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TuS Hornau machen Durchmarsch in die Hessenliga perfekt

TuS siegen vor 1.500 Zuschauern im Endspiel um den Hessenliga-Aufstieg gegen die SG Bad Soden-Salmünster mit 3:1-Sieg +++ Dritter Aufstieg in fünf Jahren

von Philipp Durillo · 11.06.2024, 23:30 Uhr · 0 Leser
Ein kleines Fußball-Märchen ist perfekt: Die TuS Hornau sind in die Hessenliga aufgestiegen.
Ein kleines Fußball-Märchen ist perfekt: Die TuS Hornau sind in die Hessenliga aufgestiegen. – Foto: RSCP Photo - Archiv

Hanau. Die Fußball-Sensation ist perfekt: Die TuS Hornau haben den Durchmarsch von der Gruppenliga in die Hessenliga geschafft. Im Endspiel der Aufstiegsrunde setzten sich der Vizemeister der Verbandsliga Mitte vor rund 1.500 Zuschauern im Dröse-Stadion von Hanau gegen Nord-Vizemeister SG Bad-Soden Salmünster mit 3:1 durch. Dabei zeigten die Hornauer in der Halbzeit zwei eine klare Leistungssteigerung, hatten hinten das entscheidende Quäntchen Glück und am Ende einer anstrengenden Relegations-Woche mehr Benzin im Tank als der Gegner.

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"Vor ein paar Jahren waren wir noch in der Kreisoberliga. Und jetzt spielen wir einfach Hessenliga. TuS Hornau in der fünften Liga: Das ist der absolute Wahnsinn", sagte TuS-Coach Andreas Klöckner. Es ist ein kometenhafter Aufstieg: 2020 zu Beginn der Corona-Pandemie vorzeitiger Kreisoberliga-Meister, 2021 coronabedingter Saison-Abbruch als Gruppenliga-Erster, 2022 Zweiter hinter der damaligen "Übermannschaft" Dorndorf, 2023 souveräner Gruppenliga-Meister - und nun der Aufstieg in die Hessenliga. "Die Jungs kennen seit Jahren nur noch die Sonnenseite des Fußballs. Es ist einfach unfassbar, was diese Mannschaft zuletzt geleistet hat", sagte Klöckner. Rund 40 Prozent des aktuellen Hornauer Kaders war schon zu Kreisoberliga-Zeiten dabei - viele davon in der eigenen Jugend ausgebildet.

Einer davon ist Lukas Wintermeier. Die Einwechslung des spielstarken Sechsers zur Halbzeit brachte die Wende in einem zuvor fehlerhaften, nervösen Hornauer Spiel. "Unsere Abstände im Zentrum waren auf dem riesigen Platz in Hanau einfach zu groß, dazu waren wir zu brav, hatten wacklige Beine", sagte Klöckner. Die SG lag verdient in Front durch den Treffer von Mert Pekesen (13.), der den Ball aus acht Metern unter die Latte nagelte. Zur Pause korrigierte Klöckner dann, stellte auf 4-3-3 um. Mit Wintermeier im Zentrum hatten die TuS nun mehr Zugriff.

Doppelschlag binnen 15 Minuten

Dem eigentlich am Knie lädierten Mittelfeldmann hatten die Physios zuvor maximal 20 Minuten Einsatzzeit in Aussicht gestellt. Es wurden 45, in denen Wintermeier entscheidenden Anteil am Sieg hatte. Nach dem Ausgleichstreffer durch Krish Raweri (53.), der nach einem Pass in die Schnittstelle traf, kam mehr Sicherheit ins TuS-Spiel. "Wir haben wieder das gemacht, was uns stark gemacht hat", sagte Klöckner. Dann die 65. Minute: Flanke Maxim Andreutti, Kopfball Wintermeier - 2:1 Hornau. Bad Soden versuchte nochmal alles, scheiterte bei der besten Gelegenheit jedoch am Innenpfosten. Am Ende gingen beide Teams nach dem dritten Spiel binnen sechs Tagen auf der Felge. "Da hat es uns vielleicht genützt, dass wir im Schnitt sechs, sieben Jahre jünger waren", sagte Klöckner.

37-Tore-Mann Raweri künftig in der Regionalliga

Ehe kurz vor Schluss Krish Raweri nach einem Hoppel-Ball durch den Strafraum richtig stand und zum Endstand traf. Der krönende Abschluss, markiert durch den 37. Saisontreffer (sechs davon in der Relegation) des Hornauer Unterschiedsspielers, der die TuS in Richtung Regionalliga verlassen wird und sich - wie nun bekannt wurde - dem FC Gießen anschließt. Mehr dazu lest ihr hier.

Ein Abend für die Ewigkeit

Er wird, ebenso wie seine Mitstreiter, diesen Fußballabend in Hanau nie vergessen. "Gefühlt waren 1.000 Zuschauer aus Hornau da. Von beiden Seiten gab es permanent Anfeuerungsrufe. Selbst Spieler, die zehn Meter von mir entfernt standen, haben mich nicht gehört", sagte Andreas Klöckner. Für den es nach Abpfiff die obligatorische Bierdusche gab, Humba mit den mitgereisten Fans, Feierlichkeiten in den Katakomben. Und schließlich die Weiterfahrt nach Hornau. "Wer heute vor dem Trainer heimfährt, wird rausgeschmissen", sagte Klöckner.