein Fußball gespielt. Dabei gilt hier, wofür sich der bayerische Fußballverband entschieden einsetzt: die 3G-Regel für Amateurfußballer.

„Solange noch 3G für den Außenbereich und 2G für den Innenbereich gelten, wird sicherlich nicht gespielt“, stellte Thomas Große, Präsident des Kreisverbands Mansfeld-Südharz klar. Das sei das Ergebnis einer Umfrage unter den Vereinen aus der Region.

Spielbetrieb aussetzen? Für den BFV „gar keine Diskussion“ - Verband kämpft aber für 3G

„Eine Aussetzung ist aktuell gar keine Diskussion“, sagt BFV-Pressesprecher Fabian Frühwirth zu etwaigen Gedankenspielen in Bayern. Der Verband habe immer kommuniziert, dass der Spielbetrieb auch unter 2G-Regelung stattfinden werde: „Die Vereine wurden früh genug informiert.“ Die Rückrunde startet. Auch, wenn die Landesregierung nicht vom 2G-Weg abweicht.

„Wir werden uns weiterhin für 3G einsetzen - Punkt“, stellt Frühwirth dennoch klar. Der BFV stehe diesbezüglich in engem Austausch mit den zuständigen Ministern. Bei beiden diesjährigen Corona-Kabinettsbeschlüssen wurden die Forderung der Amateure allerdings nicht behandelt. „Es ist extrem schwierig, sich da Gehör zu verschaffen. Aber wir bleiben hartnäckig“, sagt der Pressesprecher.

Corona-Regeln in Bayern: 2G-Plus für Zuschauer, 2G für Spieler - „Solche Dinge sorgen für Frust“

Dass Zuschauer in Bayern die 2G-Plus- und Aktive hingegen die 2G-Regel einhalten müssen, bereitet dem Fußballverband zusätzliches Stirnrunzeln. „Solche Dinge sorgen natürlich auf allen Seiten für Frust“, sagt Frühwirth, „letztlich geht es darum, Gesetzte zu haben, die auch die Realitäten berücksichtigen und - falls nötig - dann auch anzupassen.“ Frühwirth kommentiert kritisch, betont aber auch, die Landesregierung habe während der Pandemie einen sehr schwierigen Job. Und habe bereits viele erfolgreiche Entscheidungen getroffen. Dass für Amateursportler die 2G-Regel gilt, zählt nicht zu den Entscheidungen, die der Verband lobt.

Der BFV empfiehlt Fußballern schon seit Beginn der Impfmöglichkeit ausdrücklich, sich impfen zu lassen. An persönlichen Entscheidungen will der Verband aber nicht rütteln. „Wir hoffen nach wie vor, dass wir den flächendeckenden Spielbetrieb nicht unter 2G starten müssen und wir sind verhalten optimistisch, dass das auch klappen kann“, sagt Frühwirth.

Aufrufe: 010.2.2022, 15:04 Uhr
Moritz BletzingerAutor