2026-02-20T12:29:42.904Z

Allgemeines

TuRU Düsseldorf vor Schlüsselspiel in Wülfrath

Nach drei Niederlagen zum Rückrundenstart steht TuRU Düsseldorf beim direkten Konkurrenten 1. FC Wülfrath unter Druck – Präsident Manuel Rey setzt dennoch auf Ruhe statt Aktionismus.

von RP/ Gisbert Kannemann · Gestern, 22:30 Uhr · 0 Leser
TuRU Düsseldorf ist in einer verzwickten Lage.
TuRU Düsseldorf ist in einer verzwickten Lage. – Foto: Andreas Bornewasser

„Misslungen.“ Das ist die passende Bezeichnung für den Rückrundenstart der TuRU Düsseldorf in der Fußball-Landesliga. Dreimal spielte der Traditionsverein aus Oberbilk in diesem Kalenderjahr um Punkte, dreimal verließ er den Platz als Verlierer. Langjährige Beobachter der TuRU wissen genau: Unter der Regie von Heinz Schneider wäre an der Feuerbachstraße längst Feuer unter dem Dach.

"Nehmen die Situation an, wie sie ist"

Der langjährige Präsident und Mäzen des früheren Oberligisten war nicht bekannt dafür, in Krisenzeiten lange die Füße still zu halten. Das sieht bei seinem Nachfolger Manuel Rey etwas anders aus. Zwar zeigt sich der Präsident der TuRU nicht angetan von der sportlichen Lage der ersten Mannschaft. Doch in Aktionismus verfällt der Spanier nicht.

„Wir nehmen die Situation an, wie sie ist. Dass wir uns nun tatsächlich mit dem Abstiegskampf auseinandersetzen müssen, war so nicht geplant. Aber ich sehe noch keinen Grund, um die Alarmglocken läuten zu lassen“, führt Rey aus.

Reys Vertrauen in seinen Landsmann und Trainer Manuel Carrasco ist ungebrochen. „Wir hatten eine mäßige Vorbereitung und zu Beginn einige Ausfälle in der Defensive. Gegen Kosova haben wir mit einer Verlegenheits-Abwehrkette gespielt und verlieren nach zwei Fehlern mit 0:2. Das ist zu erklären“, führt Rey aus. Weniger Verständnis zeigte der Unternehmer für die jüngste 1:2-Schlappe gegen den SSV Born, verursacht durch ein Gegentor in der Nachspielzeit. „Da muss ich von der Mannschaft die Reife erwarten können, dass sie zumindest einen Zähler mitnimmt.“

Beim 1.FC Wülfrath bietet sich den Blau-Weißen am Sonntag die nächste Gelegenheit, um den Bock umzustoßen. Ein Sieg beim direkten Tabellennachbarn würde der TuRU etwas Luft verschaffen. Bei einer Niederlage fällt sie mindestens auf Relegationsrang 14 hinter den kommenden Gegner zurück. Bei aller sportlicher Brisanz ist Manuel Rey aber weit davon entfernt, der Partie am Erbacher Berg einen Endspielcharakter zu verleihen.

Rey erhofft sich mehr Unterstützung von der Stadt

„Die sportliche Situation ist ernst, keine Frage. Wir haben im Verein gemessen daran aber ganz andere Sorgen“, führt der Funktionär aus. Auch abseits des grünen Rasens mehren sich die Baustellen. „Ob der Boden in den Kabinen oder unser Verwaltungstrakt, das sind nur zwei Beispiele. Wir haben erheblichen Investitionsbedarf, aber seit vielen Jahren passiert nichts“, sagt Rey. Diesbezüglich geführte Gespräche mit Vertretern der Stadt und anderen Stakeholdern führten bislang nicht zum gewünschten Erfolg. Wieviele solcher Verhandlungen Rey in Zukunft noch im Namen der TuRU führen wird, ist ungewiss.

Im Mai stehen Neuwahlen an. Aber ob Rey für eine weitere Amtsperiode zur Verfügung steht, ist derzeit völlig ungewiss. „Einen Verein in Düsseldorf ehrenamtlich zu führen, ist kompliziert“, sagt der Präsident, der seiner TuRU auch finanziell unter die Arme greift. Bürokratische Hürden erschweren ihm die tägliche Vereinsarbeit, zumal es auch an helfenden Händen mangelt. Der von ihm vor gut einem Jahr als Sportchef engagierte Roland Kapinga ist bei der TuRU beispielsweise längst wieder Geschichte. Gebracht hat er dem Klub nichts.

So tritt die TuRU auf mehreren Ebenen seit geraumer Zeit gefühlt auf der Stelle. Und sportlich geht es sogar bergab. Bleibt die Hoffnung, dass es Manuel Rey gelingt, den Verein mit ruhiger Hand zurück in bessere Zeiten zu führen.