2026-02-20T12:29:42.904Z

Ligabericht

TuS Marienborn: "Auf Tarek kann man sich verlassen"

2:0-Sieg gegen starken Aufsteiger SC Hauenstein unter besonderen emotionalen Umständen

von Torben Schröder · 21.08.2024, 23:08 Uhr · 0 Leser
Tarek Schwiderski lieferte einen Assist, den man gerne noch einmal gesehen hätte.
Tarek Schwiderski lieferte einen Assist, den man gerne noch einmal gesehen hätte. – Foto: Michael Wolff (Archiv)

Die TuS Marienborn gewinnt gegen den starken Aufsteiger SC Hauenstein ein emotionales Verbandsligaspiel mit 2:0 (0:0). In der ersten Partie seit dem traurigen Unfalltod eines Zweitmannschaftsspielers kann am Ende nicht jeder seine Tränen zurückhalten. Die zweite Mannschaft der TuS setzt noch ein weiteres Mal mit dem Spielbetrieb aus.

Ausgerechnet jetzt ist die Veo-Kamera kaputt, mit der die TuS sonst ihre Spiele filmt. „Wir haben beim Schnicken in der Pause gesagt: Wenn wir zusammen reinkommen, machen wir auch zusammen ein Tor. Vorher gehen wir nicht heim“, grinst 2:0-Schütze Hastie Abdulrahman. „Schade, dass das Tor nicht gefilmt wurde“, meint Tarek Schwiderski, der mit dem Außenrist in die Mitte spielte, wo Abdulrahman den per Durchstecker selbst eingeleiteten Doppelpass mit einem Grätschschuss ins lange Eck verwertete (82.). „Auf Tarek kann man sich verlassen“, strahlt Abdulrahman. „Schön, dass wir das 2:0 nach Hause gebracht haben, nachdem das in Baumholder mit einem 3:0 nicht gelungen ist“, hebt Schwiderski hervor.

Mit diesem Treffer war ein spielerisch wie kämpferisch starker Aufsteiger bezwungen. Halbzeit eins war ausgeglichen, beide Teams hätten führen können. Dylan Bos gewann das direkte Duell mit Gäste-Stürmer Sebastian Stanjek (19.), Edis Sinanovic zielte auf der Gegenseite nach Aliu Candes schlauem Umschalt-Steilpass freistehend daneben (24.). Nach Meikel Melaments Tempodribbling ließ die TuS eine Doppelchance verstreichen (37.). Am dicksten war unter den ungenutzten die Gelegenheit zum 1:1, als Stanjek den Ball nach einem Latten-Kracher aus drei Metern über den Kasten drosch (76.).

Jonas Hofmanns Tor gegen die taktischen Anweisungen

„Wir haben einen Gegner besiegt, der nicht nachlässt“, strahlt TuS-Trainer Ali Cakici, „wir sind eine robuste Mannschaft mit individueller Stärke, die noch fitter werden muss – und hatten heute eine gute Bank.“ Sowie zwei sehr offensivfreudige Außenverteidiger. Joshua Klüber startete links durch und fand rechts am Strafraumeck Jonas Hofmann, der per Flachschuss vollstreckte (60.). „Ich habe gerufen. Zum Glück hat Edis den Ball durchgelassen“, erzählt der 1:0-Schütze, „eigentlich soll immer einer von uns Außenverteidigern absichern, aber ich bin meinem Instinkt gefolgt. Gott sei Dank hat es geklappt.“

Die Pfälzer seien ein sehr lauf- und zweikampfstarker Gegner gewesen. „Aber bei uns ist jeder für den anderen gelaufen“, betont Hofmann. Angesichts des Todesfalls in der zweiten Mannschaft – die TuS spielte mit Trauerflor, auch eine Schweigeminute gab es – schießen dem 27-Jährigen Tränen in die Augen: „Ich persönlich habe die Situation mit auf das Feld genommen. Man weiß nie, wann es das letzte Spiel ist.“ In den fröhlichen Gesichtern von Abdulrahman, Schwiderski oder Cakici sah man auch, wie sehr Fußball und Vereinsleben helfen können.

TuS Marienborn: Bos (46. Lantzsch) – Hofmann, Breier, Beck, Klüber (64. Schwiderski) – Trapp – Kersthold (54. Freisler), Serratore, Cande (74. Abdulrahman), Melament (80. Sari) – Sinanovic.