Alexander Kinsvater (rechts) war im Pokalspiel zwischen RWO Alzey II und TuS Neuhausen ein ständiger Unruheherd.
Alexander Kinsvater (rechts) war im Pokalspiel zwischen RWO Alzey II und TuS Neuhausen ein ständiger Unruheherd. – Foto: Foto: pakalski-press/Boris Korpak

Kreispokal: 5:1 für Neuhausen

Aussagekraft des Pokalschlagers zwischen RWO Alzey II und TuS Neuhausen ist begrenzt

Gau-Heppenheim. Der Ost-West-Gipfel der Fußball A-Klasse Alzey-Worms im Fußball-Kreispokal taugte nicht als Maßstab über die Kräfteverhältnisse in den beiden Staffeln. TuS Neuhausen, der Tabellen-Zweite aus dem Osten, bezwang den Überraschungs-Spitzenreiter aus dem Westen, RWO Alzey II, mit 5:1. Das Resultat war zwar hochverdient. Aber es täuscht darüber hinweg, dass die Alzeyer richtig starke 80 Minuten gegen eine prominent besetzte Gäste-Elf auf den Rasen in Gau-Heppenheim zauberten.

RWO Alzey II, der nunmehr aus dem Wettbewerb geflogene Kreispokalsieger, war mit einer stark Ersatz geschwächten Mannschaft aufgelaufen. „Vier spielten, die zusammen in den vergangenen Wochen vielleicht gerade sechsmal trainiert haben“, erläuterte der pausierende RWO-Spielertrainer Marcel Beckmann. Wie eng die Personaldecke war, zeigte auch der Blick auf die Reservebank. Zwei Mann saßen da im Scheinwerfer des Flutlichts.

Die Neuhauser waren stärker besetzt – obwohl auch ihnen drei, vier Stammspieler fehlten, wie Innenverteidiger Christopher Ludwig sagte. Der frühere Oberliga-Spieler riegelte das eigene Tor zusammen mit Marco Stark nahezu hermetisch ab. Nur einmal glückte Alexander Kinsvater der nachhaltige Durchbruch, als er das 1:2 (22.) erzielte. Vorher war Doppeltorschütze Maximilian Fett erfolgreich.

TuS Neuhausen, in dieser Form garantiert ein Titelfavorit in der Aufstiegsrunde nächstes Jahr, schnürte die Platzherren in der hochintensiven Partie fast pausenlos in der eigenen Hälfte ein. Zwingende Chancen gab es aber bis zur 80. Minute kaum. RWO verteidigte leidenschaftlich und weckte verschiedentlich sogar die dezente Hoffnung auf den Ausgleich.

Die Entscheidung glückte TuS Neuhausen erst, nachdem Torben Übel ohne Nachfolger mit einer Zerrung ausschied (75.). Jona Aiglstorfer vollendete zum 3:1. Das schönste Tor markierte Samet Karaman. Auch vollem Lauf hämmerte er aus 25 Metern volley drauf. Im rechten oberen Dreieck prallte der Ball über den Innenpfosten ins Tor. Kevin Bernhardt setzte in der Schlusssekunde den Schlusspunkt. Bezeichnend für die Moral der tapfer kämpfenden Alzeyer, dass Übel in den letzten Minuten sogar wieder auf dem Platz war. Unter Schmerzen stemmte er sich mit seinen Gefährten gegen die Niederlage. Beckmann strahlte ob der Unverwüstlichkeit, mit der sich sein Team gegen pfeilschnelle Wormser verteidigte: „Ich bin stolz auf meine Mannschaft. Das Spiel 80 Minuten gegen ein Team dieser Qualität offenzuhalten – klasse“, bekannte er.

Die Neuhauser waren mit Respekt in Gau-Heppenheim angereist. RWO Alzey II hatte in dieser Saison noch kein Spiel verloren. Obendrein stand der Sieg über die SG Schornsheim/Undenheim zu Buche, die ebenfalls als Titelkandidat gehandelt wird. Und für sich selbst sprach, dass RWO Alzey II die Tabelle der Westgruppe anführt. Ludwig: „Wir wussten, was auf uns zukommt“.

Echte Gegenwehr konnten die Alzeyer aber nicht leisten. Das nahm Beckmann mit Blick auf die Meisterschaft aber auch in Kauf. „Wäre es wirklich um etwas gegangen, hätten wir den einen oder anderen Leistungsträger noch mobilisieren können“, meinte er. Dass er es nicht tat, zeigt den Stellenwert, den RWO Alzey II dem Pokal beimisst.

Trotz des Traumstarts mit fünf Siegen und einem Remis halten die Alzeyer den Ball flach. Weiterhin hoffen sie, am Ende der Hauptrunde oberhalb des Cuts zur Abstiegsrunde zu stehen. Das bekamen auch de Neuhauser zu hören, sie sich sinngemäß mit den Worten „Auf Wiedersehen in der Aufstiegsrunde“ verabschiedeten.

RWO Alzey II: Kristl, Balz, Ruf, Müller, Cappel, Mousa, Uebel, Assaker, A. Gabrielov, Kinsvater, Metzler.

TuS Neuhausen: Rohde, Edel, Kilic, Bernhardt, Karaman, Stark (87. Amrugiewicz), Junkert, Fett (77. Kavran), Sackreuther (87. Laubmeister), Aiglstorfer, Ludwig.

Aufrufe: 022.9.2021, 09:00 Uhr
Claus RosenbergAutor

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