
Die 75. Spielminute an einem verregneten Mittwochabend in Töging ist angebrochen. Der Ball ruht unweit der Strafraumgrenze. Maximilian Freundl atmet noch einmal tief durch, läuft an und zirkelt den Ball über die Mauer zum vorentscheidenden 2:0 für die Holzkirchner ins Tor – zweifellos ein klasse Treffer.
„Ich schieße eigentlich nach jedem Training extra Freistöße“, erzählt Freundl. „Aber viel wichtiger war es heute, dass wir nach zwei Niederlagen endlich wieder gewonnen haben.“ Am Ende setzten sich die Grün-Weißen verdient mit 3:1 gegen den FC Töging durch und feierten den ersten Sieg im Jahr 2026.
Nicht nur Freundl war erleichtert, Coach Orhan Akkurt war es auch. „Das tut definitiv gut“, bestätigt der TuS-Trainer. „Vor allem, dass wir ohne große Zwischenfälle das Spiel souverän gewonnen haben.“ Die Grün-Weißen mussten neben Bastian Feldbrach auch auf Gilbert Diep verzichten, der wegen Problemen an der Achillessehne ausfiel. Dafür rückte Fabio Sabbagh in die Startelf, zudem ersetzte Maximilian Avril den gesperrten Lukas Krepek in der Innenverteidigung.
Dennoch war den Grün-Weißen primär in den ersten 45 Minuten eine leichte Verunsicherung anzumerken. „Ich finde, dass wir in der ersten Halbzeit sehr schlampig waren, vor allem technisch“, betont Akkurt. „Wir waren einfach unkonzentriert.“ So dauerte es bis zur 30. Minute, ehe die Holzkirchner gegen harmlose Gastgeber erstmals gefährlich wurden, doch Stefan Hofingers Abschluss aus rund zehn Metern Entfernung wurde vom eigenen Mitspieler Elias Schnier geblockt. Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff fand Hofingers Flanke Freundls Kopf. Freistehend setzte der Youngster den Ball über die Querlatte.
Nach dem Seitenwechsel drehten die TuS-Kicker richtig auf. Ein langer Ball von Torwart Maximilian Riedmüller landete bei Hofinger, der sich anschließend gekonnt durchsetzte und den Ball wuchtig ins rechte kurze Eck zur nicht unverdienten 1:0-Führung schoss. „Wir haben es dann in der ganzen zweiten Halbzeit sehr, sehr gut gemacht.“
Das Holzkirchner Angriffsspiel verlief wieder flüssig. Einziges Manko: Die Vorentscheidung blieb aus, auch weil Schnier mit einem schönen Flachschuss, genauso wie Teamkollege Tobias Bebber wenig später, nur knapp am Tor scheiterte.
Das machte Freundl mit seinem Traumfreistoß eine Viertelstunde vor dem Ende besser: „Maxi ist der klassische Unterschiedsspieler“, sagt Akkurt. „Aber bisher steht er nur bei zwei Saisontoren. Für einen Mann seiner Klasse ist das eigentlich zu wenig.“ Freundl setzte sich wenig später an der Grundlinie gegen zwei Töginger Gegenspieler durch und legte den Ball in den Rückraum zurück, wo der eingewechselte Tim Feldbrach nur noch zum entscheidenden 3:0 einschieben musste.
Das 1:3 in der Nachspielzeit durch Tögings Endurance Ighagbon konnte dann höchstens noch die Laune von Holzkirchens Schlussmann Riedmüller trüben. Aber auch er freute sich über die ersten drei Punkte im Jahr 2026.