2025-12-17T10:26:01.779Z

Allgemeines
– Foto: Reinhard Rehkamp

TuS Bersenbrück will im Niedersachsenpokal erneut Geschichte schreiben

Formstarker TuS reist selbstbewusst zum SV Atlas – Erinnerungen an den Pokaltraum 2023 werden wach

Der TuS Bersenbrück steht vor seinem womöglich wichtigsten Spiel der Saison: Am Ostermontag (21. April, 15:00 Uhr) kämpft die Mannschaft von Trainer Andy Steinmann beim SV Atlas Delmenhorst um den Einzug ins Finale des Niedersachsenpokals – und damit auch um die Chance, erneut den DFB-Pokal zu erreichen. Nach dem Titelgewinn im Vorjahr wäre es der zweite große Erfolg binnen kürzester Zeit. Die aktuelle Formkurve lässt den Traum weiterleben.

Noch vor wenigen Wochen hatte wenig darauf hingedeutet, dass Bersenbrück zum Saisonfinale hin in diese Position kommen würde. Nach einer Phase mit enttäuschenden Ergebnissen und einer anhaltenden Auswärtsschwäche schien die Mannschaft zwischenzeitlich den Anschluss zu verlieren – sowohl in der Liga als auch mental. Doch ausgerechnet das Hinspiel bei Atlas Delmenhorst markierte einen Wendepunkt.

Selbstvertrauen durch Serie gegen Topteams

Das 1:1 in Delmenhorst – eingefahren beim damaligen Tabellenführer – war nicht nur der erste Auswärtspunkt des Kalenderjahres, sondern auch ein Achtungserfolg gegen ein Team auf dem Höhepunkt seiner Form. Mit Torwart Max-Niklas Milde als Elfmeterheld und Markus Lührmann, der die Latte traf, hätte Bersenbrück die Partie fast noch für sich entschieden. Es war ein Spiel, das Mut machte – und dieser Mut hat sich in den folgenden Partien verstetigt.

Beim 2:1-Sieg gegen Rehden vor einer Woche drehte der TuS einen Rückstand gegen ein zuvor seit einem halben Jahr ungeschlagenes Team. Zuvor hatte Bersenbrück auch Hildesheim geschlagen, alle drei verbliebenen Halbfinalisten also entweder bezwungen oder in Bedrängnis gebracht. Kein Wunder, dass in Bersenbrück das Wort „Aufwind“ aktuell mehr als eine Floskel ist.

Kader ist wieder komplett – Manneh zurück

Besonders positiv: Das Personalproblem scheint pünktlich vor dem Halbfinale der Vergangenheit anzugehören. Mit Saikouba Manneh kehrt ein Schlüsselspieler in Topform zurück, Michel Eickschläger ist fit, und auch der gesperrte Markus Lührmann steht wieder zur Verfügung. Damit kann Steinmann personell aus dem Vollen schöpfen – ein klarer Vorteil in einem Spiel, das erstmals in dieser Pokalsaison auch in die Verlängerung gehen kann.

Diese Regeländerung dürfte dem TuS entgegenkommen: Bersenbrück hat in dieser Saison mehrfach gezeigt, dass es in der Schlussphase körperlich und mental präsent ist. Sollte es tatsächlich in die Verlängerung gehen, spricht der tief besetzte Kader für den Oberligisten.

Auch ein Blick zurück darf für Motivation sorgen: Am 6. Oktober 2024 schlug der TuS Bersenbrück den SV Atlas Delmenhorst in der Liga mit 2:0 – ein verdienter Erfolg, der zeigt, dass das Team aus dem Hasestadion dem Favoriten nicht nur ebenbürtig sein kann, sondern diesen auch besiegen kann.

Für Bersenbrück ist das Halbfinale mehr als nur ein Spiel. Es ist ein Prüfstein für den Reifeprozess eines Teams, das in den letzten Wochen gewachsen ist – durch Widerstände, durch Teamgeist, durch klare Reaktionen auf Rückschläge. Es ist auch eine Gelegenheit, dem eigenen Anspruch auf sportliche Relevanz in Niedersachsen erneut Ausdruck zu verleihen.

Ob es reicht für das Finale – und vielleicht für den erneuten DFB-Pokal-Einzug – wird sich zeigen. Klar ist: Der TuS Bersenbrück reist nicht als Außenseiter nach Delmenhorst, sondern als Herausforderer mit Haltung, Momentum und dem festen Glauben, dass Träume erlaubt sind.

Aufrufe: 021.4.2025, 08:29 Uhr
redAutor