Nico Toppmöller schießt Salmrohr zum Pokalsieg

Rheinlandpokal: FSV setzt sich nach Elfmeterschießen mit 6:5 gegen Oberligisten TuS Koblenz durch. VIDEOS (Update: Stimmen von der Pressekonferenz)

Der FSV Salmrohr hat die Überraschung geschafft und ein verlorengeglaubtes Spiel noch gewonnen. Im Finale um den Bitburger-Rheinlandpokal siegte das Team von Trainer Lars Schäfer am Samstagnachmittag vor 2715 Zuschauern im Bad Neuenahrer Apollinarisstadion mit 6:5 nach Elfmeterschießen gegen den klassenhöheren Oberligisten TuS Koblenz, freut sich damit zum neunten Mal über den Cupsieg und 115 000 Euro an Antrittsprämie für die erste Runde im DFB-Pokal, an der er nun teilnimmt. Bis zur Nachspielzeit führte die TuS mit 2:0, ehe der FSV doppelt zurückschlug und sich dann später im Elfmeterschießen durchsetzte.

Der FSV hatte in den ersten Minuten noch zu viel Respekt und ließ sich von den robusten Koblenzern beeindrucken. Zunächst rettete noch Schlussmann Andrei Popescu nach einem kernigen Schuss von Alen Muharemi (8.) und war auch wenig später zur Stelle, als es Justin Klein aus der Distanz probierte (11.). In der 13. Minute war es dann so weit: Nach Freistoßhereingabe von Felix Könighaus drückte der Ex-Trierer und frühere Mehringer Amodou Abdullei den Ball per Kopf aus kurzer Distanz über die Linie.

Schon früh war Salmrohrs Trainer Lars Schäfer zum Wechseln gezwungen – Shaban Almeida musste nach einer Viertelstunde mit einem Zwicken an der Leiste vom Platz. Für ihn kam Marcel Giwer.

Erste Aufregung im Koblenzer Strafraum gab es einige Minuten später: Nico Toppmöller kam nach einem Einsteigen von Felix Könighaus zu Fall, der durchaus mögliche Elfmeterpfiff von Schiedsrichter Mario Schmidt blieb aber aus (19.).

Salmrohr schwamm sich frei, ging allmählich beherzter in die Zweikämpfe und hatte in der 28. Minute eine dicke Chance durch Lucas Abend, der freistehend aus halbrechter Position verzog. Der stramme Schuss von Nico Toppmöller strich knapp vorbei (30.). Derselbe Salmrohrer klärte dann drei Minuten später vor dem eigenen Tor in höchster Not. In der gleichen Minute scheiterte Felix Käfferbitz an der Latte des FSV-Gehäuses. Und auch die Salmrohrer kamen mit der Latte in Berührung, als TuS-Torwart Dieter Paucken alle Probleme bei einem Freistoß von Gianlcuca Bohr hatte (44.).

Koblenz kam entschlossener aus der Kabine und zog das Spiel zunächst wieder an sich. Doch der FSV spielte immer wieder frech nach vorne. So wie in der 64. Minute. Hier rettete Paucken in höchster Not gegen Marco Unnerstall, nachdem er klug von Niklas Lames freigespielt worden war. Popescu war zwölf Minuten vor Schluss gegen Leon Waldminghaus zur Stelle.

Der FSV mühte sich bis zum Ende, die Kräfte schwanden aber und er kam eine ganze Weile so nicht mehr entscheidend zum Zuge. Der eingewechselte Marc Richter machte gegen die entblößte Salmrohrer Abwehr in der 90. Minute scheinbar alles klar. Dann traf Peter Schädler (90.+4) und wenig später zeigte Schiri Schmidt nach einem Foul an Mennicke auf den Punkt. Den Elfmeter verwandelte Kapitän Michael Dingels sicher. Unfassbar! Binnen weniger Sekunden hatte der FSV egalisiert.

Koblenz hatte durch Gonzalez Vass eine große Chance, Popescu parierte aber mit Glanzreflex (97.), auf der Gegenseite hielt Unnerstall aus 25 Metern drauf - Latte!

Zu Beginn der zweiten Hälfte verstolperte Hakeem Araba in aussichtsreicher Position und verpasste so das 3:2 für die TuS (108.). Beim Kopfball des gleichen Akteurs fehlte nicht viel (112.). Der FSV rettete sich ins Elfmeterschießen. Hier verwandelte Nico Toppmöller final und ließ die Salmrohrer überschwänglich jubeln. Außerdem hatten Dingels, Nico Kieren und Cirikovic für den FSV getroffen, Kai Bernard war an Paucken gescheitert. Auf der anderen Seite trafen von der Bracke, Araba und Lubaki, Könighaus schoss drüber, und FSV-Keeper Popescu hielt gegen Stahl.

„Das Finale war ein Krimi und tolle Werbung für den Amateurfußball“, sagte FVR-Präsident Walter Desch. TuS-Trainer Anel Dzaka meinte: „Das tut weh. Es war angesichts unserer Probleme im Verein kein einfacher Weg in den vergangenen Wochen. Umso schöner wäre der Pokalsieg gewesen.“ Sein Salmrohrer Pendant Lars Schäfer gab zu, „immer an meine Mannschaft geglaubt“ zu haben. „Sie hat gerade aufgrund ihrer unfassbaren Mentalität nicht unverdient gewonnen.“

Statistik:

Salmrohr: Popescu – Abend (71. Mennicke), Dingels, Düpre, Bohr – Schädler, Bernard, Toppmöller – Lames (84. Cirikovic), Unnerstall (108. N. Kieren)– Almeida (14. Giwer).

Koblenz: Paucken – Klein (66. Gonzalez Vass), von der Bracke, Stahl, Lubaki – Waldminghaus, Hadzic, Muharemi (61. Kabashi), Könighaus, Käfferbitz (86. Richter), Abdullei (104. Araba)

Schiedsrichter: Mario Schmidt (Gerolstein)

Zuschauer: 2715

Tore reguläre Spielzeit: 0:1 Abdullei (13.), 0:2 Richter (90.), 1:2 Schädler (90.+4), 2:2 Dingels (Foulelfmeter, 90.+5)

9879 Aufrufe25.5.2019, 14:00 Uhr
Arens AndreasAutor

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