Mit dem mäßigen Saisonstart ist man beim SV Netphen natürlich nicht zufrieden.
Mit dem mäßigen Saisonstart ist man beim SV Netphen natürlich nicht zufrieden. – Foto: (2): mk, gh

"Da kommt ein Derby wie gegen Netphen zum richten Zeitpunkt"

Brisanz in der Keilerstadt: Netphen erwartet Deuz

SV Netphen
0:3
TuS Deuz

Die Philosophie-Änderung beim SV Netphen braucht Zeit: Zu diesem Fazit kann man man durchaus kommen, wenn man die A-Kreisliga-Tabelle nach nun fünf Spieltagen betrachtet. Denn die Blau-Weißen rangieren auf dem ersten von insgesamt fünf Abstiegsplätzen (Rang 15, drei Zähler) und haben bisher noch gar keinen Erfolg verbuchen können, stattdessen erst drei Remis eingeheimst und zudem zweimal verloren. Klar, dass man beim SVN vor dem Derby am Sonntag (15 Uhr) gegen den TuS Deuz ein wenig sorgenvoll drein schaut.

„Wir sind natürlich alles andere als zufrieden mit dem Start. Aber überraschend kommt das nicht. Zwölf Neuzugänge zu integrieren, ist nicht einfach, da fehlt es an Hierarchien und Strukturen in der Mannschaft“, konstatiert der Sportliche Leiter Marco Schneider, der im Gegensatz zur Vorsaison, als man augenscheinlich auf größere Namen setzte, damit aber auch größtenteils einen Reinfall erlebte, nun vor allen Dingen junge Akteure nach Netphen lotste, die sich erst einmal an die A-Kreisliga gewöhnen müssen.

Hinzu kommt freilich auch die Tatsache, dass die Johannländer vier ihrer fünf Partien bisher auswärts austragen mussten und das Heimspiel am ersten Spieltag gegen Edertal auch kein echtes war, da die Begegnung in Eschenbach ausgetragen wurde. Nun allerdings ist der neue Kunstrasen im Schmellenbach-Stadion endlich verlegt und die Schwarz-Elf kann wieder in ihrer Heimat auf Punktejagd gehen, doch ganz so rosig ist der Blick auf die kommende Aufgabe dann doch nicht, wie Schneider zugeben muss: „Uns fallen momentan zahlreiche Spieler verletzungsbedingt aus, das macht die Situation nicht leichter!“

Trotzdem erhofft man sich aus der Rückkehr in die Heimat natürlich einen Schub, der Sportliche Leiter spricht von einer großen Vorfreude, der aber auch weiß: „Es steht ein richtungsweisendes Derby gegen einen top-motivierten Gegner aus Deuz an, das wir nach Möglichkeit erfolgreich gestalten sollen.“ Denn klar ist: Mit einem Sieg, es wäre der erste der noch jungen Spielzeit, würde man den Anschluss ans tabellarische Mittelfeld halten, während eine weitere Niederlage – zumindest vorerst – gleichbedeutend wäre mit „Hängenbleiben“ im tiefen Tabellenkeller.


Beim sonntäglichen Gegner geht der Blick indes nicht nach unten, wenngleich der derzeitige achte Tabellenrang (sieben Punkte) auch keineswegs dazu angetan scheint, von ganz höherem träumen zu können. „Wir haben aktuell zwei Gesichter. Treten wir so auf wie zuletzt gegen Hickengrund (2:5/Anm. d. Red.,), werden wir es kaum einem Gegner schwer machen. Allerdings haben wir uns auch in anderen Spielen sehr gut präsentiert und mir gefällt auch die Art und Weise, wie wir Fußball spielen möchten“, erklärt Hendrik Stenschke, der ausführt: „Wenn die Einstellung bei meinen Jungs stimmt und jeder fokussiert ist, können wir gegen jede Mannschaft gewinnen. Und da kommt ein Derby wie gegen Netphen zum richten Zeitpunkt.“

Auch der Spielertrainer des TuS Deuz wird sich natürlich darüber bewusst sein, dass für seine Truppe ebenfalls eine richtungsweisende Partie ansteht, denn derzeit beträgt der Rückstand auf die Spitzenteams des Siegener SC und Germania Salchendorf 2. schon sechs Punkte. Wollen die Deuzer also oben dran bleiben, ist ein „Dreier“ in Netphen daher eigentlich schon Pflicht. „Ich sehe meine Mannschaft nicht als Mittelmaß an, wir haben eine sehr junge, lernwillige Truppe, die imstande ist, noch Vieles zu erreichen“, ist sich der Spielertrainer sicher, der in diesem Zuge auch betont, dass man sich nicht nach dem Gegner richten dürfte, sondern auf sich selber schauen muss und nachschiebt: „Stimmt die Einstellung, sind wir ein unangenehmer Gegner!“
Aufrufe: 03.10.2020, 09:00 Uhr
Stefan StarkAutor

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