Lea Notthoff ist regelmäßig auf Sendung!

Seit fast zwei Jahren arbeitet Lea Notthoff vom Frauen-Bezirksligisten TuS Langenheide beim westfälischen Fußballverband
als Trainerin. Wer denkt, dass sie in Pandemiezeiten deshalb nichts zu tun hat, der irrt allerdings gewaltig.

Auf dem Fußboden ist Kunstrasen verlegt. Der Ball rollt beim „Platztest“ ohne Probleme. Vor Lea Notthoff steht ein Stuhl, an dem eine Webcam befestigt ist. Am Tisch dahinter sitzt ein Mann, vor ihm ein Laptop. Er trägt eine Atemschutzmaske. Lea Notthoff hat ihre gerade abgelegt. Die Leitung steht. Auf dem Bildschirm ploppen nach und nach die Gesichter von mehr als 20 jungen Mädchen auf. Es geht los.

Seit fast zwei Jahren arbeitet Lea Notthoff jetzt beim Fußball- und Leichtathletikverband Westfalen (FLVW). Dort leitet die Kickerin des TuS Langenheide das Mädcheninternat. Gleichzeitig ist sie als Verbandsfußballlehrerin angestellt. Ihre Hauptaufgabe besteht darin, die besten westfälischen Talente zu fördern. Und weil das derzeit in Präsenz gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist, wählt sie den digitalen Weg. Als TV-Studio dient ein Schulungsraum am „SportCentrum“ in Kamen-Kaiserau.

Seit Anfang des Jahres ist Notthoff oder ein anderes Mitglied ihres Trainerteams regelmäßig „auf Sendung“. Vor allem die jüngeren Mädchen aus der U 12 und U 14 danken ihr für dieses Engagement. „Ich bin wirklich begeistert, wie groß die Bereitschaft zum Mitmachen ist“, sagt Notthoff: „Die Lust auf Fußball und Gemeinschaft ist derzeit größer denn je.“

Neben den Trainingssessions bieten die 31-Jährige und ihr Team deshalb zahlreiche weitere Online-Seminare an. Auf den Stundenplänen der Juniorinnen stehen derzeit unter anderem Social-Media-Schulungen, Faszientraining, Yoga oder eine Live-Kochstunde zum Thema sportgerechte Ernährung. Gleich an mehreren Tagen in der Woche schalten die Fußballerin aus dem Altkreis und ihr Team die Kameras in den Schulungsräumen an. Langweilig wird Notthoff und anderen Mitarbeitern des FLVW trotz Corona-Pandemie und Lockdown also nicht. Und war es auch nie.


Im vergangenen Jahr war die Fußballerin aus Langenheide trotz des Shutdowns nämlich gut beschäftigt. Die Monate, in denen kein Fußball gespielt werden konnte, nutzte sie, um administrative Aufgaben zu erledigen und die Rückkehr auf den Sportplatz vorzubereiten. „Wir nehmen unsere Verantwortung sehr ernst“, sagt sie: „An oberster Stelle steht der Gesundheitsschutz.“

Noch bis Ende März wollen Notthoff und ihr Team das digitale Angebot aufrecht erhalten. Danach, so hofft die Fußballerin aus Langenheide, „ist ein Training in Kleingruppen für alle Auswahlspielerinnen vielleicht wieder möglich“. Als studierte Sportpsychologin betont sie die Wichtigkeit einer Rückkehr auf den Platz. „Es fehlt an Bewegung und an sozialen Kontakten. Die Kinder leiden besonders unter der Pandemie“, sagt sie.

Über ihren Job als Sportpsychologin ist Notthoff überhaupt zum ersten Mal mit dem westfälischen Verband in Kontakt gekommen, weil sie damals das Mädcheninternat betreute. Parallel hat sie bereits im Trainerteam des FLVW gearbeitet. Als die Stelle als Verbandsfußballlehrerin dann frei wurde, übernahm Lea Notthoff den Posten. Die Wahl fiel wohl auch auf sie, weil sie reichlich Erfahrung mitbringt.

In ihrer Jugend spielte die Fußballerin bei Turbine Potsdam und stand im Kader der deutschen U 17- und U 19-Nationalmannschaft. Weil sie sich dann aber schwer verletzte, blieb ihr eine Profikarriere verwehrt. Notthoff stieg ins Trainergeschäft ein. Mittlerweile hat sie die A-Lizenz – die Fußballlehrer-Lizenz ist ihr Fernziel. Ob sie zum Bestehen dann auch Online-Training geben muss, ist ihr nicht bekannt. Erfahrung im Umgang damit hat Notthoff jetzt aber wenigstens reichlich.

Aufrufe: 17.3.2021, 07:00 Uhr
Dennis BleckAutor

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