
Im Optimalfall vier Spiele trennen Planegg-Krailling vom Aufstieg. Am Mittwoch (18.30 Uhr) geht es mit dem Heimspiel gegen Dornach los.
Sein offizielles Saisonziel hat der SV Planegg-Krailling bereits erreicht. „Ich habe gesagt, wir wollen mindestens einen Platz weiter vorne sein als letzte Saison“, sagt Trainer Pero Vidak. 2025 waren die Fußballer als Aufsteiger prompt auf Rang drei der Bezirksliga Süd gelandet, hatten die Teilnahme an der Relegation zur Landesliga nur hauchdünn verpasst. Heuer verbesserten sie sich als Tabellenzweiter hinter Meister SC Olching exakt um eine Position, Punktlandung also. „Ziel erreicht“, scherzt Vidak. Ganz ernst meint der 58-Jährige das freilich nicht, schließlich hat der SVP in dieser Saison noch etwas Großes vor: Der zweite Landesliga-Aufstieg nach 2014 soll her, notgedrungen über den Umweg Relegation. In der ersten Runde treffen die Schwarz-Blauen auf den SV Dornach, das Hinspiel steigt an diesem Mittwoch (18.30 Uhr) im Georg-Heide-Stadion in Planegg, das Rückspiel am Samstag (16 Uhr) in Dornach.
Warum in den Regularien festgelegt ist, dass die Würmtaler als Bezirksligist gegen den Landesligisten zuerst Heimrecht haben, will Martin Woytalla nicht in den Kopf. „Das verstehe ich überhaupt nicht“, sagt der Sportliche Leiter des SVP. Normalerweise ist es gängige Praxis, dass der klassenniedrigere Verein im Rückspiel Heimrecht hat, um womöglich einen kleinen Vorteil zu haben mit den eigenen Fans im Rücken im entscheidenden Spiel und bei einer möglichen Verlängerung. So ist es etwa in der Relegation im Profibereich. Ähnlich verhält es sich in der Champions League, dort wird die besser platzierte Mannschaft nach der Ligaphase für die K.o.-Spiele mit dem Heimvorteil im Rückspiel belohnt. Warum es sich beim Bayerischen Fußball-Verband (BFV) anders verhält, erschließt sich Woytalla nicht. „So haben wir den Nachteil. Das ist völlig konträr zur UEFA“, moniert er.
In Planegg sind sie dieser Tage ohnehin nicht sonderlich gut auf den Verband zu sprechen. Schließlich brummte das Sportgericht dem formstarken Dario Matijevic jüngst für seine Rote Karte im vorletzten Ligaspiel eine Sperre von vier Partien auf. „Das ist total unverständlich und inakzeptabel“, schimpft Coach Vidak. Sein Sportlicher Leiter stößt in das gleiche Horn: „Das war eine Allerweltsituation, eine kleine Schubserei zwischen zwei Spielern. Die Schiedsrichterin wollte zuerst nur Gelb zeigen, bis sich der Linienrichter eingemischt hat“, sagt Woytalla.
Der SVP legte Berufung gegen das Urteil ein, wartet aber bislang auf eine Antwort. „Ich schaue stündlich ins Postfach“, berichtet Woytalla. Sollte die Strafe bestehen bleiben, fiele Matijevic für beide Partien gegen Dornach aus. Und bei einem Weiterkommen der Planegger auch noch für das Hinspiel in der entscheidenden zweiten Runde gegen den Sieger des Duells FC Aschheim gegen TSV Eintracht Karlsfeld. „Wir hoffen, dass es zumindest auf zwei Spiele reduziert wird“, sagt Woytalla. Dann wäre Matijevic bereits am Samstag wieder einsatzbereit.
Von den widrigen Rahmenbedingungen will sich der SVP vor der Relegation aber nicht aus der Ruhe bringen lassen. Und auch nicht davon, dass es beim Gegner aus Dornach in den vergangenen Wochen wohl ziemlich drunter und drüber ging. Zunächst entließ der Tabellen-15. der Landesliga Südost vergangene Woche vor dem sportlich bedeutungslosen letzten regulären Saisonspiel und sechs Tage vor dem Auftakt der Relegation das Trainerduo Sebastian Wastl und Manuel Ring. Die unmittelbare Nachfolge sollte sogleich Robert Rakaric übernehmen, der im Würmtal noch aus seiner Zeit als Spielertrainer beim TSV Gräfelfing bekannt ist.
Doch dem Vernehmen nach streikte der Mannschaftsrat dagegen, weil das Team mit der vorherigen überraschenden Entlassung nicht einverstanden gewesen sein soll. So betreute am Wochenende nicht Rakaric die Mannschaft, sondern Innenverteidiger Markus Hanusch als interne Interimslösung. Wer in Planegg auf der Dornacher Bank Platz nimmt, dürfte eine Überraschung werden.
Mit dem Gegner will sich der SV Planegg aber ohnehin nicht allzu intensiv befassen. Auch weil das Team aus dem Ortsteil von Aschheim im Münchner Osten eine große Unbekannte darstellt – bis auf die medialen Tumulte rund um die Trainersituation zuletzt sowie die eher ungewöhnliche Tatsache, dass Dornach in der Liga auswärts mehr Punkte sammeln konnte als zu Hause. Die Planegger wollen ihre Stärken ausspielen und an die famose Serie von acht Siegen in Folge anknüpfen. „Wir haben ein Jahr darauf hingearbeitet“, betont Vidak, der am Montag im Abschlusstraining eine „angespannte Vorfreude“ bei seiner Mannschaft gespürt haben wollte. Keine Nervosität – „zumindest hat sie keiner gezeigt“, sagt der Coach augenzwinkernd.
Personell sieht die Lage bei den Hausherren gut aus. So dürfte vom Stammpersonal wohl nur Matijevic ausfallen, bei Ante Kraljevic ist der Einsatz nach Problemen im hinteren Oberschenkel am Montag noch fraglich. Dafür kehrt der zuletzt verletzte Innenverteidiger Momko Kojic zurück, und auch Spielgestalter Mario Simic ist wieder voll einsatzfähig. Die im Saisonfinale fehlenden Offensivspieler Valentino Gavric und Fabijan Podunavac sind ebenfalls mit dabei.