Führt sein Team auch in die zweite Saison in der B-Juniorinnen-Bundesliga: Trainer Stefan Zimmer (Mitte)
Führt sein Team auch in die zweite Saison in der B-Juniorinnen-Bundesliga: Trainer Stefan Zimmer (Mitte) – Foto: Sebastian J. Schwarz

Im Salmtalstadion gibt’s bald Bundesligafußball zu sehen

Warum sie beim TuS Issel den Saisonabbruch in der B-Juniorinnen-Bundesliga mit gemischten Gefühlen sehen und wie sie die neue Saison planen.

Zu Beginn des vergangenen Monats hatte Issels U17-Trainer Stefan Zimmer seinen Spielerinnen noch einen gehörigen Schrecken eingejagt. Als Tabellenvorletzter müsse die Mannschaft aufgrund des Saisonabbruchs nach nur einem Jahr wieder aus der Bundesliga absteigen, erzählte der Trainer seinen Spielerinnen. Inzwischen haben sich die Gemüter der Spielerinnen nach diesem Aprilscherz wieder beruhigt. Durch den coronabedingten Saisonabbruch bleibt der TuS Issel in Wirklichkeit auch in der kommenden Spielzeit Bundesligist - der Abstieg wurde vom DFB genauso ausgesetzt wie der Aufstieg in die B-Juniorinnen-Bundesliga.

Die Stimmung ob der nach nur sechs Spieltagen abgebrochenen und annullierten Saison ist in Issel zweigeteilt. „Einerseits verspüren wir natürlich eine riesige Erleichterung, dass wir auch im nächsten Jahr erstklassig sind“, erklärt Zimmer. Doch gleich schiebt er nach: „Die Spielerinnen des 2004er Jahrgangs hatten keine schöne Saison.“ Nach dem Aufstieg vor einem Jahr konnten diese nun nicht mal eine halbe Saison in der Bundesliga absolvieren, ehe sie im Sommer in den Damenbereich hochrücken.

Neun Akteurinnen und damit die Hälfte der aktuellen Mannschaft werden der U17 des TuS jedoch auch in der neuen Saison erhalten bleiben. Der 2006er Jahrgang rückt aus den eigenen Reihen nach. Hinzu kommen bereits einige 2007er Spielerinnen.

Zudem ist das Trainerteam auf der Suche nach externen Verstärkungen. „Die Planung gestaltet sich als sehr schwierig“, sagt Zimmer vor dem Hintergrund, dass Sichtungen wegen der allenfalls kontaktlosen Trainingseinheiten bei anderen Vereinen kaum möglich wären. Umso erfreulicher ist es für die Isselerinnen, dass man sich mit dem SV Dörbach in vielversprechenden Kooperationsgesprächen für die Jugendmannschaften und insbesondere die B-Juniorinnen befindet. „Wir sind da guter Dinge, dass das funktionieren wird“, sagt Abteilungsleiter Jupp Regneri auf TV-Nachfrage. Von der bevorstehenden Kooperation sollen beide Vereine profitieren: Der TuS kann nicht nur bundesligataugliche Nachwuchsspielerinnen gewinnen, sondern gleichzeitig eine zweite B-Juniorinnen-Mannschaft melden, nachdem es in der vergangenen Saison nicht alle Spielerinnen in den Bundesliga-Kader geschafft hatten und damit nicht die benötigte Spielpraxis erhielten. Dörbach selbst würde ohne die Kooperation wohl kein eigenes Team melden können und profitiert gleichzeitig von den gewachsenen Isseler Strukturen.

Wann es wieder unter Wettkampfbedingungen losgehen kann, ist aufgrund der Corona-Entwicklung derzeit noch ungewiss. Trotzdem wird in Issel aktuell weiter fleißig trainiert. Mit einer Sondergenehmigung und unter der Voraussetzung von zwei wöchentlichen Corona-Schnelltests (TV berichtete) dürfen die Spielerinnen auf den Platz. „Das ist ein großes Privileg“, weiß auch Coach Zimmer. „Für die Mädels ist das das Highlight der Woche, und alle sind verantwortungsbewusst und mit 100-prozentigem Einsatz dabei.“

Aufgrund des engmaschigen Monitorings ist es den Junioren-Teams in der Bundesliga auch möglich, Testspiele zu absolvieren. Zuletzt gab es ein 1:3 (1:1) gegen die TSG Hoffenheim, eines der besten weiblichen Nachwuchsteams in Deutschland. Ohne vier Stammspielerinnen schlug sich der TuS dabei beachtlich, nachdem man den Kraichgauerinnen in der vergangenen Sommervorbereitung noch mit 1:6 unterlegen war. In den kommenden Wochen ist zudem noch ein Testspiel gegen den Ligakonkurrenten SC Bad Neuenahr geplant.

Für die kommende Saison ist man beim TuS Issel derweil optimistisch, sich in der Bundesliga etablieren zu können. „Die sechs Spiele aus der abgebrochenen Saison sind ein klarer Vorteil“, meint Zimmer, der bereits eine gute Basis gelegt sieht: „Auch ich als Trainer habe meine Erfahrungen gesammelt und konnte etwas mitnehmen.“ Mit der Volksbank Trier bleibe zudem der Hauptsponsor bei der Stange. „Das gibt uns Sicherheit“, betont Abteilungschef Regneri.

Zudem ist ein weiterer wichtiger Aspekt bereits geklärt: Der grundsätzlich auf dem Kunstrasen am Schweicher Schulzentrum beheimatete TuS wird seine Heimspiele in der kommenden Saison – falls vom Gegner gefordert – auf dem Naturrasen im Salmtalstadion austragen können. Im Stadion des ehemaligen Zweitligisten FSV Salmrohr dürfte dann bei den Spielen etwas mehr Bundesliga-Atmosphäre aufkommen.

1535 Aufrufe4.5.2021, 16:14 Uhr
Sonja EichAutor

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