Wie startet TuRU Düsseldorf nach dem massiven Umbruch?
Wie startet TuRU Düsseldorf nach dem massiven Umbruch? – Foto: Meiki Graff

Turu Düsseldorf nach dem großen Umbruch

Der Oberligist verzeichnet 14 Abgänge und zwölf Zugänge. Das erste Spiel führt die Oberbilker zum 1. FC Kleve.

Francisco Carrasco spricht das aus, was auch wohl viele seiner Trainerkollegen denken. Für den Coach des Oberligisten Turu 80 kommt der Saisonstart zu früh. „Uns hätten noch mindestens zwei Wochen mehr Vorbereitungszeit gut getan“, sagt der 47-Jährige vor dem Auftaktspiel beim 1. FC Kleve. Doch auf Befindlichkeiten der Klubs konnten die Spielplangestalter keine Rücksicht nehmen. Angesichts von 40 Ligaspielen pro Team steht den Teilnehmern trotz des frühen Ligastarts auch so ein knackiges Programm hervor.

1. FC Kleve
0:1
TuRU 80
Für Francisco Carrasco glich die kurze Vorbereitung daher auch einem Tanz auf dem Drahtseil. Einerseits wollte die Trainingsintensität nach einer nur sehr kurzen Sommerpause für die verbliebenen Akteure im Kader gut dosiert sein. Andererseits bedurfte es aber auch gewisser Umfänge, um die zahlreichen neuen Spieler bestmöglich in die Mannschaft zu integrieren.

Dass der Umbruch an der Feuerbachstraße mit 14 Abgängen und rund einem Dutzend neuer Spieler im Sommer groß ausfiel, führt Francisco Carrasco auf die veränderten Rahmenbedingungen im Verein zurück. Die Zeiten, in denen die Turu fertige und namhafte Akteure nach Oberbilk lotste, sind vorbei. „Wir sind inzwischen ein Ausbildungsverein geworden und bieten jungen Spielern eine Plattform, um sich für höhere Aufgaben zu empfehlen“, erklärt Carrasco. Der Spanier kann sich mit diesen Umständen gut arrangieren. Dass Akteure wie Tsukasa Yakumaru (will sich bei der zweiten Mannschaft von Fortuna Köln für das Regionalliga-Team anbieten) oder Tim Klefisch (wechselte zum ambitionierten Ligarivalen 1.FC Monheim) den Klub verließen, wertet Carrasco auch als Zeichen der eigenen, guten Arbeit.

Die entstandenen Lücken versuchten die Verantwortlichen auch mit kreativen Ideen zu füllen. Im Mittelfeld ziehen künftig die Japaner Atsushi Inoue und Masaya Watanabe an der Seite des Amerikaners Oluremi Martins Williams die Fäden. Für sie alle ist die Oberliga-Niederrhein Neuland. Den nächsten Schritt in ihrer Entwicklung möchten Aaron Thomas (Cronenberg) und Niklas Harth (Monheim) bei der Turu machen. Beide blicken schon auf ein Seniorenjahr in dieser Liga zurück.

Wenn diese Akteure die in sie gesetzten Erwartungen erfüllen, wird Turu 80 in der Lage sein, die selbstgesteckten Ziele zu erreichen. „Wir wollen nichts mit dem Abstiegskampf zu tun haben und die eine oder andere Überraschung landen“, sagt Carrasco. Schon zum Auftakt kann seine Mannschaft einen Teil des Pflichtenheftes abarbeiten. Der Start könnte mit Auswärtsspiele beim 1. FC Kleve und beim 1. FC Monheim (Mittwoch) schwerer kaum sein. „Kleve gehört für mich zu den Top-Fünf. Und auch Monheim hat einen bärenstarken Kader beisammen“, sagt Carrasco.

Auf dem Papier noch stärker als diese beiden Teams einzuschätzen sind Regionalliga-Absteiger KFC Uerdingen und die SSVg Velbert, die mittlerweile den x-ten Anlauf unternimmt, der Oberliga zu entfliehen. Dass Ratingens Trainer Martin Hasenflug angesichts dieser Konkurrenz die Meisterschaft zum Ziel für seinen Klub ausruft, darf man selbstbewusst oder auch sehr mutig nennen.

Klar ist in jedem Fall: „Es wird eine brutale Saison angesichts der Qualität und Quantität an Teams.“ Auch hier wird Francisco Carrasco wohl kaum jemand widersprechen.

Aufrufe: 05.8.2022, 21:30 Uhr
RP / Marcus GiesenfeldAutor