
Lange schien der TuS Hiltrup durchaus in keiner guten Position im Abstiegskampf. Stets hatte der Aufsteiger die meisten Partien auf dem Konto, da er erst am letzten Spieltag spielfrei hat. Die Konkurrenz schien immer in Schlagdistanz, um den TuS am Ende hinter sich lassen zu können. Doch das ist vorbei! Mit drei Heimsiegen in Folge, darunter Siege gegen die direkten Konkurrenten SG Finnentrop/Bamenohl und Rot Weiss Ahlen, ist der Klassenerhalt geschafft und Hiltrup kann sich entspannt in die Sommerpause verabschieden.
Aber nicht ohne auf eine Aussage der Konkurrenz zu reagieren! Ahlens Sportvorstand Dennis Kocker war in der Lokalpresse "Westfälische Nachrichten" mit folgender Aussage zitiert worden: "Mir wäre es am liebsten, wir gewinnen zweimal und Hiltrup muss am letzten Maiwochenende auf dem Sofa sitzend absteigen."
Es war wohl eine zu ehrliche öffentliche Aussage, die die Hiltruper Mannschaft nochmal so richtig für das letzte Heimspiel gegen die TSG Sprockhövel, das 1:0 gewonnen wurde, motiviert hat, wie Hiltrups Sportlicher Leiter und Interims-Coach Raul Prieto verrät: "Diesen Bericht der Lokalpresse haben wir in die Schublade gelegt und gesagt, komm, wir wollen das auf dem Platz austragen und nicht in den Medien. Vor allen Dingen mit so viel Stillosigkeit von einem Verantwortlichen, das gehört sich nicht. Ich möchte darauf nun nett reagieren, ich glaube, so wie es angemessen ist. Wir drücken auf jeden Fall allen Mannschaften die Daumen für den letzten Spieltag. Das gehört sich einfach so und das ist auch in unserem Sinne, sportliche Fairness walten zu lassen. Jede Mannschaft, die am Ende den Klassenerhalt schafft, hat es verdient, auch wenn letztlich immer etwas Glück und Unglück dazugehört."
Das Hiltruper Statement im Wortlaut:
„Nach diesem Wochenende können wir den Klassenerhalt nun praktisch entspannt vom Sofa aus verfolgen. Die Mannschaft hat sich das in den vergangenen Wochen absolut verdient. Gerade in den entscheidenden Spielen hat das Team Charakter gezeigt, Ruhe bewahrt und auf dem Platz die richtigen Antworten gegeben. Darauf können Mannschaft, Trainerteam und der gesamte Verein stolz sein.
Umso schöner ist es natürlich, wenn man am Ende sportlich liefert, anstatt vorher große Worte zu machen. Ich persönlich hätte mir in den vergangenen Wochen von einigen Beteiligten rund um den Abstiegskampf etwas mehr Stil und Respekt gewünscht. Aussagen darüber, andere Vereine ‚vom Sofa aus absteigen zu sehen‘, sorgen vielleicht kurzfristig für Schlagzeilen, am Ende entscheidet aber immer noch der Platz. Und dort hat TuS Hiltrup die passende Antwort gegeben.
Wir haben uns in den letzten Wochen bewusst auf uns selbst konzentriert und die Energie lieber in die Mannschaft investiert als in öffentliche Kommentare. Genau das hat die Gruppe ausgezeichnet. Die Jungs haben Charakter gezeigt, sind ruhig geblieben und haben geliefert, als es darauf ankam.
Natürlich drücken wir trotzdem allen westfälischen Vereinen die Daumen, die noch um den Klassenerhalt kämpfen. Jeder weiß, wie brutal diese Liga sein kann. Schadenfreude war nie unser Stil und wird es auch nicht werden.
Aber ein kleiner Gruß nach Ahlen darf dann vielleicht trotzdem erlaubt sein: Danke an Dennis Kocker für die zusätzliche Motivation in den vergangenen Tagen. Den Klassenerhalt jetzt wahrscheinlich entspannt vom Sofa aus verfolgen zu können, fühlt sich ehrlich gesagt ziemlich gut an.
Und jetzt machen wir erstmal Urlaub.“