
Der Gemeinderat macht den Weg frei für das neue Vereinsheim des TuS Oberding. Der Torfboden erfordert zusätzliche Arbeiten.
Der Oberdinger Gemeinderat hat in seiner vergangenen Sitzung einstimmig den Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 96 gefasst und damit den Weg für das seit langem geplante neue Vereinsheim sowie die Erweiterung der Sportflächen des TuS Oberding frei gemacht. Das Sport- und Freizeitgelände umfasst insgesamt rund 60 000 Quadratmeter. Rund 4500 Quadratmeter sollen im Zuge des Bebauungsplans neu ausgewiesen werden.
Zuvor informierten die beauftragten Planungsbüros das Gremium ausführlich über den Stand der Planungen. Dabei wurde deutlich: Die Bodenverhältnisse stellen die Planer vor zusätzliche Aufgaben. Ein Bodengutachten weist Torfboden aus – und der erschwert die Bauvorhaben.
Zunächst stellten die Landschaftsarchitekten Mathias Bauer und Angela Dämmrich ein Gesamtkonzept für die künftige Entwicklung der Anlage vor. Es bindet den Bestand ein – etwa Stellplätze, Stockschützenhalle, Trainingsflächen und Volleyballbereich – und sieht zugleich Optionen für spätere Erweiterungen vor. Die Anlage soll in klar gegliederte Bereiche aufgeteilt werden, verbunden durch ein übersichtliches Wegenetz mit Schwerpunkt auf einer Ost-West-Achse. Sollte die geplante Fuß- und Radwegverbindung nach Hallbergmoos kommen, wäre auch eine Anbindung über eine Nord-Süd-Achse möglich. Das Konzept ist ausdrücklich auf eine Umsetzung in Bauabschnitten ausgelegt – je nach Bedarf und finanziellen Möglichkeiten. Als nächster Schritt sind unter anderem der Bau des Vereinsgebäudes mit Tribünenstufen, der Hauptplatz als Rasenspielfeld, die nördliche Zufahrt sowie die Eingrünung vorgesehen.
Konkret wurde es beim Vereinsheim: Architekt Tobias Eder (Architekt.Ur) erläuterte dem Gemeinderat seinen Entwurf für ein zweigeschossiges Gebäude mit Dachterrasse. Diese soll zugleich einen Teil der mehrstufigen Haupttribüne am Spielfeld überdachen. Wegen des Torfbodens sind allerdings zusätzliche Maßnahmen nötig: Sowohl für den Hauptplatz als auch für das Vereinsheim müssen zunächst rund 30 Zentimeter Boden abgetragen und anschließend mit Kies wieder aufgebaut werden. Für das Gebäude ist zudem eine Pfahlgründung geplant – Stahlbetonpfähle sollen unter der Oberfläche ein tragfähiges Fundament bilden.
Für das Projekt waren ursprünglich knapp fünf Millionen Euro veranschlagt, wobei die Gemeinde einen Großteil übernehmen will. Trotz der Mehrkosten durch die schwierigen Bodenverhältnisse stellte Eder in Aussicht, dass die Gesamtsumme voraussichtlich eingehalten werden kann: „Wir liegen unter dem Etat.“ Einsparpotenzial sieht er unter anderem durch die Wiederverwendung von Teilen der Küche aus dem bisherigen Vereinsheim.