
„Verlieren verboten“ heißt es für die Turu 80 am Sonntagnachmittag in der Landesliga. Soll es für die Oberbilker aus tabellarischer Sicht nicht ganz ungemütlich werden, dann müssen sie zu Hause gegen den SSV Bergisch Born punkten. „Wir müssen aufpassen, nicht in eine Negativspirale zu geraten, aus der wir uns dann nur noch schwer befreien können“, sagt Trainer Francisco Carrasco vor dem Heimspiel gegen den Tabellen-15., der mit sechs Zählern Rückstand auf die Turu aktuell einen Abstiegsplatz belegt.
Für den neutralen Beobachter stellt sich allerdings die Frage, ob sich die Turu nicht schon in einer solchen Negativspirale befindet. Zumindest die Ergebnisse lassen Derartiges vermuten. Die ersten beiden Ligaspiele in diesem Jahr gegen den FC Kosova (0:2) und den ASV Süchteln (0:3) gingen verloren. Jahresübergreifend holte die Turu aus den letzten fünf Ligaspielen nur einen mickrigen Punkt.
Allerdings tut sich Francisco Carrasco schwer damit, seine Mannschaft nur an den nackten Ergebnissen zu messen. „Wir haben durchaus auch gute Spiele gemacht. Allerdings belohnen wir uns dafür nicht. Wir müssen endlich anfangen, wieder Tore zu erzielen. Dann fällt es auch nicht gleich so ins Gewicht, wenn man sich hinten mal einen Fehler erlaubt“, sagt Turus Trainer.
Im Kalenderjahr 2026 warten die Blau-Weißen noch immer auf das erste Ligator. So ist es natürlich unmöglich, Spiele zu gewinnen. Doch wer soll das Problem lösen? Der vor der Saison als großer Hoffnungsträger verpflichtete Max Stellmach wird verletzungsbedingt in dieser Spielzeit wohl gar nicht mehr ins Geschehen eingreifen. Torgefährlichster Akteur im Kader ist momentan Mohamed Darwish mit gerade einmal vier Treffern. Dabei kommt der 28-Jährige in der Regel im Mittelfeld zum Einsatz.
Mehr kommen muss in Sachen Produktivität von Selcuk Yavuz, Dixar Turan (je 2 Tore) oder Melva Luzalunga (1). Vor allem Letzterer blieb bislang hinter den Erwartungen zurück. Der oberligaerfahrene Rechtsfuß zählt an der Feuerbachstraße nicht einmal zum unumstrittenen Stammpersonal. „Wir haben Jungs im Kader, die sich manchmal wundern, warum sie nicht spielen. Dabei ist die Rechnung einfach. Sie müssen liefern, wenn sie ihre Chance bekommen“, sagt Francisco Carrasco, ohne Namen zu nennen. Ein Melva Luzalunga darf sich hierbei wohl angesprochen fühlen.
Ob der 26-Jährige gegen den SSV Born eine neue Chance von Beginn an erhält, bleibt abzuwarten. Ebenso unsicher ist, ob Sahin Ayas und Lukas Reitz am Sonntag schon wieder eine Alternative für den Spieltagskader sein können. Immerhin nutzten die beiden Schlüsselspieler das freie Karnevalswochenende, um Rückstand aufzuholen.
„Sahin hat nach seiner Lungenentzündung das Training wieder aufgenommen und auch Lukas steht endlich wieder auf dem Platz“, freut sich Carrasco. Da für beide ein Einsatz im Test gegen den FC Pesch am vergangenen Wochenende aber noch zu früh gekommen wäre, musste das Spiel gegen den Mittelrheinligisten abgesagt werde. „Mir hat das sehr leid getan, es hätte aber nichts gebracht, mit elf Mann anzutreten“, verteidigte der Trainer seinen Entschluss. Die eingesparten Kräfte sollen nun stattdessen am Sonntag gegen den SSV Born investiert werden. Dann heißt es für Turu 80 auch: „Verlieren verboten.“