
Was ihm im Hinspiel versagt geblieben war, holte der TuS Geretsried an diesem Sonntag nach: Beim FC Pipinsried erkämpfte sich der Bayernliga-Aufsteiger ein 1:1-Unentschieden und machte damit in der Tabelle weiter Boden gut. Trotz des Punktgewinns war der Trainer nicht vollends zufrieden. „Schade“, haderte Daniel Dittmann mit dem Spielausgang. „Es wäre heute definitiv mehr drin gewesen.“ Die Meinung vertrat auch FC-Coach Roman Langer, der nach der Partie einräumte, schon zur Pause riesiges Glück gehabt zu haben, dass „wir nicht schon deutlich zurücklagen“.
Während für die Gastgeber in den ersten 45 Minuten nicht eine Torchance notiert werden konnte, zählte Dittmann derer vier für seine Elf, die dem vermeintlichen Favoriten von Beginn an Paroli bot. „Pipinsried hat extrem gute Einzelspieler, aber das Auftreten als Mannschaft hat nicht gepasst“, sah der Coach in Sachen Teamgeist den TuS im Vorteil. Hinzu gesellte sich leidenschaftlicher Kampfgeist: „Wir wollten sehr aggressiv sein, besonders im Zweikampf gegen den Ball.“ Das funktionierte wie geplant. „Wir hatten sehr viele Ballgewinne, vor allem bei zweiten Bällen“, so Dittmann, der in dieser Disziplin Thomas Puscher und Keita Kawai mit Sonderlob bedachte.
Allein es fehlte ein Treffer, wobei die Gäste einem Erfolg deutlich näher waren als der FC. Aber eben auch nur fast: Bei einem Freistoß und zwei Hereingaben verfehlte die vorderste Angriffsreihe den entscheidenden Moment jeweils knapp. Dem Torjubel am nächsten kam Kapitän Sebastian Schrills, dessen Kopfball FC-Torhüter Enrique Bösl glänzend zur Ecke lenkte.
So ging es torlos in die Pause, aus der die Gastgeber mit mehr Zielstrebigkeit zurückkehrten. Knapp zehn Minuten waren gespielt, als Nico Karger plötzlich allein mit Ball am Fuß aufs Geretsrieder Tor zumarschierte, von Cedomir Radic aber gestoppt wurde. „Da hat er überragend reagiert“, lobte Coach Dittmann. Wenig später musste die Geretsrieder Nummer 1 trotzdem hinter sich greifen, nachdem ein abgefälschter Ball in bester Billardmanier den Weg ins Tor fand – Torschütze war Ex-Profi Karger. Doch statt die Köpfe hängen zu lassen, was bei diesem Spielverlauf niemanden verwundert hätte, blieben die Gäste das bestimmende Team. „Wir waren auch nach dem Tor sehr aktiv“, freute sich Daniel Dittmann über die Reaktion seiner Mannschaft und einen gelungenen Wechsel. In der 74. Minute brachte er für Mihajlo Vjestica Tyrone Prepeluh ins Spiel. Und dem gelang nur vier Minuten später nach Vorarbeit von Belmin Idrizovic, der den Ball von der Grundlinie perfekt zurückspielte, der 1:1-Ausgleich.
„Dann waren wir wieder klar vorne dran, hatte in der Schlussphase noch viele Situationen in der Box. Wir waren dem 2:1 sehr nahe“, stellte der TuS-Trainer später fest. „Wir nehmen den Punkt natürlich gerne mit, aber auch ein Sieg wäre heute sehr verdient gewesen.“