– Foto: Lukas Rogala

TuRa Elsen: Keine Gedanken an einen Rückzug

Der Sportliche Leiter Sasa Neloski nimmt Stellung zur Personalflucht bei der TuRa und blickt der Zukunft trotzdem positiv entgegen.

Anfang des Jahres schien beim Bezirksligisten TuRa Elsen noch fast alles in bester Ordnung zu sein. Die Personalplanungen waren weit vorangeschritten. Lediglich Marvin Pinto Barretto (SC Borchen) und Leon Hottenträger (FC Germete/Wormeln) wurden als Abgänge bekanntgegeben. Der restliche Kader sollte zusammenbleiben und hatte zum Großteil für die nächste Saison zugesagt. Doch im Laufe des Frühjahres herrschte in Elsen die Personalflucht. Mit Elmedin Bicic, Patrick Teixeira-Pereira (beide SC Borchen), Adebola Adejoju (SCV Neuenbeken), Oliver Lummer (Hövelhofer SV), Mike Niidas (SV Marienloh), Sebastian Neubert (DJK Mastbruch), Christopher Fröhleke (TuS Sennelager) und Ron Göllner (DJK Mastbruch II) gaben gleich acht weitere Spieler ihren Abschied bekannt. FuPa Ostwestfalen hat mit Elsens Sportlichem Leiter Sasa Neloski über diese Entwicklung und die Zukunft gesprochen.

Herr Neloski, wie kam es zur plötzlichen Personalflucht bei der TuRa?

Neloski: Wir haben im Winter mit allen Spielern gesprochen. Nur Marvin Pinto Barreto und Leon Hottenträger haben ihren Wechselwunsch bekanntgegeben. Ansonsten haben uns fast alle Spieler ligaunabhängig für die nächste Saison zugesagt. Zwei Spieler standen noch auf der Kippe. Als einer von ihnen seinen Wechsel bekanntgegeben hat, nahm die Personalflucht irgendwie seinen Lauf. Zusagen wurden zurückgezogen. Andere Vereine sind natürlich immer hellhöriger geworden und haben unsere Spieler kontaktiert.

Welche Gründe wurden Ihnen von den Spielern genannt?

Neloski: Ich möchte mal was Neues sehen. Ich möchte mich sportlich wie menschlich weiterentwickeln. Von ein, zwei Spielern war es auch unter der Gürtellinie und es wurde gegen Mitspieler und die Mannschaft geschossen.

Wie haben Sie diese Entwicklung aufgenommen?

Neloski: Ich habe grundsätzlich kein Problem damit, wenn sich auch mal eine Meinung ändert, aber dann soll eine vernünftige Begründung genannt werden. Ich war ziemlich enttäuscht und traurig darüber, habe aber keine schlaflosen Nächte. Letztendlich ist es „nur“ Amateurfußball. Ich bin auch überhaupt nicht nachtragend, aber ich habe den Spielern schon gesagt: Ihr habt euch in Elsen etwas aufgebaut, euch einen Namen gemacht und euch das jetzt selbst zerstört.

Wie hat Ihr Trainer Daniel Borsch auf diese Entwicklung reagiert?

Neloski: Also erstmal möchte ich noch klarstellen, dass der Trainer von niemandem als Wechselgrund genannt wurde. Daniel und ich haben es irgendwann mit Humor genommen, weil immer mehr Spieler abgesagt haben. Genauso wie ich, ist auch Daniel nicht nachtragend. Es geht weiter und wir wünschen den Spielern alles Gute für die Zukunft.

Wie sollen die Abgänge aufgefangen werden? Gibt es Neuzugänge?

Neloski: Wir schauen jetzt nur noch auf uns. Wir haben einen Kader von 16 Leuten und arbeiten an Neuzugängen. Interessenten können sich gerne bei mir melden. Am Ende werden auch sicherlich Spieler aus der U19 und unserer 2. Seniorenmannschaft ihre Chance im Bezirksligakader bekommen. Wir setzen weiterhin auf junge Spieler und entwickeln uns Schritt für Schritt. Allerdings wurden wir jetzt durch diese ganzen Abgänge natürlich zurückgeworfen.

Gab oder gibt es Gedankenspiele über einen Rückzug aus der Bezirksliga?

Neloski: Nein, überhaupt nicht. Wir bleiben Bezirksligist. Wir haben immer noch eine Mannschaft, die gut genug ist, um die Klasse zu halten. Es werden nur mal andere Tugenden gefragt sein.

Aufrufe: 05.6.2021, 13:30 Uhr
FuPaAutor

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