
Worms. TuS Neuhausen hat auch sein zweites Stadtderby in der Landesliga gewonnen. Vor eigenem Anhang gewann die Elf von Franz Graber mit 2:1 (1:1) gegen die Zweite der Wormatia. Mit nun sieben Punkten liegt die TuS in der Tabelle sogar vor der VfR-Reserve, die ihre sechs Zähler an den ersten zwei Spieltagen sammelte.
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„Derbysieger, Derbysieger, hey, hey“, hallte es nach dem Schlusspfiff mit steigernder Intensität aus dem Kreis, den die Mannschaft mit Betreuern und Trainerteam auf dem Platz gebildet hatte. Erst ganz leise, am Ende brüllend laut. Sinnbildlich für die Leistung der Platzelf, die erst gegen Ende der Partie so richtig ins Spiel gefunden und den Sieg erzwungen hatte.
Der entscheidende Treffer fiel tief in der Nachspielzeit. Nach einem Befreiungsschlag wirkte die Abwehr der Wormatia unsortiert, Christoph Mayrer nahm den Ball mit viel Zug zum Tor auf und markierte das 2:1. „Endlich hat er gezeigt, was er kann“, freute sich TuS-Trainer Franz Graber für den Torschützen. Kurz darauf war Schluss und der Dreier für Neuhausen in trockenen Tüchern.
Nach einem Heimsieg hatte es zuvor lange nicht ausgesehen. Trotz der frühen Führung durch Kapitän Christopher Ludwig (5.), der einen Freistoß direkt verwandelte, war die Wormatia im ersten Durchgang das dominante Team. „Wir haben guten Fußball gespielt, unsere Entwicklung ist gut. Aber es fehlen die Tore“, so VfR-Trainer Björn Weisenborn. Nur einmal hatten die Gäste getroffen, nur einmal hatte eine der vielen schönen Kurzpasskombinationen im Mittelfeld über Lukas Sundin und David Schehl einen Abnehmer gefunden: David Boateng (19.) traf zum Ausgleich.
Doch trotz der Spielfreude und der höheren Schnelligkeit in Kopf und Beinen sprang weiter nichts Zählbares für die Gäste heraus. Die größten Möglichkeiten zur Führung vergaben wiederum Boateng (39.), der TuS-Keeper Rohde schon umrundet hatte, aber am zurückgeeilten Furkan Altun scheiterte, sowie Amir Moore (62.), dessen Schuss Rohde an die Latte lenkte. Spätestens jetzt machte sich bei den Gästen Hektik breit, der TuS witterte nach einer guten Chance von Fabian Kerth (74.) dagegen Morgenluft.
In der 80. Minute traf der nach langer Verletzung zurückgekehrte Baris Özemir zum vermeintlichen 2:1 für Neuhausen, der Schiedsrichter gab das Tor wegen eines vermeintlichen Stürmerfouls aber nicht. Es folgten Torraumszenen auf beiden Seiten, eine Zeitstrafe für Altun wegen Ballwegschlagens und trotz Unterzahl das späte Mayrer-Tor. Graber: „Letztlich nicht unverdient. In der ersten Halbzeit haben wir nach dem Ausgleich den Faden verloren. Aber die Jungs haben auf die Halbzeit-Ansprache von mir und Marco Stark toll reagiert, alles umgesetzt. Wir waren giftiger, galliger. Das war Männerfußball.“
Sein Gegenüber Björn Weisenborn hatte den großen Schwachpunkt – neben den fehlenden Toren – wiederum in der aufkommenden Unruhe in seiner Mannschaft ausgemacht. „Letzte Woche war es nach 45 Minuten, heute nach einer Stunde…“
TuS Neuhausen: Rohde, Ludwig, Lutz, Kilic, Cekic, Altun, Kopaliani (46. Di Stefano), Kerth (88. Özemir), Ben-Omrane (53. Mayrer), Seibel (75. Özdemir), Randazzo (69. Bernhardt)
VfR Wormatia Worms II: Dos Santos, Wekesser, Tamon, Gotthardt (90. Joof), Rohan, Grajcevci, Softic (59. Skelchy), Sundin, Schehl, Boateng (76. Genna), Moore (66. Sayed)