Knapp vorbei: Der Planiger D-Junior (grünes Trikot) verzieht hier im Spiel gegen den TSV Degenia.	Foto: Heidi Sturm
Knapp vorbei: Der Planiger D-Junior (grünes Trikot) verzieht hier im Spiel gegen den TSV Degenia. Foto: Heidi Sturm

Wenn die digitale Eieruhr ruft...

Pfaffen-Schwabenheimer Pfingstturnier ist schon zu Weihnachten ausgebucht

PFAFFEN-SCHWABENHEIM. Viele Sportveranstaltungen krebsen mit sinkenden Teilnehmerzahlen herum oder verschwinden gar ganz von der Bildfläche. Zu den wenigen rühmlichen Ausnahmen zählt der TuS Pfaffen-Schwabenheim, der dank Jugendleiter Michael Kruse auf eine genau gegenteilige Entwicklung stolz sein kann: Nachdem man bereits im Vorjahr die Bambini wegen voller Turnierpläne für den einen Rasenplatz auf den Maifeiertag ausgelagert hatte, hat jetzt das „Pfingstturnier“ des Vereins erstmals die dreistellige Marke geknackt.

Generalstabsmäßige Vorbereitung

Dafür ist allerdings eine generalstabsmäßige Vorbereitung und erheblicher Aufwand erforderlich. Bereits im September/Oktober gehen die Turniereinladungen heraus, Kruses sorgsam gepflegter und permanent aktualisierter Email-Verteiler umfasst inzwischen 2300 Adressen. Da wundert es nicht, dass bereits an Weihnachten die Felder mit 116 gemeldeten Teams restlos voll waren.

Allerdings hatte es in diesem Jahr ein paar Absagen gegeben, was aber nicht an den Vereinen lag, sondern am harten Winter, in dem viele Partien ausgefallen waren. In Hessen waren etliche Nachholspiele auf das Pfingstwochenende gelegt worden, sodass die Teams beim Turnier passen mussten. Darüber freuten sich dann die Mannschaften auf der Warteliste wie etwa die Nachbarn aus Planig, die einfach zu spät gemeldet hatten und überall nur als Nachrücker einen Platz ergattert hatten.

Was den Turnierchef freute: Dass es auch aus dem Kreuznacher Raum immer noch Teams gibt, die erstmals im „Appelbachstadion“ dabei sein. Das Einzugsgebiet reichte von Frankfurt und den Stammgästen aus Biebrich bis zu den Kaiserslauternern, die in der Pfalz noch ein bisschen Werbung für das schöne Turnier machen wollen. „Da treffen sich Teams aus 200 Kilometer Entfernung in der Mitte, um Fußball zu spielen“, war Kruse fasziniert.

Komplett durchorganisiert hatte er auch das sportliche Geschehen, bei dem bis auf die Sekunde genaugeplant wurde: Nach seinem bereits kultigen Countdown „3, 2, 1, los“ setzte der die digitale Eieruhr in Gang, laut der dann auch „zentral“ für beide Plätze der Abpfiff erfolgte. Auch im Rahmenprogramm hatte er viel auf die Beine gestellt – von der Tombola, für die er das ganze Jahr gesammelt hatte über Hüpfburg, Fanartikelstand, Torwand und Eiswagen bis zu den süßen und deftigen Angeboten des Vereins.

Vor allem Degenia hält die Fahnen hoch

Die Mühe wurde mit tollen Turnierspielen und rundum zufriedenen Gästen belohnt. Am spannendsten machten es die D-Junioren, bei denen beide Finalpartien erst im Achtmeterschießen entschieden wurden. Den Siegerpokal schnappte sich der VfR Friesenheim, der im Duell der besseren Nerven 3:2 die Oberhand gegen Rüdesheim/Weinsheim/Sponheim behielt. Im kleinen Finale setzte sich Degenia 1 gegen die eigene Zweite durch.

Bei der C-Jugend waren die Fußballer vom Rhein-Nahe-Eck das Maß der Dinge: Hassia Bingen I und II belegten da im Fünferfeld die ersten beiden Plätze. Bei den stark besetzten E-Junioren-Turnieren hatten es die örtlichen Teams schwer gegen die Talente aus den Vereinen mit klangvollen Namen. Bestes Teams aus dem Kreis Kreuznach war im E1-Feld die TSV Degenia, der hinter Wormatia Worms, Mainz 1817 und TuS Wörrstadt auf Rang vier landete. Den gleichen Rang belegten im E2-Feld die Planiger hinter Sprendlingen, Jugenheim/Partenheim und Mörfelden. Im E3-Feld hüpfte Degenia noch hinter Neuenhain und dem Ludwigshafener SC aufs Bronzetreppchen. Tolle Teilnehmerfelder mit 18 und 24 Teams gab es auch für die F-Junioren, die im Fairplay-Modus ihren Spaß hatten.



Aufrufe: 023.5.2018, 08:00 Uhr
Heidi SturmAutor

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