Scheppe schießt Ottfingen ins Glück

SVO gewinnt Topspiel durch umstrittenen Strafstoß - Hickengrund verliert Anschluss

FC Eiserfeld - SV Setzen 7:1
Der FC Eiserfeld fuhr beim deutlichen 7:1-Kantersieg über den SV Setzen seinen achten „Dreier“ der Saison ein und hat sich auf Platz 3 verbessert, während der Abstand des Aufsteigers zu den Abstiegsplätzen auf nur noch drei Zähler geschmolzen ist.

„Wir wussten, dass Setzen in der Defensive Schnelligkeitsprobleme hat, haben uns etwas weiter zurückgezogen als sonst und dann mit vielen Diagonalbällen hinter die Abwehr gearbeitet. Das ist uns sehr gut gelungen, Gäste-Keeper Tin Böcher hat noch etliche Male richtig gut pariert“, kommentierte FCE-Trainer Andreas Maier das Schützenfest, der sich abermals aber mehr Unterstützung von Außen erhofft hätte: „Wir genießen die Situation, oben dabei zu sein. Ich würde mir wünschen, dass das auch mehr unserer Zuschauer machen würden!“

Nur 75 Zuschauer verliefen sich im weiten Rund im „Helsbachtal“, der Rest verpasste einen hochverdienten Erfolg der Eiserfelder, was auch Setzens Teamchef Jan Fünfsinn bestätigte: „Das war ein gebrauchter Tag für uns, wir waren weit weg von einem Punktgewinn. Es geben sich dann am Ende zu viele Spieler auf, die Tore fallen dann zu einfach.“ Bitter für Setzen: Jannik Schulze (Platzwunde am Kopf) sowie Louis Weber und Tobias Hirth (blieben beide im Kunstrasen hängen) verletzten sich.

Schiedsrichter: Fabian Kost (SV Attendorn) - Zuschauer: 75
Tore: 1:0 Ruben Balthasar (29.), 2:0 Lukas Weber (40.), 3:0 Marcel Kirsch (51. Foulelfmeter), 3:1 Max Hermes (57.), 4:1 Ruben Balthasar (69.), 5:1 Lukas Weber (71.), 6:1 Ruben Balthasar (84.), 7:1 Lukas Schneider (86.)


SG Hickengrund - VfR Rüblinghausen 0:5
Quo vadis, SG Hickengrund? Nach dem 1:2-Hoffnungsschimmer im Kreispokal gegen Oberligist Sportfr. Siegen kassierten die „Hicken“ eine 0:5-Pleite gegen den VfR Rüblinghausen und sind dem Abgrund so nahe wie lange nicht mehr, wobei sich der Abstand auf den ersten Nichtabstiegsplatz (sieben Punkte) immerhin nicht vergrößerte. Allerdings haften den zuletzt in der Liga gezeigten Leistungen das Prädikat „Bezirksliga“ zu selten an.

„Rüblinghausen hatte eine andere Mentalität und Körpersprache. Sie waren gewillt und hatten vielleicht auch eine andere Einstellung. Ich will gar nicht einmal sagen, dass wir so schlecht waren, aber die letzten Prozente haben gefehlt, um die Angriffe sauber auszuspielen“, kommentierte der Sportliche Leiter Sascha Majkic, der klarstellte: „Von Seiten des Vorstands und der Sportlichen Leitung wird es keine Trainerdiskussion geben. Manuel Döpfer und Yannic Brück investieren unglaublich viel Zeit und sind engagiert. Es wäre ein Fehler, sie in Frage zu stellen!“

Döpfer selber war äußerst enttäuscht: „Mit diesen Leistungen wird es schwer werden, die Liga zu halten. Das sollte jedem einzelnen genügend Anlass zum Nachdenken geben. Das Ergebnis ist deutlich, am Ende aber auch zwei oder drei Tore zu hoch. Trotzdem hat Rüblinghausen verdient die Punkte mitgenommen, wenngleich ich einen so großen Leistungsunterschied nicht gesehen habe.“ Im letzten Drittel war der Aufsteiger aber die deutlich zielstrebigere Mannschaft, die freilich auch bei den ersten drei Toren von kapitalen Fehlern der verunsicherten „Hicken“ profitierte. Christian Griffel (11.) und Lukas Bindeck (44.) schossen eine 2:0-Halbzeitführung heraus. „Das war auch verdient, wir hatten zweimal durch Bindeck und durch Griffel noch weitere Chancen. Selbst haben wir wenig zugelassen, außer bei ein paar Standards, als Hickengrund nach dem Wechsel besser aufkam“, lobte VfR-Coach Avdi Qaka seine Jungs, bei denen Bindeck (66. und 81.) sowie abermals Griffel (85.) die weiteren „Kirschen“ besorgten.

Schiedsrichter: Kazim Coskun (Neuenrade)
Tore: 0:1 Christian Griffel (11.), 0:2 Lukas Bindek (44.), 0:3 Lukas Bindek (66.), 0:4 Christian Griffel (75.), 0:5 Lukas Bindek (81.)



FC Altenhof - TuS Deuz 0:2
Was für ein wichtiger Auswärtssieg für den TuS Deuz, der sich nicht nur punktgleich mit dem SuS Niederschelden auf dem ersten Nichtabstiegsplatz stellte, sondern mit dem 2:0-Erfolg beim FC Altenhof auch die Gastgeber wieder mit ins Geschäft brachte.

„Wir haben die letzten Wochen gut gepunktet und uns heute wieder alles kaputt gemacht. Wir hätten heute Ruhe haben können in Sachen Abstiegskampf, jetzt sind wir wieder mitten dabei“, zeigte sich FCA-Trainer Oliver Mack enttäuscht von der Leistung seiner Truppe und vom Endresultat. „Wir hatten über das gesamte Spiel hinweg die besseren Chancen, aber das Leder wollte einfach nicht reingehen. Defensiv haben wir schlecht gestanden, das war aber insgesamt auch eher eine Partie von zwei schwachen A-Kreisligisten, die keinen Sieger verdient gehabt hätte“, resümierte Mack.

Das Fazit von Friedhelm Jost aus dem Trainerstab der Deuzer fiel hingegen, verständlicherweise, deutlich positiver aus: „Die erste Hälfte war ausgeglichen mit Chancen auf beiden Seiten, nach der Pause kam Altenhof besser auf, aber wir haben sie dann sehr gut ausgekontert und hätten durch Christian Sting und Abdesamad Oujagaoui auch noch mehr Treffer erzielen können. Letztendlich ist unser Sieg verdient.“ Dennis Neuser schnürte seinen Doppelpack (58. und 74.) zum vierten Auswärtssieg des Neulings.

Schiedsrichter: Keine Angabe - Zuschauer: 100
Tore: 0:1 Dennis Neuser (58.), 0:2 Dennis Neuser (74.)


SC Listernohl-Windhsn-Lichtringhsn - TuS Plettenberg 2:3
Der SC Listernohl-Windhausen-Lichtringhausen musste beim 2:3 gegen den TuS Plettenberg die sechste Saisonniederlage hinnehmen, ist nunmehr seit fünf Ligaspielen ohne Dreier und holte in dieser Zeit auch nur einen einzigen Punkt, sodass die Truppe von Dawid Jaworski immer tiefer im (Abstiegs-)Schlamassel steckt.

Der Coach selber musste nach dem Spiel aufgrund seiner Rufbereitschaft zur Arbeit, Betreuer Guido Schrage übernahm seinen Part der Analyse:. „Uns geht es gerade nicht so gut. Es ist mir unerklärlich, was in den letzten Wochen los ist. Wir verlieren die Begegnungen aber auch nicht zu Unrecht.“

Im ersten Durchgang hatten die Gäste zwar die ersten beiden sehr guten Möglichkeiten, doch Nick Heimes, der nach 24 Minuten freistehend vorbei semmelte, besorgte dann zehn Minuten später das 1:0, was in der ausgeglichenen ersten Hälfte noch in Ordnung war. „Dann gehen wir in die Halbzeit. Und was man da bei uns so im Kabinentrakt mitbekommt... Es war sehr laut in der Plettenberger Kabine, deren Trainer Stephan Suerbier hat klare Worte gefunden. Danach war der Gast deutlich aggressiver“, sagte Schrage, sodass das 1:1 durch Fadi Mrida zwar verdient war, das Foul, was zum Strafstoß führte, aber wohl eher nicht ahndungswürdig war (55.). Dieser Ausgleich gab Plettenberg Auftrieb, sodass die Einschüsse von Niklas Linde (62.) und Vincent Schlotmann (76.) nicht von ungefähr kamen.

LWL hatte bereits nach dem 1:2 mehr geöffnet, erhöhte seinerseits in der Schlussphase immer mehr den Druck und bekam ebenfalls einen Strafstoß zugesprochen (Schrage: „Der war genau so umstritten wie der erste“), doch Sebastian Arens scheiterte erst an der Hand von TuS-Hüter Sören Langwald und den Abpraller setzte Arens dann per Kopf an die Latte. Viel mehr „Zwingendes“ kam bei den Bemühungen nicht heraus, bevor Calvin Klein (90.+1) die Kugel zum 2:3 abstaubte, aber kurz darauf war auch Schluss.

Schiedsrichter: Patrick Horlemann (SV Spellen) - Zuschauer: 111
Tore: 1:0 Nick Heimes (34.), 1:1 Fadi Mrida (55. Foulelfmeter), 1:2 Niklas Linke (62.), 1:3 Vincent Schlotmann (76.), 2:3 Calvin Klein (90.)
Besondere Vorkommnisse: Sebastian Arens (SC Listernohl-Windhsn-Lichtringhsn) scheitert mit Foulelfmeter (85.)

SV 1931 Ottfingen - SV Germania Salchendorf 1:0
Irgendwie hatte es sich angedeutet, dass das Spitzenspiel zwischen dem SV Ottfingen und Germania Salchendorf womöglich durch eine strittige Entscheidung des jungen Schiedsrichters Robert Starke in eine Richtung gelenkt werden könnte. Der Unparteiische stand unter Beobachtung und lag in der 88. Minute komplett daneben. Natürlich gab es eine ganz kleine Berührung zwischen SVO-Angreifer Patrick Diehl – der hernach im Kreise der Mannschaft auch zugab, dass es kein Elfmeter war – und Jan-Philipp Gelber, aber einen Strafstoß rechtfertigte der Einsatz des SVG-Abwehrchefs nicht. Gelber sah zudem auch noch, völlig überzogen, „knallrot“.

Julian Scheppe blieb in der ganzen Aufregung cool und setzte das Leder, inzwischen waren gut und gerne drei Minuten vergangen, ins linke Eck. 1:0 für Ottfingen und Starke pfiff auch direkt ab, was nicht nur aus Sicht der Johannländer unverständlich war. Die Germanen schäumten – zu Recht – vor Wut und mussten die Tabellenführung abgeben, während die zuletzt kriselnden Ottfinger den „Dreier“ ausgiebig feierten.

„Ich konnte es nur schwer sehen, da ich weit weg war. Drei unabhängige Personen haben mir aber bestätigt, dass es kein Elfmeter war. Umso bitterer, dass Jan-Philipp auch noch die Rote Karte bekommt. Der Schiedsrichter war in zwei, drei Situationen überfordert“, runzelte Germanen-Coach Thomas Scherzer auf der Pressekonferenz mit der Stirn und war sichtlich bemüht, die richtigen Worte zu finden. Der Coach gestand aber, wie auch seine Akteure, fair: „Wenn das Ottfinger Tor früher und anders fällt, dann kann man durchaus von einem verdienten Sieg sprechen.“

Verdient war der „Dreier“ für den Titelaspiranten fraglos. Der SVO beherrschte weite Strecken des Spiels, während die Johannländer nur zwischen der 15. und 60. Minute ein ebenbürtiger Kontrahent waren. Insbesondere in der ersten Viertelstunde brannten die Schwarz-Gelben ein wahres Feuerwerk ab und spielten Salchendorf an die Wand: Luca Valido nach 48 Sekunden, Diehl nach drei Minuten abermals Valido (9.) und Lennart Lentrup (12.) hatten hundertprozentige Chancen, trafen aber nicht.
Erst danach konnte sich der bisherige Spitzenreiter aus der Umklammerung lösen, die Partie verlor an Tempo, beide Teams neutralisierten sich nun. Doch fast hätten die Gäste mit ihrer einzigen Möglichkeit vor dem Wechsel zugeschlagen, als Benjamin Thorbeck völlig frei aus zehn Metern knapp daneben zielte (22.). Ihr zweites „dickes Ding“ hatten die Salchendorfer drei Minuten nach Wiederbeginn, als Sven Houck, freistehend aus 16 Metern, nur das Lattenkreuz traf. SVO-Torhüter Patrick Stock war mit den Fingerspitzen noch am Ball. Fast im Gegenzug zeigte dann aber auch Dustin Lohmann sein Können und lenkte einen Valido-Schuss über das Tor.

Angetrieben von den eigenen Fans unter den 286 Zuschauern entwickelten die Gastgeber nach einer Stunde wieder mehr Druck auf ihr „Heimtor“, belagerten zwar das Lohmann-Gehäuse nicht so vehement wie zu Beginn der Partie, übernahmen aber klar die Spielkontrolle. Daniel Schnittchen (58.), Lennart Lentrup (62.), Valido (67.) und Fabian Kolb (87.) brachten allerdings das Runde nicht im Eckigen unter, bevor die Truppe von Benjamin Simon dann doch noch, fraglos hochverdient, aber aufgrund der Entstehung glücklich, zum 1:0-Siegtreffer von Scheppe kam.

„Das Wichtigste für uns war heute, dass wie die Bewegung, die Einstellung und die Aggressivität gezeigt haben, die wir zuletzt nicht hatten. Wir haben, bis auf eine kurze Phase, die Zweikämpfe gewonnen und die zweiten Bälle erobert und auch gut nach vorne gespielt, wobei wir einige Chancen haben liegengelassen. So einen Elfmeter nehmen wir dann natürlich gerne an“, kommentierte SVO-Übungsleiter Benjamin Simon vielsagend. Der Coach: „So ein Erfolgserlebnis tut nach den letzten Wochen richtig gut.“

Schiedsrichter: Robert Starke - Zuschauer: 286
Tore: 1:0 Julian Scheppe (90.)


SC Drolshagen - SV Fortuna Freudenberg 2:0
Wenn zwei sich streiten... freut sich der SC Drolshagen! Mit dem 2:0-Erfolg über Fortuna Freudenberg übernahmen die „Dräulzer“ zum zweiten Mal in dieser Spielzeit die Tabellenführung und profitierten von der Niederlage der Salchendorfer Germanen im Tophit am „Siepen“.

Grund zum „Ausflippen“ sahen aber weder Trainer Holger Burgmann („Wir haben uns wie immer nach einem Heimspiel ein paar Bierchen gegönnt“) noch der Sportliche Leiter Tobias Stahlhacke („Natürlich freuen wir uns, aber wir können das auch gut einordnen und wissen, dass es auch eine Phase geben kann, wo es nicht mehr so läuft“), die freilich den Blick auf die aktuelle Tabelle nach 13 Spieltagen durchaus genießen dürften.

Vor 130 Besuchern entwickelte sich am „Buscheid“ im ersten Durchgang ein Spiel auf ein Tor oder, wie Stahlhacke treffend kommentierte: „Das war Einbahnstraßenfußball“. Der SCD machte nur den Fehler, aus den sich bietenden Möglichkeiten nicht genug Kapital zu schlagen: Das 1:0 per Kopf von Yannik Bieker nach einer Ecke (10.) war viel zu wenig für die Angriffsbemühungen und die weiteren „Hundertprozenter“ von Eike Pfeiffer, Oliver Weuste und Johannes Knorn. Die Fortuna kam im zweiten Durchgang nach und nach besser ins Spiel. Jedoch: In der „Box“ wurde es nur selten gefährlich, lediglich Enes Cimen und Robin Wiesemann schworen Gefahr herauf. „Timo Molsberger und Dustin Holzhauer sind ausgefallen, daher sind wir eigentlich ohne Sturm angereist. Die zweite Hälfte konnten wir offen gestalten, aber in der Offensive fehlte uns die Durchschlagskraft“, erklärte der „Flecker“ Trainer Dirk Martin. Den Sieg der Gastgeber tütete Jan Gummersbach vier Minuten vor Spielende mit seinem Schuss aus 16 Metern unter die Latte endgültig ein.

Schiedsrichter: Dominic Tillmann (SC Zurstraße) - Zuschauer: 130
Tore: 1:0 Yannik Bieker (10.), 2:0 Jan Gummersbach (86.)


SV 04 Attendorn - SuS Niederschelden-Gosenbach 1:0
In der Analyse des 1:0-Sieges des SV Attendorn gegen den SuS Niederschelden waren sich beide Übungsleiter einig, dass ein Remis dem Spielverlauf eher entsprochen hätten.

Doch Vedat Vural machte den Gästen vom „Rosengarten“ einen Strich durch die (Punkt-) Rechnung. „Eine saublöde Situation“, wie Scheldens Coach Andreas Wieczorek meinte: „Unser Abwehrspieler und unser Torhüter sind sich bei der Bogenlampe nicht einig und Vural köpft dann aus sechs Metern ein.“ Das war eine der ganz wenigen Torraumszenen, die die 100 Zuschauer auf der Bezirkssportanlage zu sehen bekamen. „Wir hatten mehr Ballbesitz, aber Chancen hatten beide Teams kaum welche. Das war eine schwere Geburt“, atmete Attendorns Bayram Celik nach 90 intensiven Minuten durch, während Wieczorek zwar vom Ergebnis enttäuscht war, aber nicht vom Auftritt seiner Truppe:

"Wir waren keinen Deut schlechter als das Spitzenteam. Und wir hätten einen Elfmeter bekommen müssen. Luca Zips wurde im Strafraum gefoult, sein Knie ist dick geschwollen.“ Für den SuS wird es trotz der ordentlichen Leistung im Abstiegskampf allerdings enger, nur noch das Torverhältnis trennt die Schelder von den Teams, die unter dem Strich stehen.

Schiedsrichter: Stephan Poppe - Zuschauer: 75
Tore: 1:0 Vedat Vural (61.)
Aufrufe: 04.11.2018, 22:00 Uhr
Stefan StarkAutor

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