TSV Siegens Stürmer Leon Schreiber (links, hier im Test gegen Weißtal II) schnürte beim 5:0-Sieg im Charlottental einen Doppelpack. Archiv-
TSV Siegens Stürmer Leon Schreiber (links, hier im Test gegen Weißtal II) schnürte beim 5:0-Sieg im Charlottental einen Doppelpack. Archiv- – Foto: klug

Bürbach ballert sich an die Tabellenspitze

Alchen meldet sich mit Auftaktsieg zurück – Dielfen sichert sich Punkt im Freien Grund – Eisern verspielt im Derby zweimal die Führung

Hickengrund II
0:2
TuS Alchen
§

Der TuS Alchen ist mit seiner ersten Mannschaft nach dem Rückzug aus der A-Liga zurück im Fußballgeschäft! Und aus Alcher Sicht noch viel erfreulicher: Die Elf von Trainer Jens Wende zitterte sich am ersten Spieltag gegen die zweite „Welle“ aus Hickengrund direkt zum ersten Sieg. Nachträglich wurde das Spiel mit 2:0 für die Elf von der „Wolfskaute“ gewertet, doch auch sportlich stand Alchen nach 90 Minuten mit einem 3:2-Erfolg als Gewinner fest. „Insgesamt ist der Sieg verdient. Hickengrund war in den ersten 30 Minuten klar besser, danach sind wir immer besser ins Spiel gekommen. Leider war die Schiedsrichterleistung heute nicht gut. Da wurde auf beiden Seiten schlecht gepfiffen, sodass der Spielfluss ein wenig verloren ging“, bilanzierte TuS-Trainer Wende. Sein Gegenüber Benjamin Weller schloss sich der Kritik am Unparteiischen an und sah trotz der Niederlage eine gute Leistung seiner Mannschaft: „Wir haben gut dagegen gehalten und gerade am Anfang und am Ende der Partie richtig Gas gegeben, dabei aber diverse Chancen nicht genutzt. Das wird in der B-Liga bestraft, weswegen wir am Ende unglücklich verloren haben.“

In der Druckphase des Aufsteigers ließ Fabian Krauskopf die Führung liegen, als er einen Elfmeter verschoss (19.). Das rächte sich, weil Alchen in der Folge Fahrt aufnahm und durch Robin Grimm (32.) und Philipp Klein (36.) in Front zog. Nach dem Seitenwechsel besorgte Grimm den dritten Treffer der Gäste (62.), doch die Weller-Elf meldete sich postwendend zurück – diesmal traf Krauskopf souverän in die Maschen (64.). Die Gastgeber verkürzten zwar nochmals durch Jonathan Elias Strohmann (87.), aber da war es zu spät, um die Niederlage abzuwenden. Nach einem Jahr zum Vergessen feiern die Alcher hingegen den ersten Sieg. „Heute sind wir mit einer Rumpfelf angetreten, weil noch viele Spieler verletzt sind. Doch, wenn die in den nächsten Wochen wieder fit sind, dann wird das mit Sicherheit noch eine sehr interessante Saison für uns werden“, schloss TuS-Coach Wende.

TuS Eisern
2:2
FC Eiserfeld II

Keinen Sieger fand indes das Derby zwischen dem TuS Eisern und der zweiten „Welle“ des FC Eiserfeld. Die beiden Lokalrivalen mussten sich mit einem 2:2-Remis die Punkte teilen. Laut TuS-Trainer Uwe Krämer war es aber auch eine Partie, die keinen Sieger verdient hatte: „Beide können heute gut mit dem Punkt leben. Es war ein typisches Derby. Es gab Chancen auf beiden Seiten. Beide waren verbissen, aber nicht unfair und da geht's dann eben mal hoch und mal runter.“

Der Aufsteiger zeigte bei seiner Rückkehr in die B-Liga direkt Comebacker-Qualitäten: Denn die zweimalige Führung der Hausherren durch Nils-Lennert Moos (13./31.), wussten Firat Yalu (19.) und Simon Schmidt (41.) mit dem jeweiligen Ausgleich zu kontern. Eisern hatte wiederum keine Antwort mehr parat, sodass der Halbzeitstand auch nach 90 Minuten noch Bestand hatte.

FC Freier Grund II
1:1
TSG Dielfen

Luft nach oben hat hingegen noch die TSG Adler Dielfen, die sich bei der Reserve des neu gegründeten Fusionsvereins FC Freier Grund erst spät einen Punkt sicherte. „In der ersten Hälfte waren wir zu passiv, das hatte was von Abtasten mit Sicherheitsabstand. Der Gegner ging daher folgerichtig in Führung. Nach der Pause haben wir uns neu sortiert: Ab da war es ein offener Schlagabtausch mit Chancen auf beiden Seiten“, urteilte TSG-Coach Steffen Langenbach.

Steffen Busch verschaffte den Gastgebern vor der Pause einen Vorteil (41.). Danach scheiterten die Kicker aus Salchendorf und Neunkirchen am Pfosten und an TSG-Keeper Mario Wegmann. Die Adler ließen in der Folge auch einige Chancen liegen, bejubelten aber immerhin noch Philipp Köhns Treffer zum 1:1-Endstand (76.). Damit erholte sich die Langenbach-Elf von dem Schock aus der ersten Hälfte, als sich Lucas Volprecht ohne Gegnereinwirkung verletzte und mit Verdacht auf Sprunggelenkbruch vom Krankenwagen abtransportiert werden musste.

SSV Buchen
2:4
Türk Neunk.

Nach dem coronabedingten Saisonabbruch bedeutet die neue Spielzeit für den SSV Sohlbach-Buchen nicht nur einen Neuanfang, sondern auch eine Neuausrichtung. Der Abstiegskandidat der Vorsaison verstärkte sich im Sommer und holte sich neben dem Landes- und Bezirksligaerprobten Trainer Oliver Mack unter anderem mit Alexander Großmann, Lukas Kneisel und Oliver Helmes auch routinierte Spieler ins Boot. Das alles ändert aber nichts daran, dass sich die Sohlbacher in der ersten Partie Anadolu Türk Spor Neunkirchen geschlagen geben mussten. „Die Niederlage ist unterm Strich in Ordnung. Ein Punkt für uns wäre zwar drin gewesen, aber die Türken haben eine gute Truppe und wir haben vor dem Platzverweis zu wenig aus unseren Torchancen gemacht“, bilanzierte Mack nach seinem ersten Spiel als SSV-Trainer.

In der ersten Hälfte war die Partie völlig offen: Yasin Ensar Hakyemez schoss die Gäste zwar früh in Führung (11.), doch Aytac Özekicioglu brauchte nicht lange, um die Uhren wieder auf Null zu drehen (24.). Weil Sascha Leicher mit einem Elfmeter an Gästekeeper Hüseyin Kalayci scheiterte (32.), blieb es auch bis zur Pause beim 1:1. Die gelb-rote Karte gegen SSV-Akteur Blessing Chapepa (61.) erwies sich letztlich als Knackpunkt. Die Sohlbacher drehten zwar durch Mehmet Avci das Spiel (65.), doch Anadolu sicherte sich durch einen von Hasan Kalayci verwandelten Foulelfmeter (69.) sowie dank Toren von Ishak Suayb Biyikli (85.) und Burak Sahin (90.) den Sieg.

Der Krankenwagen musste indes auch einen Abstecher nach Sohlbach machen. Für Sascha Leicher ging es nach einem unglücklichen Zusammenprall mit SSV-Keeper Robin Stein nicht mehr weiter. Es gab am späten Nachmittag aber Entwarnung: Der Verdacht auf Schädelbruch hatte sich Mack zufolge im Krankenhaus zum Glück nicht bestätigt.

GS Burbach
0:7
SpVg Bürbach

Auch wenn Gurbetspor Burbach gegen die SpVg. Bürbach sieben Tore kassierte, machte der Aufsteiger, der im Übrigen seit dieser Saison auf Kunstrasen kickt, dem neuen Tabellenführer das Leben schwer. So urteilte Bürbach-Trainer Joel Kalambayi, der die Elf vom „Galgenberg“ mit Muharrem Shabanaj trainiert: „Das Ergebnis fällt definitiv zu hoch aus. Wir haben gegen einen gut aufgestellten Aufsteiger einen holprigen Start hingelegt und erst in der Schlussphase den Sieg herausgeschossen. Burbach hat Herz gezeigt, auch wenn am Ende bei denen die Kräfte nachgelassen haben. Daher wissen wir auch, so ein 7:0 einzuordnen.“

Lediglich zweimal schafften es die Gäste, das Gurbetspor-Bollwerk in der ersten Hälfte zu überwinden. Florian Garbe (27.) und Marvin Kolb (33.) schossen eine wackelige Führung heraus, die erst mit dem erlösenden dritten Treffer durch Nicolas Laube so richtig Form annahm (70.). Am Ende wurde es für den Aufsteiger ein verbrauchter Nachmittag, weil Moritz Wilhelm (78./81.) und Muharrem Shabanaj (85./88.) jeweils einen Doppelpack schnürten.

Siegener SC  II
0:5
TSV Siegen

Derweil löste der TSV Siegen seine Pflichtaufgabe und fuhr zum Saisonstart einen 5:0-Erfolg über die zweite Mannschaft des Siegener SC ein. TSV-Trainer Fabian Wüst war dementsprechend zufrieden: „Im Großen und Ganzen war es ein gelungener Saisonauftakt. Es ist immer schwer, gegen eine Mannschaft zu spielen, die sich hinten reinstellt und es hat lange gedauert, bis wir aus den vielen Chancen Tore gemacht haben. Wir müssen da noch etwas ruhiger sein.“

Die SSC-Reserve hielt lange wacker dagegen, mit einem Doppelpack schoss Robin Möller den TSV jedoch noch vor der Pause auf die Siegerstraße (35./40.). Nachdem Leon Schreiber für die Vorentscheidung gesorgt hatte (54.), bejubelte Möller noch seinen dritten Treffer (71.), ehe erneut Schreiber quasi mit dem Abpfiff durch einen verwandelten „Elfer“, den er selbst herausgeholt hatte, den Schlusspunkt setzte (90.). Einziger Wermutstropfen: Auch diese Partie wurde letztlich von einer Verletzung überschattet. Jonas Bäumer, der Rechtsverteidiger der Gäste, knallte nach einem Zweikampf an der Torauslinie unglücklich in die Betonmauer im Charlottental und musste mit einer Platzwunde am Kopf und einem gebrochenem Arm vom Krankenwagen geholt werden (53.).

Aufrufe: 020.9.2020, 21:20 Uhr
Marc KlugAutor

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